Schlosslichtspiele
Die Vorbereitungen auf die Schlosslichtspiele laufen | Foto: jodo

Architektur ist Schwerpunkt

Zaha Hadid Architects und Greg Lynn für Schlosslichtspiele verpflichtet

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International renommierte Architekten werden bei den diesjährigen Schlosslichtspielen Projektionen präsentieren: Wie das ZKM mitteilt, wurden das global agierende Studio der 2016 verstorbenen Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid und der aus den USA stammende Goldener Löwe Preisträger Greg Lynn verpflichtet.

Zaha Hadid Architects setzt auf computergenerierte Menschen

Das Londoner Architekturbüro Zaha Hadid Architects entwickelt für die Schlosslichtspiele die Arbeit „Behaviour Morphe“: Das sei als ein Experiment zu verstehen, geometrische Architekturformen und Musik mit menschlichen Verhaltensweisen zu synthetisieren („Morphing“).

Die Schlossfassade wird zum Lebensraum für computergenerierte Menschen, die sich bewegen, miteinander interagieren und aufeinander reagieren. Diese Abläufe bringen Formen hervor, aus denen Zellstrukturen erwachsen, die abhängig sind von biologischem Wachstum und Anpassung.

Neueste Forschungsergebnisse

Die Vision von Zaha Hadid Architects ist es, über Algorithmen beziehungsweise über assoziative Logiken Dinge zu entwickeln, die sich visuell wie eine natürliche Umgebung erschließen.

Zaha Hadid
Zaha Hadid Architects setzt in „Behaviour Morphe“ auf computergenerierte Menschen | Foto: pr

„Behaviour Morphe stellt unsere neuesten Forschungsergebnisse im Bereich Design und kollaboratives Design vor. Indem wir komplexes menschliches Verhalten mit Dynamiken der Formgebung und Formanpassung verbinden, schaffen wir ein neues räumliches Toolkit, das den User in das Zentrum von Design und Gebäuden rückt”, erklärt Helmut Kinzler von Zaha Hadid Architects.

Computerprogramme im Mittelpunkt

Auch für Greg Lynn spielen Computerprogramme eine zentrale Rolle: Er nutzt Algorithmen, um systematische Abweichung von gebräuchlichen Schablonen und Vorlagen zu erlangen.

Roboter Gita im Einsatz

Für seine Arbeit „rolling eye“ verwendet er den Lasten- und Transportroboter Gita von Piaggio Fast Forwards. Auf dem Roboter ist das Jump-Kamera-Rig von Google montiert: 16 kreisförmig angeordnete Videokameras ermöglichen nahtlose 360-Grad-Aufnahmen.

Der Roboter wird den Architekten Frank Gehry, den Museums-Guru Max Hollein und den Kurator Aaron Betsky durch Los Angeles, San Francisco und die Arizona-Wüste begleiten. Die Bewegtbilder werden anschließend auf die 170 Meter lange Schlossfassade projiziert.

Erstmals in diesem Maßstab

„Die Bewegungen des Roboters und die panoramischen Aufnahmen durch die 16 Kameras werden erstmals in derart großem Maßstab gezeigt“, versichert Lynn.

Greg Lynn
Greg Lynn | Foto: pr

2008 gewann er den Goldenen Löwen der Architektur-Biennale in Venedig. Das Time-Magazine kürte ihn zu einem der 100 innovativsten Menschen des 21. Jahrhunderts. Lynn lehrt derzeit als Professor für Architektur an der Universität für angewandte Kunst in Wien sowie an der UCLA School of the Arts and Architecture in Los Angeles. Er war zuvor Gastprofessor an der Yale School of Architecture.

Publikumsliebling dabei

Bereits zuvor wurde bekannt, dass mit der ungarischen Gruppe „Maxin10sity“ wieder der absolute Publikumsliebling der bisherigen Schlosslichtspiele dabei sein wird. Einen weiteren Beitrag steuert das Architektenduo Hani Rashid/Lise Anne Couture bei.

ZKM-Chef Peter Weibel verpflichtete noch zwei weitere Künstler, deren Namen noch bekanntgegeben werden. Die allabendlichen Schlosslichtspiele sind vom 3. August bis 10. September bei freiem Eintritt zu sehen. Auch die dritte Auflage der Schlosslichtspiele veranstalten das ZKM und die städtische Event GmbH gemeinsam.