Stadionbau
AUF DEN KLEINEN WALL, der bereits durch Streifenfundamente stabilisiert ist, kommt im März ein Stahlrohgerüst als provisorische Tribüne. Im April wechseln die Abrissbagger in die andere Kurve. | Foto: jodo

Welche Lösung kommt?

KSC-Stadionneubau: Entscheidung zum Tribünendach fällt im Gemeinderat

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In drei Jahren ist das neue Stadion fertig. Der KSC hat dann eine erstklassige Fußballarena, ganz egal in welcher Liga der Club 2022 seine Fans begeistert oder enttäuscht. Wie aber soll das Niveau in den Fankurven während der Übergangszeit auf der Baustelle Wildpark ausfallen – zweit- oder drittklassig?

Dabei geht es um zwei Regendächer. Sie können verhindern, dass die Fans wie begossene Pudel aus dem Stadion eilen. Am Dienstag, 26. Februar, entscheidet darüber der Karlsruher Gemeinderat.

Kommt ein Dach oder stehen die Fans im Regen?

Der Stadionumbau für insgesamt angenommene 125 Millionen Euro kommt voran. „Beim Abbruch der Nordkurve sind wir dem Plan sogar eine Woche voraus“, berichtet ein damit hoch zufriedener Werner Merkel, Chef des städtischen Eigenbetriebs „Stadionneubau im Wildpark“. Während die Vorbereitungen für den eigentlichen Neubau der Fußballarena vom Herbst 2019 bis zum Frühjahr 2022 nach beschlossenem Konzept laufen, hat also die Stadtpolitik nächste Woche doch noch eine Weiche zu stellen: Bekommen für insgesamt 1,4 Millionen Euro die provisorischen Stahlrohrtribünen in der Nord- und in der Südkurve ein Dach, oder müssen die KSC-Fans und die Schlachtenbummler des Gästeteams auf den schon ohne Dach zusammen 2,4 Millionen Euro teuren Provisorien im Regen stehen?

In einem Fan-Treffen im Dezember kritisierte Ingo Wellenreuther, dass die Stadt den Umbau ohne Dach geplant hat.

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Mit der Zweiten Liga käme Dachpflicht

Wer Optimist ist, müsste eigentlich ohne mit der Wimper zu zucken bei der Verwaltungsvorlage „Abruf der Mietoption Tribünendächer der provisorischen Tribünen Nord und Süd“ das Geld locker machen. Können die Wildparkkicker nämlich ihren Aufstiegskurs halten, dann verlassen sie zum Saisonende die Dritte Liga und sind ab dem Spätsommer zumindest wieder Zweitbundesligist.

Mit dem sportlichen Erfolg kommt auch aber auch die Pflicht zum Dach über dem Fan-Kopf: Die Deutsche Fußball Liga gebe eben nur die Lizenz für die Zweite Liga, wenn die Stadionränge – auch die provisorischen – nicht direkt unter freiem Himmel sind, erläutert Merkel. Natürlich sei auch eine Ausnahmeregelung für das Provisorium nicht auszuschließen, dann könnte der KSC auch mit drittklassigen Verhältnissen ein Zweitklässler sein. Doch so einen Dacherlass müsste dann der KSC beantragen.

Übrigens wird die provisorische Nordtribüne zwei Jahre genutzt, die Übergangslösung auf der Südseite wird nur elf Monate bestehen.

Der KSC unterstreicht die Notwendigkeit des Provisoriums, um bei sportlich entsprechender Leistung in der 2. Bundesliga spielen zu dürfen.

Wie steht es um den Bau?

Die Bagger haben jetzt den Nordwall (Blöcke A1 bis A4) fast schon komplett abgetragen. In acht Metern Abstand zur Tor-Aus-Linie ist dort bereits der 3,5 Meter hohe Basiswall für das Tribünenprovisorium aufgeschüttet, verdichtet und mit drei von vier Streifenfundamenten verstärkt.

  • Im März kann das Stahlrohrgebilde montiert werden.
  • Am 8. April soll das Provisorium sitzen, ob dann mit oder ohne Dach. Auf jeden Fall bleiben die zwei ausgedienten, 58 Meter hohen Flutlichtmasten in der Südkurve (E1 bis E4) nun doch bis in den April stehen. Erst dann seien dort die zwei der vier neuen Stahlträger, von denen aus seit Anfang Februar der Wildpark lichtgeflutet wird, mit der entsprechenden Mobilfunktechnik ausgerüstet, erklärt der Stadionbauchef.
  • Im April beginnt auch der Abriss der Südkurve, als nächste ist im Hochsommer die marode Gegentribüne an der Reihe.

Noch mehr Lesestoff

Die BNN berichten regelmäßig über den Stadionneubau: Zu den Beiträgen.