Klatschmohn
Klatschmohn ist eine der 47 Pflanzenarten, die mit den Samentüten, die Zoo und BNN kostenlos verteilen, gefördert werden sollen. | Foto: Jock

Kostenlose Blumensamen

Zoo Karlsruhe und BNN fördern blühende Wiesen für den Artenschutz

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Für mehr blühende Blumenwiesen, die für viele Insekten lebensnotwendig sind, setzen sich der Karlsruher Zoo und die Badischen Neuesten Nachrichten ein.

In einer gemeinsamen Aktion verteilen sie kostenlos Tütchen mit den Samen 47 heimischer Pflanzenarten und bitten darum, sie in Karlsruhe und der Region auszusäen – in Privatgärten, Hinterhöfen, Blumenkästen, an Schulen, Kindergärten und nach Nachfrage auch auf öffentlichen Flächen.

Fotowettbewerb mit attraktiven Preisen

Und es lohnt sich, die Entwicklung der Pflanzen mit der Kamera zu dokumentieren: Im Laufe des Sommers werden die BNN dazu aufrufen, der Redaktion für einen Wettbewerb die schönsten Fotos zur Verfügung zu stellen. Der Zoo lobt dafür attraktive Preise aus: Eine besondere Führung, eine Jahreskarte für die ganze Familie, Wertgutscheine und als Hauptpreis ein Treffen bei Seelöwenbulle Stevie – Küsschen inklusive. Die weiteren Informationen gibt es dann bei der Ausschreibung.

Neuer Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und Co

„Artenschutz ist unser wichtigstes Anliegen, und jeder kann direkt vor der eigenen Haustür etwas dafür tun“, sagt Zoodirektor Matthias Reinschmidt. Mit dem Verschwinden der Insekten könne es auch für manche Vogelarten eng werden, mahnt er. Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe möchte dazu beitragen, Wildbienen, Schmetterlingen, Hummeln und Co neuen Lebensraum und Nahrung zu bieten, ergänzt Reinschmidts Stellvertreter Clemens Becker. „Die Bedrohung der Honigbiene ist bekannt, die Gefahr für Wildbienen wird bislang unterschätzt“, erklärt er. „Sie bestäuben, anders als die Honigbienen, nur wenige Pflanzenarten“, führt er aus. „Und wenn die fehlen, verschwinden auch die Wildbienen“.

47 heimische Pflanzenarten

In Kooperation mit dem Landschaftsökologen Tobias Bauer, der zur Biodiversität in der Stadt Karlsruhe forscht, ließ die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe die Samenmischung zusammenstellen. Unter den 47 Pflanzenarten sind beispielsweise Klatschmohn, Kornblume, Margerite, Moschus-Malve, Wiesen-Salbei, Wegwarte und Ackersenf. „Die Mischung besteht zu 90 Prozent aus regionalen ein- und mehrjährigen Wildblumen insbesondere für Wildbienen und Schmetterlinge“, erklärt Becker. Zudem seien „Untergräser“ beigemischt, die Schmetterlingsraupen als Futter dienen.

Blüherfolg schon im ersten Jahr

Garantiert sei, dass schon im ersten Jahr vieles blüht, stellt er klar. Was sich auch im Zoo zeigen wird: Vor der Verwaltung, in Leoparden- und Dickhäuter-Anlagen sowie im Oberwald sind bereits Samen im Boden.

Die Tüten mit der Samenmischung sind bei der BNN-Geschäftsstelle in der Lammstraße sowie am Samstag und Sonntag, 4. und 5. Mai, am Stand im Zoo erhältlich. Dieser ist jeweils zwischen 11 und 16 Uhr vor dem Exotenhaus aufgebaut.

Schulklassen und Kindergartengruppen erhalten bei der Zooverwaltung, Telefonnummer (07 21) 1 33 68 01 auf Nachfrage größere Mengen. Dort werden später auch die Restbestände ausgegeben.