Schulweg-Training: Wie man sicher über die Straße kommt, übten am Montag die Erstklässler der Neureuter Waldschule.
Schulweg-Training: Wie man sicher über die Straße kommt, übten am Montag die Erstklässler der Neureuter Waldschule. | Foto: jodo

Appell an die Eltern

Kinder der Waldschule in Karlsruhe-Neureut üben den Schulweg

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Es ist noch keine zwei Wochen her, dass für die Erstklässler der Waldschule Neureut der Schulalltag begann. Der Schulweg ist also noch nicht zur Routine geworden. Umso wichtiger also, die Abc-Schützen auf die Gefahren des Straßenverkehrs hinzuweisen.

Von unserer Mitarbeiterin Martina Erhard

Sven Knappich vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Karlsruhe machte sich daher am Montag mit den Schulanfängern auf den Weg, um das sichere Überqueren von Straßen zu üben: „Ihr müsst immer vor dem Bordstein stehen bleiben“, ermahnt er die Kinder. „Damit ihr euch das besser merken könnt, heißt der Bordstein für euch nun nicht mehr Bordstein, sondern Stoppstein“, erklärt der Polizeibeamte und weist auch gleich auf die nächste Regel hin: „Stehen, sehen, gehen“, lautet diese.

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Gefahren durch  Elterntaxis

Bei der Schulwegsicherheit geht es nicht nur darum, die Kinder für die Gefahren zu sensibilisieren, sondern auch die Erwachsenen. „Schule, Polizei und Stadtverwaltung arbeiten zusammen, um alle Verkehrsteilnehmer zu mehr Rücksicht zu ermahnen“, sagt Bürgermeister Albert Käuflein. Er weist auf die Gefahren durch die „Elterntaxis“ hin. „Eltern sollten die Kinder nicht mit dem Auto zur Schule bringen, sondern den Schulweg mit ihnen üben“, erklärt er und fügt hinzu, dass der kürzeste Schulweg nicht immer der sicherste sei.

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Der Vorstand des Elternbeirats, Clemens Barth, berichtet, dass man regelmäßig an die Eltern appelliert, ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu bringen. Diesen Appell unterstützt auch Martin Plate, Leiter der Verkehrspolizeidirektion: „Die Kinder sollen lernen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Das gelingt aber nur, wenn sie selbstständig unterwegs sind.“

„Auch der ruhende Verkehr wird überwacht“

Da die Einsicht der Eltern oft nur über den Geldbeutel herbeigeführt werden könne, führe die Polizei Verkehrsüberwachungen durch. Dabei geht es zum einen um die richtige Sicherung der Kinder im Auto, aber auch um das Fahr- und Parkverhalten der Eltern. „Parken in zweiter Reihe gefährdet die Kinder“, betont Plate. Thomas Seemann vom Ordnungs- und Bürgeramt weist ebenfalls darauf hin, dass man im Umfeld von Schulen und Kindergärten das ganze Jahr über eine hohe Präsenz zeigen werde: „Nicht nur der fließende, auch der ruhende Verkehr wird überwacht.“

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Monika Biehl, Konrektorin der Waldschule, und Rüdiger Langguth, Schulleiter der benachbarten Hardtwaldschule, wünschen sich mehr Rücksichtnahme von den erwachsenen Verkehrsteilnehmern. „Etwa 500 Kinder besuchen die beiden Schulen. Sie müssen sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen“, sagt Biehl. Langguth erklärt, dass an seiner Schule behinderte Kinder unterrichtet werden, auf die besonders Rücksicht genommen werden muss.

„Durchfahrt verboten“-Schilder werden oft nicht beachtet

Neureuts Ortsvorsteher Achim Weinbrecht sagt zu, die Verkehrssituation im Bereich der Waldschule und der Hardtwaldschule zu verbessern: „Die Straße soll ausgebaut werden, damit die Kleinbusse, die die Schüler der Hardtwaldschule bringen und holen, besser passieren können.“ Er moniert jedoch, dass die „Durchfahrt verboten“-Schilder an der Zufahrtsstraße zur Schule oft nicht beachtet werden.

Sven Knappich übt unterdessen weiter mit den Kindern: „Wir lernen, wie man einen Zebrastreifen überquert oder wie man eine Ampelanlage nutzt“, sagt er. „Bei den Terminen fragen wir aber auch die Lehrer nach speziellen Gefahrenstellen im Umfeld der Schule“, so Knappich. „Dort üben wir dann gezielt.“