Spaniens König Felipe (M) sitzt zum Beginn der einjährigen Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Eröffnung der Madrider Metro in einer U-Bahn. In der Station Puerta del Sol im Zentrum Madrids enthüllte Felipe zunächst eine Gedenktafel. | Foto: dpa

Auto oder U-Bahn?

Promis im ÖPNV: Wenn der Monarch Metro fährt

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Es soll ja Menschen geben, die – auch in Karlsruhe – lieber zwei Stunden zu Fuß durch den Regen laufen würden, als auch nur einen Fuß in eine Straßenbahn zu setzen. „Um Gottes Willen!“, sagte neulich ein Kollege. „Ich fahre niemals mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das würde mir Angst machen.“ Lieber radelt er täglich bei Wind und Wetter durch die Stadt. Was genau ihm in der Tram Angst machen würde, konnte er nicht sagen. Er hat ja noch nie einen Straßenbahnwagen von innen gesehen.

Ich sage: „Ich bin das nicht!“

Dass Prominente sich nicht unbedingt gerne in der U-Bahn begaffen lassen möchten, ist nachvollziehbar. Dennoch hört man hin und wieder von Berühmtheiten, die den direkten Kontakt zum Publikum nicht scheuen. Brit-Pop-Legende Noel Gallagher ist so einer. Der stets leicht größenwahnsinnig wirkende Ex-Chef der Band Oasis, der wahrscheinlich einen dreistelligen Millionenbetrag auf seinem Konto hat, lobt die U-Bahn in London immer wieder gerne. „Ich habe keinen Führerschein, und die öffentlichen Verkehrsmittel sind hier sehr praktisch“, sagte der in einem Interview mit dem „Rolling Stone“. „Und falls doch jemand kommt und fragt: ,Sind Sie Noel Gallagher?‘, dann sagt man einfach ,Nein. Nein‘. Und dann schauen sie einen an und denken: ,Ist er das?‘ Und man sagt mit ernstem Gesicht: ,Nein.‘ Und dann gehen sie weg.“

„Ja, ich bin es“

Selbst der noch berühmtere und noch reichere Paul McCartney soll hin und wieder den Vorort-Zug nach London benutzen, wenn er aus seinem außerhalb gelegenen Schlösschen mal kurz in die Innenstadt muss. Natürlich werde er dann immer angestarrt, sagte er, aber er reagiere gar nicht darauf. Erst wenn er aussteige, würde er den Leuten zurufen: „Ja, ich bin es tatsächlich.“ Ob’s stimmt? Man müsste mal täglich mit besagter Bahn fahren und warten, ob Sir Paul auch irgendwann mal mitfährt.

„Hoch lebe der König!“

In Madrid machten die Passagiere der U-Bahn vor ein paar Tagen große Augen, denn kein Geringerer als König Felipe VI saß mit ihnen im Wagen. Die Fahrt des Königs läutete die einjährigen Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Eröffnung der Madrider Metro ein. „Viva España!“ und „Hoch lebe der König!“ riefen Menschen auf dem Bahnsteig. Mehrere Passagiere begrüßte der 50 Jahre alte Monarch während der Fahrt per Handschlag. Ob sich der König anschließend eine Jahreskarte kaufte, ist leider nicht überliefert.