Grünanlagen sind nicht der beste Parkplatz für Fahrräder.
Grünanlagen sind nicht der beste Parkplatz für Fahrräder. | Foto: Hora

Auch am Fahrbahnrand möglich

Wie man sein Fahrrad legal und sicher abstellt

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An einem Fahrradständer ist die Sache ja noch simpel – aber wie parkt man das Rad korrekt im öffentlichen Raum, wenn Abstellanlagen fehlen? Wann ist eine Beleuchtung Pflicht? Und wie wappnet man sich möglichst gut gegen Diebe?

Die gute Nachricht zuerst: Die Straßenverkehrsordnung (StVO) kennt keine Parkverbote für Fahrräder. Was Radler freuen dürfte, ist für Stadtplaner und Ordnungsamt eher ein Ärgernis: Keine Kommune kann das Abstellen an neuralgischen Flächen wie zum Beispiel Bahnhöfen verbieten. „Das ist rechtlich nicht in den Griff zu kriegen“, erklärt Ulrich Wagner vom Karlsruher Stadtplanungsamt.

Fahrräder und elektrische Kleinstfahrzeuge dürfen überall stehen

Solange ein verkehrstüchtiges Fahrrad niemanden behindert oder gefährdet, darf es also grundsätzlich überall stehen – auf dem Gehweg und auf öffentlichen Plätzen genauso wie am Fahrbahnrand. Das gilt für normale Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder und Räder mit Anhängern.


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Auch für E-Scooter gelten laut einer Verordnung „die für Fahrräder geltenden Parkvorschriften“. Manche Städte haben hierzu zwar bereits Einschränkungen beschlossen, in Karlsruhe werden die Scooter auf dem Gehweg aber geduldet. Der Bundesrat hat kürzlich außerdem eine StVO-Änderung abgelehnt, nach der das Abstellen solcher Fahrzeuge dort nur noch mit Einwilligung der Kommunen möglich gewesen wäre.

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Abstellen auf der Straße tagsüber erlaubt

Da Fahrräder im rechtlichen Sinne Fahrzeuge und damit in vielerlei Hinsicht Autos gleichgestellt sind, dürfen sie auch auf der Straße parken. Sie müssen dann längs am rechten Fahrbahnrand abgestellt werden. Aber: Wer sein Fahrzeug so parkt, muss es laut StVO bei Dunkelheit beleuchten.

Fahrzeuge, die ohne Schwierigkeiten von der Fahrbahn entfernt werden können, wie […] Fahrräder […], dürfen bei Dunkelheit dort nicht unbeleuchtet stehen gelassen werden.

Die StVO über das Abstellen auf der Straße

In der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung ist geregelt, dass dafür auch eine reflektierende Parkwarn-Tafel ausreicht. Die Karlsruher Polizei weist aber darauf hin, dass das nur für parkende Fahrzeuge, nicht jedoch für abgestellte Fahrräder gilt. Diese sind laut Polizei bei Dunkelheit von der Fahrbahn zu entfernen.

„Das Abstellen eines unbeleuchteten Fahrrads auf der Fahrbahn kann als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr gewertet werden“, so die Aussage der Karlsruher Verkehrspolizei.

Der Bundesrat hat übrigens erst kürzlich darüber diskutiert, das Abstellen von Rädern am Fahrbahnrand zu untersagen. In der nun beschlossenen Novelle der Straßenverkehrsordnung wurde davon jedoch wieder Abstand genommen. Das Abstellen auf der Straße bleibt also erlaubt, weil der Bundesrat der Ansicht war, eine Änderung wäre nicht mit dem Ziel der Förderung des Radverkehrs vereinbar gewesen.

So viel Platz muss auf dem Gehweg freibleiben

Egal ob auf der Straße oder auf dem Gehweg, abgestellte Fahrräder dürfen kein Verkehrshindernis darstellen. Wer den kompletten Bürgersteig zuparkt oder andere mit dem parkenden Fahrrad gefährdet, muss damit rechnen, dass es entfernt wird.

Rollstühle und Kinderwägen müssen noch durchkommen. Birke Bronner vom Karlsruher Stadtplanungsamt erklärt, wie viel Platz wirklich nötig ist: „Die Rechtsprechung geht oft von 90 Zentimetern bis einem Meter aus.“

Die Abstellbügel am Karlsruher Zirkel sind häufig belegt.
Hier stehen Fahrräder sicher und korrekt: Die Abstellbügel am Karlsruher Zirkel sind häufig voll belegt. | Foto: Hora

Fahrradfahrer sollten beim Abstellen außerdem darauf achten, dass das Rad nicht umstürzen und dabei andere Fahrzeuge oder Gegenstände beschädigen kann. Zwar muss im Falle des Falles ein Verschulden nachgewiesen werden. Der ADFC weist jedoch darauf hin, dass es dafür laut einem Urteil des Amtsgerichts Düsseldorfs bereits ausreicht, wenn man nahe an einem Auto parkt.

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Apropos Auto: Darf man ein Fahrrad auf einem kostenpflichtigen Auto-Parkplatz abstellen, wenn man einen Parkschein kauft? Nein, sagt die Karlsruher Polizei. Denn laut StVO ist platzsparend zu parken. „Einen kompletten Auto-Parkplatz mit einem Fahrrad zu belegen, ist somit nicht erlaubt.“

Eng abschließen als Diebstahlschutz

Wer Dieben keine Chance geben möchte, sperrt sein Rad natürlich an Fahrradständern oder notfalls auch an Laternen an. Das Schloss sollte dabei nach Möglichkeit beide Räder und den Rahmen sichern – einfacher und noch sicherer geht es mit zwei separaten Schlössern, idealerweise mit unterschiedlichen Schließmechanismen.

Hängen Teile eines Schlosses lose bis auf den Boden, können Diebe leicht mit dem Bolzenschneider ansetzen. Daher gilt es, so hoch und fest wie möglich abzuschließen. Die Polizei empfiehlt, das Schlüsselloch nach unten weisen zu lassen.

Wenn zahlreichen Fahrradbesitzern die eigene Rahmennummer bekannt ist, wird der Fahrraddiebstahl unattraktiver.

Polizei Karlsruhe

Eine hilfreiche Abschreckung gegen Diebe ist außerdem eine deutlich sichtbare Markierung des Fahrrads. Der ADFC codiert in Karlsruhe Räder auch von Nichtmitgliedern gegen einen geringen Betrag. Die Polizei bietet den Fahrrad-Pass an, mittlerweile sogar digital als App.

Wer den Pass ausfüllt, erhöht die Chance, ein als Diebesgut aufgefundenes Fahrrad zurückzubekommen. „Wenn zahlreichen Fahrradbesitzern die eigene Rahmennummer bekannt ist, wird der Fahrraddiebstahl unattraktiver“, schreibt die Karlsruher Polizei.

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