Der Bedarf an neuen Wohnungen ist vor allem in Karlsruhe und in den Mittelzentren der Region, Städten wie Bretten, Rastatt, Bühl oder Gaggenau (Foto) weiterhin groß.
Der Bedarf an neuen Wohnungen ist vor allem in Karlsruhe und in den Mittelzentren der Region, Städten wie Bretten, Rastatt, Bühl oder Gaggenau (Foto) weiterhin groß. | Foto: Bernd Kamleitner

Umfangreiche Studie

Wohnungsmarkt vor allem in Karlsruhe und Umland angespannt

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Die Menschen in Karlsruhe und Baden-Baden sowie in den Landkreisen Karlsruhe und Rastatt sind offenbar fast durchweg mit ihrer Wohnsituation und ihrem Wohnumfeld „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. Bei einer repräsentativen Telefonumfrage unter 6 000 Haushalten gaben jedenfalls 98,9 Prozent dieses Urteil zur Wohnsituation ab.

Hohe Wohnzufriedenheit in der Region

Beim Wohnumfeld lag die Zustimmung sogar bei 98,9 Prozent. „Weniger zufrieden“ oder „nicht zufrieden“ sind lediglich zwei Prozent mit der Wohnsituation und 1,1 Prozent mit dem Wohnumfeld, heißt es in der Studie.

Das spricht für die Attraktivität unserer Region

„Wir waren echt überrascht über die hohe Zufriedenheit“, sagte Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, bei der Vorstellung der Studie am Dienstagabend im Haus der Wirtschaft in Karlsruhe im Gespräch mit dieser Zeitung. „Das spricht für die Attraktivität unserer Region“, folgerte der Verbandsvorsitzende und Karlsruher Landrat Christoph Schnaudigel aus der Erhebung, die vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium gefördert wurde. Der CDU-Politiker sieht im Ergebnis „eine Bestätigung der bisherigen Wohnraumpolitik im Rahmen der Regionalplanung“.

Datensatz gibt Kommunen Orientierung bei der Bauleitplanung

„Eine solche detaillierte Datengrundlage hatten wir bislang noch nicht“, erläuterte Hager. Der umfangreiche Datensatz soll nun den Kommunen bei der Bauleitplanung eine Orientierung geben. „Das ist extrem wichtig für die Weichenstellung in der Region“, kommentierte Katrin Schütz, Staatssekretärin im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium die Studie.

Wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen

„Wir brauchen mehr Wohnungen – vor allem bezahlbare“, sagte die CDU-Politikerin aus Karlsruhe. . In der Landesregierung habe dieses Thema deshalb „erste Priorität“. Konkrete Umzugspläne äußerten drei Prozent der Befragten, weitere 5,3 Prozent deuteten an, dass sie in den nächsten drei Jahren umziehen wollten.

Größte Probleme bei Wohnungssuche in Karlsruhe

Die mit Abstand größte Gruppe dieser Wohnungssuchenden lebt in Karlsruhe. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) bestätigte, dass der Wohnungsmarkt im und um das Oberzentrum deutlich angespannt sei.

Wunsch nach den eigenen vier Wänden

Der häufigste Grund für einen Umzug ist der Wunsch nach den eigenen vier Wänden. Familien bevorzugen ein eigenes Haus, junge Erwachsene eher die kleine Mietwohnung.

Menschen ab 55plus wollen in  großer Wohnung bleiben

Interessanter Aspekt: Menschen im Alter von 55 plus, die nach dem Auszug ihrer Kinder oft in großen Wohnungen leben, wollen diese nicht aufgeben. 85 Prozent der Befragten ließen wissen, dass sie im Alter nicht umziehen wollen.

Einwohnerzahl in Region steigt durch Zuzug weiter

Die Zahl von 1,025 Millionen Einwohnern in der Region wird trotz weniger Geburten als Sterbefälle weiter steigen, weil mehr Menschen zuziehen wollen. Der Anteil an Ausländern in der Region liegt bei 11,7 Prozent. Im Zeitraum von 2012 bis 2015 ist ihr Anteil im Kreis Rastatt mit 31,3 Prozent am stärksten gewachsen – in Baden-Baden waren es 30,5, in Karlsruhe 22,7 und im Kreis Karlsruhe 26,6 Prozent.

 

Wer wohnt wie? Mit einer Studie wollten der Regionalverband Mittlerer Oberrhein und die Stadt Karlsruhe die Wohnverhältnisse in Karlsruhe und Baden-Baden sowie den Landkreisen Rastatt und Karlsruhe erforschen. Am Telefon wurden 2 002 Haushalte in Karlsruhe und 4 000 in der übrigen Region nach der Wohnsituation, der Zufriedenheit mit Wohnung und Umfeld sowie Wohnwünschen und eventuellen Motiven für einen Umzug befragt. Demnach gibt es in der Region rund 220 000 Wohngebäude. Den größten Anteil mit 59,6 Prozent haben Einfamilienhäuser. Dahinter folgen Zweifamilienhäuser (21,4 Prozent) und Mehrfamilienhäuser (18,9 Prozent). In Baden-Baden ist jede zweite der 11 000 Immobilien ein Einfamilienhaus. Den größten Anteil an Einfamilienhäusern hat jedoch der Kreis Karlsruhe mit 65,3 Prozent (113 000). Im Kreis Rastatt sind es 58,6 Prozent (32 036). In Karlsruhe liegt der Anteil bei 48,2 Prozent. Der Großstadtcharakter wird aber daran deutlich, dass 15 300 der 41 000 Wohngebäude in der Fächerstadt drei oder mehr Wohnungen haben. Insgesamt haben diese 15 300 Gebäude über 115 000 Wohnungen – das sind 76,3 Prozent aller Wohnungen und 7,5 Wohnungen pro Immobilie. Laut der Studie leben 63,5 Prozent der Menschen in der Region in den eigenen vier Wänden. kam