Exklusive Führung: Zoochef Matthias Reinschmidt mit BNN-Lesern im Exotenhaus des Karlsruher Zoos. | Foto: Andrea Fabry

BNN-Leser im Exotenhaus

Zwischen Piranhas und Stumpfkrokodilen

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Sie gehören zu den Stars im Exotenhaus: die Zweizehenfaultiere. Bei der Sonderführung für Gewinner beim BNN-Sommerrätsel zeigen sich die nachtaktiven Tiere allerdings nicht. „Die haben sich zurückgezogen“, meint Zoo-Chef Matthias Reinschmidt mit einem entschuldigenden Lächeln. Auch der TV-bekannte Biologe kann nur rätseln, an welche Stelle im umgebauten ehemaligen Hallenbad sich die Zoolieblinge gerade verstecken.

Wirklich traurig muss darüber aber keiner sein: Dafür erhalten die BNN-Leser zwischen Piranhas, Stumpfkrokodilen und Diskusfischen viele andere exklusive Einblicke in die neue Attraktion des Zoologischen Stadtgartens – und reichlich Informationen aus erster Hand von einem Experten, der stundenlang Geschichten und Anekdoten über Zoobewohner erzählen kann, ohne dass auch nur ein Hauch von Langeweile aufkommt.

BNN-Leser Peter Kühn aus Malsch ist schon vor über 50 Jahren als Schüler in das Exotenhaus gekommen. Damals war es allerdings noch kein Refugium für exotische Pflanzen und Tieren, sondern ein beliebtes Hallenbad. Für 21 Millionen Euro ließ die Stadt Karlsruhe das ehemalige Tullabad in eine Zoo-Attraktion umbauen. Die mit Leben zu füllen, war gar nicht so einfach, wie Reinschmidt betont.

Für Exotenhaus wurden keine Tiere in der Wildnis gefangen

So fielen anfänglich zum Beispiel die Flughunde über jedes grüne Blatt unter dem Dach der denkmalgeschützen Immobilie her. Sie mussten deshalb in einen französischen Tierpark umziehen. Andere Tiere knabberten etwa die schönen Orchideen an. „Das Gleichgewicht zwischen Tieren und Pflanzen zu finden, ist nicht leicht“, erläutert der Zoochef das Problem. Alle Tiere, die dort inzwischen leben, wurden übrigens nicht in der Wildnis gefangen. „Sie kommen aus anderen Zoos oder aus der Zucht!“ Darauf legt Reinschmidt großen Wert.

Temperatur darf nicht unter 21 Grad fallen

Das Gleichgewicht zwischen Tieren und Pflanzen scheint im Exotenhaus, in dem die Temperatur nie unter 21 Grad fallen darf, gefunden zu sein. Beim Rundgang vorbei an einer Flusslandschaft und an Terrarien sowie Volieren können sich die BNN-Leser davon überzeugen. Zu entdecken gibt es viel. Zum Beispiel die Seychellen-Riesenschildkröten mit ihrem mächtigen Panzer. Eines der Kriechtiere ist mit geschätzten „mindestens 80 bis 100 Jahren“ der älteste Zoobewohner – und hat die Aussicht auf bis zu 50 weitere Lebensjahre. So alt können die Tiere werden.

Stumpfkrokodile lauern – hinter der Glasscheibe

Nicht weit davon entfernt lauern die kleinen Stumpfkrokodile – allerdings hinter der Glasscheibe. Die Fische, die im Wasser schwimmen, müssen die Krokodile auch nicht fürchten: Die bevorzugen Ratten, Mäuse oder Küken auf dem Speiseplan. Nur in Karlsruhe gibt es laut Reinschmidt übrigens eine funktionierende Wohngemeinschaft von Rotbauchsittichen und Zwergseidenäffchen in einer großzügigen Voliere. Hätten Sie das gewusst?

Ein Beo scheint den Besuch der Gruppe sogar regelrecht erwartet zu haben. Er kommt angeflogen, begrüßt die Gäste mit einem Laut, der an herzhaftes Lachen erinnert, und wechselt ohne Berührungsängste auf den Arm des Zoochefs und von dort auf den von BNN-Leserin Severin Heckele aus Linkenheim-Hochstetten. Der Beo ist freilich nicht so prominent wie Papagei Douglas: Er spielte im Pippi-Langstrumpf-Film „Pippi im Taka-Tuka-Land“ mit – unter dem Namen Rosalinda. Damit dürfte der Vogel, der im Karlsruher Zoo seinen Ruhestand verbringt, das prominenteste Tier des Tiergartens sein.

Fledermäuse kreisen über den Besuchern

Hautnah ist der Tierkontakt auch in der Fledermaushöhle. „So nah kommt man sonst an diese Tiere nicht ran“, weiß Reinschmidt, während die mit Echolotsystem ausgestatteten Flugakrobaten über den Köpfen der Besucher kreisen ohne diese zu berühren.

Blick hinter die Kulissen fasziniert die BNN-Leser

Am Ende des gut einstündigen Rundgangs sind alle Teilnehmer mehr als begeistert. Sie haben viel über faszinierende Tiere erfahren und durften hinter die Kulissen des Exotenhauses schauen. Zum Beispiel in die Futterküche, wo unter anderem Mehl- und Laubwürmer, Heuschrecken, Grillen, Milchbrei und mehr für die Bewohner des Exotenhauses zubereitet werden.

Oder in Räume hinter den Aquarien und Volieren. Dort untertrieb der Zoochef nicht, als er etwas „ganz Tolles“ ankündigte. Die vermeintlichen „Kokosnüsse“ bewegen sich sogar: Es sind ja auch Kugelgürteltiere – eine Mutter mit ihrem Jungen. Das Kleine war bei der Geburt vor gut zehn Wochen gerade mal um die 90 Gramm schwer. Da kommt auch Reinschmidt ins Schwärmen – und die BNN-Leser können sehr gut nachempfinden, warum er seinen Beruf als Traumjob bezeichnet.