Trotz Rollstuhl eigenständig im Auto hinterm Steuer sitzen zu können, ist für viele Betroffene ein Herzenswunsch.
Trotz Rollstuhl eigenständig im Auto hinterm Steuer sitzen zu können, ist für viele Betroffene ein Herzenswunsch. | Foto: Adobe Stock / didesign

BNN-Beilage „Handicaps“

Rollstuhlfahrer am Steuer: Welche Umrüstungen und Nachweise sind erforderlich?

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Als Symbol für Unabhängigkeit und zur Fortbewegung im Alltag hat das Auto für viele Menschen nach wie vor einen hohen Stellenwert. Auch für Personen, die körperlich beeinträchtigt und auf einen Rollstuhl angewiesen sind, kann es eine Hilfe und Bereicherung im Alltag sein. Doch in diesem Fall ist man natürlich auch auf ein angepasstes Kraftfahrzeug angewiesen. Hinzu kommen jedoch auch bestimmte Nachweise, um die man sich kümmern muss.

Genau wie alle anderen, die mit dem Auto auf den Straßen unterwegs sein möchten, benötigen auch Rollstuhlfahrer einen Führerschein. Dafür bieten sich spezielle Fahrschulen für Menschen mit Behinderung an. Ansonsten besteht auch die Möglichkeit, einfach mit einer normalen Fahrschule zu sprechen und gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit dieser ein angepasstes Fahrzeug anzuschaffen, mit dem sich der praktische Teil des Lernens sowie die Abschlussprüfung absolvieren lassen. Anschließend ließe sich das gekaufte Fahrzeug nach dem Bestehen von dem Schüler übernehmen.

Zusätzliche Nachweise sind nötig

Zusätzlich zum Führerschein benötigen Rollstuhlfahrer allerdings noch weitere Nachweise, die belegen, dass sie trotz ihrer körperlichen Einschränkung problemlos in der Lage sind, ein Auto zu fahren. Zu diesen Nachweisen gehören zum Beispiel Eignungsgutachten vom TÜV, ärztliche Gutachten, medizinisch-psychologische Gutachten sowie eine Fahrprobe. Liegen diese vor, wird seitens der zuständigen Behörde entschieden, ob die betroffene Person geeignet ist. Hier sollte man sich im Voraus ausgiebig erkundigen, was genau benötigt wird.

Weitere Informationen rund um das Thema Handicaps finden sich auch in der aktuellen Beilage der BNN.
Weitere Informationen rund um das Thema Handicaps finden sich auch in der aktuellen Beilage der BNN. | Foto: hedgehog94 / Adobe Stock; Jérôme Rommé / Adobe Stock

Fahrzeug zeitig umrüsten lassen

Wer bereits einen Führerschein erworben hat, und anschließend erst durch einen Unfall oder eine Erkrankung einen Rollstuhl nötig hat, ist gesetzlich zwar nicht automatisch gezwungen, diesen Umstand an die Fahrerlaubnisbehörde weiterzuleiten. Dennoch empfiehlt es sich, dies zu tun, da man laut Gesetz dazu verpflichtet ist, andere Menschen im Straßenverkehr nicht zu gefährden. Darum sollte man also nicht nur sein Auto entsprechend umrüsten, sondern zur Sicherheit auch noch die erforderlichen Gutachten erstellen lassen, welche einwandfrei belegen können, dass man immer noch zum Fahren in der Lage ist.

Viele Fahrzeuge lassen sich im Nachhinein ohne allzu große Schwierigkeiten auf den Bedarf einstellen. Einige Hersteller bieten aber auch Modelle an, die speziell auf Rollstuhlfahrer angelegt und mit allen erforderlichen Einstellungen und Zusätzen ausgestattet sind. Zu den üblichen Umrüstungen für Autos zählen Handbediengeräte zum Beschleunigen und Bremsen, der Einbau von Einstiegshilfen, moderne Rollstuhlverladesysteme sowie spezielle Griffe am Lenkrad. Wer Fragen zu den verschiedenen Möglichkeiten hat, sollte sich bei Anbietern und Experten umfassend beraten lassen.

Weitere Artikel und Informationen zum Thema Handicaps finden Sie in der aktuellen Beilage der Badischen Neuesten Nachrichten.