Für die „Open Codes“ hat sich das ZKM nichts Geringeres als „eine Neudefinition des Museums für das 21. Jahrhundert“ auf die Fahnen geschrieben.
Für die „Open Codes“ hat sich das ZKM nichts Geringeres als „eine Neudefinition des Museums für das 21. Jahrhundert“ auf die Fahnen geschrieben. | Foto: Grünschloß

ZKM-Ausstellung setzt Zeichen

„Open Codes“ soll „Neudefinition des Museums“ sein

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Für die Ausstellung „Open Codes“ hat sich das ZKM in Karlsruhe nichts Geringeres als „eine Neudefinition des Museums für das 21. Jahrhundert“ auf die Fahnen geschrieben. Die Ausstellung gilt als „bildungspolitisches Experiment“, das neue Strategien in der Beteiligung und Einbindung der Besucher (neudeutsch „Partizipation“) erprobt.

Augenfälligste Signale sind verlängerte Öffnungszeiten an den Donnerstagen (jeweils bis 22 Uhr) und der durchweg freie Eintritt. Das Museum sei ein Ort der Bürgerbildung, erklärt ZKM-Vorstand Peter Weibel den Ansatz hinter diesen Neuerungen.

Daher reicht das Rahmenprogramm über die gewohnte museumspädagogische Begleitung von Ausstellungen hinaus. Erklärtes Ziel ist es, „die spannende Welt des digitalen Codierens allen Altersgruppen zu öffnen“. Hierfür wird in den Ausstellungsräumen die Möglichkeit geboten, das Codieren gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Karlsruhe sowie Mitgliedern des ZKM-Teams zu erkunden.

Worum geht es bei der „Open Codes“?

„Codes werden in der Ausstellung als Schlüssel zum Verständnis unserer Welt begriffen“, teilt das ZKM mit und verweist auf die vielen unterschiedlichen Aspekte dieses Begriffs: Vom genetiven Code bis zur Notation von Musik, von der Gebärdensprache über den Morsecode bis hin zu sozialen Codes werde die Gesellschaft durch Codes geprägt. Die zentrale Botschaft des digitalen Wandels laute: „Die Welt von morgen wird sich von einer Arbeits- zu einer Wissensgesellschaft wandeln.“  Hierfür will die Schau sensibilisieren.

Was gibt’s zu tun?

An Kinder, Jugendliche und Familien richten sich Workshops. die das Verstehen und Programmieren von Codes in praktischen Übungen vermitteln. Den Auftakt machen in den ersten Monaten Workshops zum Bau von Robotern (ab neun Jahren). Bei einem zweitägigen Workshop am 28./29. Oktober (11 bis 17 Uhr) werden Roboter gebaut und programmiert, am 4. November (11 bis 16 Uhr) geht es um die Orientierung eines Roboters durch Sensoren.

Kryptografie, also Textverschlüsselung, ist Thema mehrerer Workshops für verschiedene Altersstufen (11. November, 14 bis 16 Uhr, ab elf Jahren; 19. November, 14 bis 18 Uhr, ab 16 Jahren; 9. Dezember, 14 bis 16 Uhr, ab 14 Jahren).

Was gibt’s zu hören?

Das Thema Digitalisierung bietet einiges an Diskussionsstoff. Geplant sind daher etliche Konferenzen und Symposien. Gleich zur Eröffnung tagt am 19. und 20. Oktober die Konferenzreihe des Europarates Straßburg „Stärkung der Demokratie durch Kultur – Digitale Werkzeuge für kulturell kompetente Bürger“ in Karlsruhe und kann per Livestream auf der ZKM-Homepage verfolgt werden.

„Digitale Souveränität“ steht am 2. November zur Diskussion bei einer Konferenz im ZKM-Medientheater. Hier geht es unter anderem um die Vertrauenswürdigkeit der digitalen Infrastruktur: Wer kann im Netz mitlesen? Kann man das verhindern, und wenn ja, wie?

Was gibt’s zu sehen?

Auch eine Filmreihe gehört zum Rahmenprogramm. Zur Eröffnung zeigt am 26. Oktober, 18 Uhr, die dreiteilige Dokumentation „All Watched over by Machines of Loving Grace“, wie die Menschheit durch die von ihr gebauten Maschinen gelenkt wird. Am 23. November läuft die Doku „Wovon träumt das Netz“ von Werner Herzog, am 28. Dezember wird der Spielfilm „Her“ gezeigt, in dem sich ein Smartphone-Nutzer in die weibliche Stimme seines Betriebssystems verliebt.

Was ist geplant?

Das ZKM hat Hochschulen eingeladen, Lehrveranstaltungen zum Thema Digitalisierung in die Ausstellung einzubinden. Genaue Pläne hierzu werden derzeit erstellt.

Service

Informationen zur Ausstellung und zum Vermittlungsprogramm gibt es im Internet. Besucher können auch Räume für eigene Ausstellungen oder Veranstaltungen buchen.