Zug in Duisburg
Nicht zur Mitfahrt geeignet: Kupplung und Verbindungsbalg eines Zugs im Bahnhof. | Foto: Christoph Reichwein

Am Karlsruher Hauptbahnhof

„Trainsurfer“ in Lebensgefahr

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Zwei Unbekannte sind am Sonntagnachmittag im Karlsruher Hauptbahnhof auf eine gerade abfahrende Regionalbahn aufgesprungen und haben so für Aufregung gesorgt. Ein Zeuge auf dem Bahnsteig beobachtete die beiden und warnte den Zugführer, der sofort eine Notbremsung einlegte, meldet die Bundespolizei. 

Was genau die beiden mit ihrer Aktion bezwecken wollte, steht derzeit noch nicht fest. Manchmal handele es sich bei solchen Aktionen um jugendliche Mutproben, manchmal seien es aber auch Schwarzfahrer, sagt Bundespolizeisprecher Jan Döring im Gespräch mit bnn.de.

Polizei warnt

Gerade das Beklettern fahrender Züge zum Spaß – das sogenannte „Trainsurfing“ – beschäftigt die Polizei immer wieder. „Das gibt es bei uns in der Region seltener, kommt bundesweit aber immer wieder vor“, sagt der Polizeisprecher. „Wir wissen nicht, ob es da einen aktuellen Trend gibt. Aber bevor es irgendwelche Nachahmer gibt, warnen wir lieber direkt – so etwas ist brandgefährlich.“ Den letzten bekannten „Trainsurfing“-Fall in der Region gab es laut Döring vor etwa einem Jahr: Damals kletterte ein Mann auf einem fahrenden Zug und filmte sich dabei selbst.

„Trainsurfing“ ist lebensgefährlich

„Trainsurfing“ bedeutet Lebensgefahr: Die Regionalbahnen fahren auf den Strecken um Karlsruhe mit bis zu 160 Stundenkilometern, Fernzüge sind sogar mit bis zu 250 Sachen unterwegs. Und auch bei langsameren Geschwindigkeiten kann ein Sturz vom Zug tödlich enden, warnt die Bundespolizei. Und damit nicht genug: Auch bei direktem oder auch nur indirektem Kontakt mit den Oberleitungen lauert potentiell tödliche Gefahr. Legal ist das „Trainsurfing“ sowieso nicht: Wer außen auf einem fahrenden Zug herumkraxelt, kann wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr belangt werden.

Der Vorfall im Karlsruher Hauptbahnhof am Sonntag ging laut Polizei glimpflich aus: Bei der Notbremsung wurde niemand verletzt. Die beiden Kletterer sprangen vom Zug, nachdem er angehalten hatte, und machten sich über die östliche Bahnsteigunterführung unerkannt davon.