Hafenstraße für Radler und Angler von Logistikunternehmen Contargo gesperrt. | Foto: Kuld

Petition gestartet

Wörther kämpfen um die Hafenstraße

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Auf der anderen Seite des Rheins gibt es Ärger, der seit diesem Sommer auch die Radpendler und Ausflugsradler aus Karlsruhe betrifft: Seit dem 15. Juli ist die Hafenstraße in Wörth, ein von Anglern, Wassersportlern und Fahrradfahrern gern genutzter Weg, gesperrt. Veranlasst hat die Sperrung das Logistikunternehmen Contargo, das das Hafenterminal in Wörth betreibt und die daran entlangführende Hafenstraße von den Hafenbetrieben Ludwigshafen am Rhein (HLaR) gemietet hat.

Die Sperrung begründet Contargo mit Sicherheitsbedenken: Das Rangieren der Seecontainer könne zu Unfällen führen. Das Unternehmen hatte bereits 2017 angekündigt, die Straße sperren zu wollen. Als die Stadt Wörth die Berechtigung dazu verweigerte, reichte das Land Rheinland-Pfalz Klage ein – dieser wurde stattgegeben. Die Argumentation der Contargo und vor allem die Sperrung der Hafenstraße führen in Wörth zu Protesten sowohl der Verwaltung als auch aus den Reihen der Bürger.

Seit 50 Jahren ist kein Unfall passiert.

Bürgermeister Dennis Nitsche

„Die Hafenstraße ist seit weit mehr als 50 Jahren Erschließungsstraße für in diesem Gebiet ansässigen Vereine, Spaziergänger und Fahrradfahrer. Vor allem für die Radler ist dieser Weg nach Norden nicht nur schneller, sondern auch sicherer. Dort ist in 50 Jahren kein Unfall passiert“, sagte Wörths Bürgermeister Dennis Nitsche auf Anfrage der BNN.

Radler müssen Umweg fahren

Tatsächlich müssen Radfahrer, die jetzt in Richtung Jockgrim unterwegs sind, auf dem Radweg bis zum Bahnhof Wörth zunächst die Zu- und Abfahrtsstraßen zu drei Kreisverkehren kreuzen. Anschließend geht es zweimal mittels einer Furt über die Maximilian-/Bahnhofstraße, bevor die Radfahrer wieder in – aus ihrer Sicht – „sicheres Gelände“ kommen.

Aktionsbündnis wehrt sich

Um Anglern und Seglern den Zugang zu ihren Gebieten zu erleichtern, hat die Stadtverwaltung in der Zwischenzeit einen Deichweg von Maximiliansau ausbauen lassen. In Wörth setzen sich das Aktionsbündnis Hafenstraße und die Interessengemeinschaft Radweg Ritterhecke gegen die Sperrung zur Wehr. Sie verteilen Flyer und initiierten Ende Juli eine Petition auf dem Onlineportal openpetition.de, die beim Land eingereicht werden soll. Das Sammelziel von 500 Unterstützern war bereits nach wenigen Tagen erreicht, am Mittwoch hatten knapp 1300 Personen ihren Rückhalt kundgetan.

Stadt will neue Straße, Land lehnt ab

Das Thema Hafenstraße ist nicht neu, wie Dennis Nitsche berichtet. Schon seit 2008 sei in Wörth darüber diskutiert worden, ob das Wegstück dem Hafen zugeschlagen werden soll und die Stadt eine Alternative baue. Mittlerweile habe die Verwaltung diesen Plänen eine klare Absage erteilt: Ein solches Projekt koste nicht nur immens viel Geld, sondern habe in Hinblick auf die umgebenden Rheinauen auch wenig Aussicht auf Erfolg. „Da würden die Klagen der Naturschutzverbände nicht lange auf sich warten lassen.“

Hoffnung ruht auf Radschnellweg

Dennoch ist Nitsche guter Dinge, dass es mittelfristig eine Lösung geben wird: „Wir führen regelmäßig Gespräche mit allem Beteiligten. Und das Land denkt darüber nach, einen Radschnellweg zu bauen“, so der Bürgermeister. Dass der aber nicht schon im nächsten Sommer zur Verfügung stehen wird, ist klar: „Drei Jahre werden bestimmt ins Land ziehen, bis es soweit ist“, sagt Nitsche. Solange müssen sich die Radfahrer mit dem Radweg entlang der Kreisverkehre begnügen.

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