Tiere und Boeller Katze von Katrin Lorbeer
Kater Joda ist zwar partytauglich - auf Silvester hat er dennoch keine Lust. | Foto: Sandbiller

Hunde, Katzen und Pferde

Wie Karlsruher Tierfreunde ihre Schützlinge durch die Silvesternacht bringen: „Sie haben sehr viel Stress“:

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An Silvester knallt es. Aber was machen Hund, Katze und Maus wenn draußen das neue Jahr begrüßt wird?  Was machen die Tierhalter in Karlsruhe? Und: Wie haben die Stubentiger und Fellbündel in den vergangenen Jahren auf die Knallerei reagiert?

Von unserer Mitarbeiterin Nina Setzler

Kater Joda verbringt den Jahreswechsel in der Waschküche. „Dort ist es warm, er kriegt sein Fressen und wir hoffen, dass er im Keller am wenigsten von dem Lärm mitbekommt“, sagt Besitzerin Katrin Lorbeer. Obwohl das Tier sonst absolut partytauglich sei, also wenig schreckhaft und auch fremden Menschen gegenüber aufgeschlossen, ist Silvester eine Ausnahmesituation. Ein Vorteil sei zumindest, dass Joda daran gewöhnt sei, nachts drinnen zu bleiben und zu schlafen.

Bei den Wellensittiche bleibt das Licht an

Hell erleuchtet bleibt die Silvesternacht für die Wellensittiche von Anka Schneider: Das Licht bleibt an, damit sie sehen, dass um sie herum alles in Ordnung ist, wenn draußen Knallfrösche und Raketen hochgehen. „Lärm mögen sie gar nicht, im Alltag erschreckt sie jedes Knattern von einem Motorrad. Dann zucken sie zusammen und sind in Habacht-Stellung,“ so Anka Schneider. Wenn sie mit ihrer Familie über Silvester nach Österreich fährt, schließen die Nachbarn alle Jalousien und Türen, damit Lucky und Luke möglichst wenig hören.

Rolladen runter für Hunde-Dame Livje

Auch Stefanie Kaba lässt die Rollläden herunter, nachdem sie am Silvesternachmittag einen letzten Spaziergang mit ihrem Hund macht. „Livje hat große Angst vor der Böllerei, sie kommt dann zu uns und hechelt die ganze Zeit. Wir versuchen, ihr mit eigener Ruhe zu zeigen, dass keine Gefahr besteht – aber so gut wie bei Babys funktioniert das bei Hunden leider nicht“, weiß Stefanie Kaba. In ihrem Altbau in der Südweststadt hoffe sie, dass ihr schwarzer Mischling irgendwie durch die Nacht kommt. „Danach schläft sie und ist erst mal völlig fertig. Als wir bei Freunden in einem Neubau gefeiert haben, war Silvester für Livje entspannter – das Haus war besser isoliert.“

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In der Begegnungsstätte Mensch-Hund läuft am 31. Dezember ab 23 Uhr das Radio. Dann sind auch mehr Betreuer als sonst vor Ort und versuchen, ihre empfindlichen Schützlinge so gut wie möglich durch Spielen oder Kuscheln abzulenken. Hierbei hilft auch, dass die Hunde nicht in einzelnen Boxen, sondern zusammen in Zimmern leben und auch mal im Rudel durchs Haus laufen.

Islandpferde rennen wild über die Koppel

Den Islandpferden von Kerstin Koschorke hilft ebenfalls die Nähe zueinander. „In der Silvesternacht haben sie sehr viel Stress, zumal es ja schon Tage vorher knallt. Sie rennen dann auf der Koppel herum und bleiben als Herde zusammen, damit sie am wenigsten angreifbar sind“, so die Pferdebesitzerin aus Grünwettersbach. In der letzten Nacht des Jahres nimmt sie ihren Sekt und Freunde mit an den Koppel-Zaun, um bei den Pferden zu sein. „Sie kommen dann zu uns, auch die älteren Pferde geben den jüngeren Rückhalt. Aber Stress haben sie trotzdem alle.“

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Pferde auf dem Rosenhof in Karlsruhe sind hingegen abgehärtet

Ganz anders in der Reitanlage Rosenhof: „Eigenartig, aber Silvester macht unseren Pferden keine Probleme. Wir achten natürlich drauf, dass in der Nähe niemand einen Böller zündet, und gehen auch rüber in den Stall. Aber dann stehen sie immer ganz entspannt in ihren Boxen“, so Leiterin Andrea Breitenfeld. Sie vermutet, dass ein nahe gelegener Schießstand über die Jahre für Abhärtung gesorgt hat.