Er ist Chef einer Bundesbehörde und hat ein Faible für Jazz: Christoph Heinzelmann, Direktor der in Karlsruhe angesiedelten Bundesanstalt für Wasserbau. | Foto: pr

Christoph Heinzelmann

Wassermann mit Sternzeichen Löwe

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Beim ältestem von drei Söhnen eines Bauingenieurs, der wiederum selbst das Baufach studierte, schien die Zukunft vorgeprägt. Der berufliche Weg eines jungen Frankfurters, so dachte man vor 40 Jahren, würde einem ruhigen Fluss gleichen und in Realisierungen von Hochbauten münden. „Aber wie so oft bestimmte ein Zufall, wie es wirklich weitergeht. Ich hörte an der Uni Darmstadt eine Vorlesung, war von der Art des Professors fasziniert – und spezialisierte mich bei ihm auf Wasserbau“, erzählt jener Mann, der heute die höchste Fachbehörde für Deutschlands Wasserstraßen leitet. Und Christoph Heinzelmann hat selbst viel von der erlebten Begeisterung beim Vermitteln von Technik übernommen.

Forschen für Bauten an Flüssen und Kanälen

Als Direktor der Karlsruher Bundesanstalt möchte er in keiner abgeschotteten Wasserburg regieren. Der Herr der Hallen an der Kußmaulstraße öffnete die Räume mehrfach für Führungen plus Jazzkonzerte. „Um einen Einblick zu geben, was wir tun rund um die Wasserbau-Modelle.“ In der Bundesanstalt sind viele Flüsse unter ein Dach verlegt, zumindest in Teilabschnitten und im Maßstab 1:10. Monatelang ermitteln viele der über 300 Mitarbeiter beispielsweise das Strömungsverhalten des Rheins beim Loreleyfelsen oder die Gestaltung einer Lahn-Schleuse für den optimalen Fischaufstieg. „Wir forschen und beraten bei Gestaltung von schiffbaren Flüssen und Kanälen oder im Küstenbereich“, erklärt Heinzelmann. Eine Außenstelle in Hamburg mit 120 Beschäftigten ist der Karlsruher Zentrale unterstellt.

Seit 12 Jahren Chef einer Bundesanstalt in Karlsruhe

Der Chef legte in den bisherigen zwölf Jahren Amtszeit Wert darauf, dass die Öffentlichkeit mit den „Wasserbauern“ keine unbekannte oder gar verknöcherte Behörde verbindet. Völlig trocken und verstaubt kann sie beim Element Wasser wohl nicht werden. Heinzelmann betont die ganzheitliche Betrachtung von Flussbau. Ökologische Aspekte und Einwände der Anwohner müssen ernst genommen werden. „Wir Ingenieure dürfen nicht nur Pläne auf den Tisch knallen, sondern müssen sie gut begründen können“.
Das versucht der BAW-Chef auch seinen Studenten zu vermitteln. Von 2002 bis 2012, unter anderem während seiner Zeit im Bonner Teil des Verkehrsministeriums, lehrte er in Bochum; seit 2013 gibt er sein Wissen an der TU München weiter. Und ist stolz darauf, 2015 einen Lehrpreis der Studierenden erhalten zu haben. Seine Behörde nach innen zu stärken gelang mit einer Erhöhung des Forschungsbudgets und dem Aufbau einer betrieblichen Kindertagesstätte. „Sie kommt anderen Einrichtungen und dem Stadtteil ebenfalls zugute“, betont Heinzelmann.

Flötist mit Liebe zum Jazz

Der 59-Jährige hat sich zeitlebens die Liebe zur Musik erhalten. Er spielte selbst Querflöte und pflegt ein Faible für den Jazz. „Sonntags morgens in Karlsruhe in der Hemingway Lounge ein Konzert zu besuchen, das ist Entspannung für uns“, erzählt der oberste Ingenieur. Einst ging er nicht zur Bundeswehr, sondern verpflichtete sich zehn Jahre für den Dienst beim Technischen Hilfswerk THW. Nachhaltiges Anpacken und Kunstsinn verbindet der „Wassermann“ im Sternzeichen Löwe.

Seit 2005 leitet Christoph Heinzelmann die Karlsruher Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), die Fachbehörde für alle Wasserstraßen Deutschlands mit 435 Mitarbeitern. Heinzelmann wuchs in Frankfurt auf. Nach dem Abitur studierte er Bauingenieurwesen in Darmstadt und schloss mit dem Doktortitel am Wasserbau-Institut ab. Er ging in den Staatsdienst, arbeitete beim Mainausbau in Aschaffenburg und im Bundesministerium für Verkehr. Der 59-Jährige ist Honorarprofessor an der TU München. Er wohnt mit seiner Frau in einem Marxzeller Ortsteil.

 

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