Der KSC hat eine neue kleine Serie gestartet | Foto: GES

Deftige Klatsche im Wildpark

Wiesbaden zerlegt überforderten KSC

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Autsch, das hat wehgetan: Statt des erhofften Anschlusses an die Aufstiegsränge gab es für den Karlsruher SC gegen SV Wehen-Wiesbaden im heimischen Wildparkstadion eine deftige Klatsche. Der KSC geriet bereits nach wenigen Minuten völlig aus der Spur und unterlag deutlich.

„Wir wollen natürlich so schnell wie möglich zurück in die zweite Bundesliga“ – das hatte KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer vor dem Spiel gegen Wehen Wiesbaden erklärt. „Natürlich versuchen wir dieses Jahr wieder einen Anlauf zu starten“, gab Kreuzer den Profis des Karlsruher SC mit auf den Weg.

Das, was dann folgte, war allerdings nichts von dem, was sich der KSC am Sonntagmittag vor heimischem Publikum vorgestellt hatte. Statt nach der Niederlage in Rostock in die positive Spur zurückzukommen, gerieten die Karlsruher bereits nach wenigen Minuten völlig aus der Spur und unterlagen am Ende mit 2:5 (1:4) deutlich.

Trauerflor für Fahrer

Personell war der KSC unverändert an den Start gegangen, lediglich auf der Bank gab es eine Veränderung. Mario Schragl nahm für den nach einem Unfall ausfallenden Sven Müller als Ersatzkeeper platz. Nach einer Schweigeminute für Emil Fahrer, Sponsor des KSC, ging es mit Trauerflor los. Auch die Fans ehrten Fahrer mit einem Banner.

Den ersten Torschuss gab Daniel Kofi Kyereh (3.) auf das Tor der Karlsruher ab, brachte aber Torwart Benjamin Uphoff nicht in Bedrängnis. Die Hausherren dagegen agierten zu ungenau gegen die gut stehenden Wiesbadener.

Tor für die Gäste nach elf Minuten

Gab es die ersten zehn Minuten keine Chance, war es Sebastian Mrowca (11.), der mit der ersten zum 1:0 für Wiesbaden traf. Manuel Schäffler hatte mit seinem Pass auf Jules Schwadorf die Aktion eingeleitet. Der legte schnell quer vors Tor, wo der frei einlaufende Mrowca ungehindert die Kugel in die Maschen versenken durfte.

Den ersten gefährlicheren KSC-Schuss aufs Tor gab Kyoung-Rok Choi (16.) ab, Gäste-Keeper Markus Kolke jedoch war zur Stelle. Die Karlsruher kamen nun beser vors Tor der Gäste. Immer kam jedoch ein Fuß der Wiesbadener dazwischen.

Dagegen brachten die Gäste per Freistoß an der Strafraumgrenze wieder Gefahr, Uphoff (21.) jedoch klärte gut. Zwar hatte Marvin Pourié (22.) die nächste gute Möglichkeit für die Karlsruher, das Leder flog aber knapp über den Kasten der Wiesbadener.

Zweites Gegentor

Durch viele Ungenauigkeiten und Fehlpässe luden die Hausherren Wehen immer wieder zu guten Angriffen ein. Zu wenig Zug und Genauigkeit hinderte den KSC auch offensiv daran, erfolgreich zu sein. So schnappte sich Marc Lorenz (28.) zwar den Ball, seine Flanke konnte der Koreaner Choi im KSC-Dress aber nicht erreichen.

Dann zappelte der Ball erneut im Tor von Uphoff: Die Wiesbadener kamen frei vor sein Tor und als er den Schuss von Schäffler nicht sicher hatte, nutzte Kyereh (28.) seine Chance: Er nahm Uphoff das Leder vor den Händen ab und schob zum 2:0 ein. Die Gesichter der Fans wurden länger.

Zwei Elfer

Es sollte aber noch nicht genug der Enttäuschung sein: Nach einem Eckball foulte Marc Lorenz (33.) Niklas Dahms und Schiedsrichter Daniel Siebert entschied auf Strafstoß, den Manuel Schäffler mustergültig zum 3:0 für Wiesbaden verwandelte.

Einen zweiten Elfer gab es gleich darauf auf der anderen Seiten: Nach Angriff des KSC flog die Kugel an die Hand von Titsch Rivero und es gab Handelfmeter. Anton Fink (35.) trat an und schoss das 1:3, den Anschlusstreffer für den KSC.

Nun sollte unbedingt das zweite Tor für die Hausherren her. Fink (40.) fand mit seinem Pass in den Strafraum aber keinen Abnehmer und auch Choi (42.) vergab alleine vor dem Tor, nahm die Kugel zu weit mit und schoss ans Außennetz.

Kyereh zerstörte dann die Hoffnung des KSC, mit einem 2:3 in die Pause gehen zu dürfen: Er schon nach Pass von Schäffler zum 4:1 für Wehen Wiesbaden ein. Nun war es weitestgehend ruhig geworden im Wildpark. Ein solches Halbzeitergebnis hatten die Karlsruher sehr, sehr lange nicht gesehen.

„Zweite Hälfte gewinnen“

„Wir müssen die zweite Halbzeit gewinnen“, forderte KSC-Co-Trainer Dimitrios Moutas. Nach Wiederanpfiff saßen noch nicht alle 12.685 Zuschauer auf ihren Plätzen, als Kyereh (46.) den nächsten Schuss aufs Tor abgab und es nur haarscharf verfehlte. Auch Anton Fink (53.) verfehlte mit seinem Schuss das Tor knapp.

Zwar machte der KSC weiter Druck, Wehen stand jedoch gut. Dagegen brachte man die Gäste bald wieder durch eigene Fehler ins Spiel und zu Möglichkeiten. So fiel auch das fünfte Tor aus einem Freistoß der Gastgeber.

Tor Nummer fünf

Der KSC stand völlig neben sich, Schwadorf lief alleine aufs Tor zu, legte rüber zu Kyereh (58.), der lief Damian Roßbach davon und schob zum 5:1 ein. Und sogar ein sechstes Tor hatte Alf Mintzel (60.) mit seinem Freistoß auf dem Fuß, Uphoff jedoch war zur Stelle.

Eisige Stille

Die Fans des KSC hatten genug gesehen. Fehlpässe, teilweise lethargische Antritte und Ungenauigkeiten ließen sie verstummen und teils fassungslos das Geschehen auf dem Rasen betrachten. Fahnen wurden eingepackt, eisige Stille herrschte im Fanblock.

Auf dem Rasen passte beim KSC weiter nicht viel zusammen. Ungenau Aktionen, Ballverluste und fahrlässige Chancenverwertung ließen die Laune der Anhänger nicht besser werden und so sah man bereits eine Viertel Stunde vor Abpfiff zahlreiche Fans das Stadion verlassen.

Bitter zudem, dass Damien Roßbach verletzt (Rücken) raus musste – für ihn kam Tim Kircher. Und dann durften die verbliebenen Karlsruher Anhänger doch noch ein wenig jubeln: Wiesbaden passte nicht auf, Pourié (80.) lief ungehindert durch und schob zum 2:5 ein. Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer für die KSC-Fans, dass das Ergebnis nicht ganz so bitter aussehen würde. Die durften dann aber auch sehen, wie sich die Badener ihre Chancen selbst zunichte machten oder sich gegenseitig behinderten.

Dennoch drängte der KSC weiter. Manuel Stiefler (86.) scheiterte bald ebenso an Schlussmann Kolke, wie wenig später Martin Röser (88.). So blieb es bei der 2:5-Klatsche und der Hoffnung bei den KSC-Fans, dass dies nur ein kleiner, bitterer Ausrutscher war.

KSC: Uphoff, Roßbach (78. Kircher), Gordon, Pisot, Thiede, Wanitzek, Stiefler, Lorenz, Fink (61. Röser), Choi (61. Groiß), Pourié.