Generation Smartphone
Die Generation Smartphone erforscht bei den 15. Schülertagen Karlsruhe in Agenda-21-Workshops Themen, die Jugendliche für Gleichaltrige organisiert haben. Auch Medienkompetenz ist ein Stichwort. | Foto: von Jutrczenka/dpa

Schülertage mit Rekordangebot

Workshops im Park für knapp 1000 Karlsruher Jugendliche

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21 Workshops zur Agenda-21-Aktion der Vereinten Nationen: Die Schülertage Karlsruhe bringen bei ihrer 15. Auflage ein Rekordangebot in den Otto-Dullenkopf-Park. Bis zu 1000 Menschen erwarten die Organisatoren im Verlauf der vier Veranstaltungstage von Dienstag bis Freitag, 17. bis 20. Juli 2018, auf dem Zirkusgelände.

Angemeldet sind 963 Teilnehmer

963 Schüler ab Klassenstufe acht sind angemeldet, dazu werden hochkarätige Referenten und engagierte Lehrer als Begleiter erwartet. Die bundesweit in dieser Form einzigartigen Schülertage brechen diesmal ohne Zustrom aus dem Landkreis zudem beinahe den Teilnehmerrekord.

Programm von Jugendlichen für Jugendliche

Den Erfolg des Konzepts erklären die Veranstalter im städtischen Agendabüro damit, dass die jungen Leute weitgehend selbstständig arbeiten – professionell betreut, inhaltlich aber eigenständig.

Billigmode, Mobbing, Parolen

Gesellschaftskritik, soziale, kulturelle oder politische Themen, die Jugendliche interessieren, kommen auf den Tisch: Mode aus südostasiatischer Billigproduktion, Mobbing und falsche Schönheitsideale, rassistische Parolen und Klimaschutz. „Diese Freiheit garantiert Aktualität. Dadurch laufen sich die Schülertage Karlsruhe nicht tot“, erklärt Susanne Gerner, die Fachbereichsleiterin für Umweltpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit im Amt für Umwelt der Stadt Karlsruhe.

Es geht auch um Netzwerke

Farbtupfer bei den Schülertagen sind die jungen Mitglieder einer nicaraguanischen Zirkustruppe. Weil sie derzeit in Karlsruhe ihre Künste zeigen, können sie den hiesigen Gleichaltrigen von ihrem Leben erzählen. Dabei treffen „alte“ und neue Schülerorganisatoren zusammen. Netzwerke zu knüpfen, lehren die Schülertage auch.

Mancher erwirbt Managementqualitäten

Rainer Kastner vom Umweltamt beobachtet: „Manche Aktive gehen mit Managementerfahrung aus der Schulzeit.“ Die Teilnehmer erproben, wie Beteiligung funktioniert. Die Generation Smartphone kann auch Medienkompetenz entwickeln: Wie Blogger Geld verdienen und was passiert, wenn Fotos oder O-Töne aus dem Zusammenhang gerissen werden, vermitteln Journalistinnen des SWR-Jugendradioprogramms „Das Ding“ aus Baden-Baden. Ein anderer Workshop vermittelt Selbstverteidigung – „on- und offline“.

Das Zirkusgelände ist ideal

Paula Belzer, die zum vierten Mal die Karlsruher Schülertage betreut, hat nun heiße, aber auch spannende Tage vor sich. „Das Zirkusgelände ist ideal dafür, Ausschau zu halten, was sich gut ergänzen kann.“ Jeder Jugendliche, ob Organisator oder Teilnehmer, nehme nützliche Erkenntnisse mit: „Sobald sie das Prinzip der Beteiligung verstehen, steckt ganz viel Qualität hinter ihrem Engagement.“