Woche der Brüderlichkeit
Im Zuge der Woche der Brüderlichkeit wird "Instant Integration" gezeigt | Foto: Grünschloß

„Mein Herz tanzt“ im Kino

Woche der Brüderlichkeit setzt in Karlsruhe auf Lesung und Theater

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„Angst überwinden – Brücken bauen“: So ist in diesem Jahr die Woche der Brüderlichkeit überschrieben. Veranstaltet wird sie von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Für Karlsruhe hat sie folgendes Programm zusammengestellt.

Eröffnung der Woche

Auftakt ist am Sonntag, 18. März, um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses am Marktplatz. Die Festansprache hält der katholische Theologe und Priester Heinz-Günther Schöttler. Bürgermeister Klaus Stapf begrüßt. Das Musikprogramm gestaltet das deutsch-israelisch-italienische Duo BaraZìk (Klarinette/Gitarre). Der Eintritt ist frei.

Lesung

Bei einer Lesung am Dienstag, 20. März, geht es ab 19 Uhr in der Badischen Landesbibliothek um das Leben der Glückel von Hameln.

1689 wurde die Jüdin mit 43 Jahren Witwe. Sie übernahm den Gold- und Juwelenhandel ihres Mannes, reiste zu allen großen Messen innerhalb Deutschlands und wurde zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau.

Erste Autobiografie

Für ihre Kinder und Enkel verfasste sie ihre Memoiren. Heute gelten sie als erste Autobiografie einer Frau in Deutschland.

Berichtet wird in der musikalisch von Alexander Hildebrand an der Klarinette begleiteten Lesung von Gisela Straehle und Stefan Viering von den Restriktionen, denen das Gewerbe unterlag, von der Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung sowie vom Wiederaufflackern der Pest in Hamburg. Der Eintritt ist frei.

Film

„Mein Herz tanzt“ heißt die Produktion, die die Schauburg anlässlich der Woche der Brüderlichkeit zeigt. Es ist ein Werk von Eran Riklis. In Israel zählt er zu den bedeutendsten Filmemachern.

Die Erzählung beruht auf dem halb-autobiografischen Roman des in den USA lebenden Sayed Kashua, der Korrespondent der israelischen Tageszeitung Haaretz ist.

Besondere Freundschaft

Es ist die Geschichte von Eyad, der als erster Palästinenser an einer Elite-Schule in Jerusalem angenommen wird. Yonatan, ein Außenseiter wie Eyad, sitzt im Rollstuhl. Zwischen den beiden entwickelt sich eine besondere Freundschaft.
Als sich die schöne Naomi in Eyad verliebt, nimmt sein Leben eine neue Wendung – denn gegenüber der Familie muss das geheim bleiben.

Mein Herz tanzt

„Mein Herz tanzt“ ist bereits am Mittwoch, 14. März, ab 19 Uhr in der Schauburg zu sehen. Das Kino in der Südstadt zeigt den Streifen zudem am Donnerstag, 15. März, ab 10.30 Uhr für Schulklassen.

Das Angebot richtet sich an die Stufen ab Klasse neun. Anmeldung hierfür telefonisch unter (0721) 1334562 oder unter (0721) 9510654.

Theater

Das Badische Staatstheater präsentiert gleich drei Produktionen im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit, nämlich „Judas“, „Wahnfried“ und „Instant Integration – Anruf genügt“.

Ein Mann will sich erklären

„Judas“ ist am Donnerstag, 22. März, ab 20 Uhr in der katholischen Kirche St. Elisabeth in der Südendstraße zu sehen. Folgendes erzählt das Stück mit dem Schauspieler Timo Tank: Ein Mann will sich erklären.

Seit fast 2.000 Jahren trägt er eine Geschichte mit sich herum, doch nun geht er mit seiner Sicht der Dinge an die Öffentlichkeit. Sein Anteil an der Kreuzigung von Jesus Christus lässt ihm nämlich keine Ruhe.

Insiderwissen oder Schutzbehauptung?

Und so berichtet er von der bewegten Zeit mit seinem Meister, der ihm zum Freund wurde. Sind es Schutzbehauptungen oder handelt es sich um nicht hinterfragbares Insiderwissen, was Judas Iskariot da dem Publikum präsentiert?

War alles nur eine Verkettung unglücklicher Umstände oder hat sich auf Golgatha ein göttlicher Plan erfüllt? Wie ist Judas Rolle in der Passionsgeschichte zu bewerten?

„Wahnfried“ von Avner Dorman

„Wahnfried“ von Avner Dorman ist am Freitag, 23. März, am 20 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters zu erleben.

Erzählt wird die Geschichte des Wagner-Clans. Der bestimmt nach dem Tod des Meisters von Bayreuth aus, was als Wagners Erbe zu gelten hat. Der Zuschauer wird Zeuge eines grotesken und provokanten Kampfes hinter den Mauern von Wahnfried um die Deutungshoheit von Wagners Werk und Leben.

Anruf genügt

„Instant Integration – Anruf genügt“ heißt es am Freitag, 23. März, ab 20 Uhr sowie am Samstag, 24. März, ab 19.30 Uhr jeweils im Studio des Staatstheaters.

Es geht unter anderem um folgende Fragen: Wie integrierbar sind wir? Wer kann mit wem? Werden wir Freunde, möglicherweise Paare? Oder bleiben wir lieber Beobachter?

Kleine Tische mit Telefon

Die Besucher erwarten kleine Tische mit Telefon, eine Tanzfläche, gemütliches Licht und jede Menge überraschende Fragen, die sie mit jemandem am anderen Ende der Leitung ins Gespräch bringen.

Karten für alle drei Produktionen können telefonisch unter der Nummer (07 21) 93 33 33 reserviert werden.

Synagogenführung

Was ist koscher? Was bedeutet eigentlich Shabbat – und was ist an diesem Tag erlaubt, was gläubigen Juden hingegen verboten? Fragen wie diese werden bei einer Führung durch die Synagoge in der Knielinger Allee in der Nordstadt beantwortet.

Los geht es am Sonntag, 25. März, um 11 Uhr. Die Führung übernimmt Daniel Nemirovsky, Geschäftsführer der Jüdischen Kultusgemeinde. Männer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich.