So wünscht man sich den Gaudiwurm: Einfallsreich kostümierte Narren und disziplinierte Zuschauer, die sich einfach nur an dem Spektakel erfreuen wollen. Das Foto entstand beim Eggensteiner Umzug 2018, der auch schon nicht ohne Zwischenfälle ablief. | Foto: del

Sicherheitskonzept gesucht

Eggensteiner Faschingsumzug legt nur eine Pause ein

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Der Eggensteiner Fastnachtsumzug fällt 2020 bekanntlich flach. Das hat der Eggenstein-Leopoldshafener Ortskartell bereits im Sommer beschlossen. Wie berichtet, hatte es im Frühjahr vergangenen Jahres wieder einen starken Zustrom junger Leute von auswärts gegeben, die Krawall machten. Das Sicherheitskonzept versagte.

Von Alexander Werner

Damit sei klar gewesen, dass es eine Veränderung geben müsse, wenn man weiter machen wolle, sagt Ordnungsamtsleiter Philipp Jänicke.  „Das Ortskartell hat sich entschieden, eine Pause zu machen, um in Ruhe zu planen, wie künftig vorgegangen werden soll.“ Der Veranstalter müsse ein zu genehmigendes Konzept mit der Gemeinde abstimmen. Darüber werde man sich mit dem Ortskartell auseinandersetzen.
Ins Sicherheitskonzept für den Umzug 2019 waren Änderungen wie eine andere Streckenführung oder ein zum Festplatz verlagerter Abschluss eingeflossen. „Ein paar Sachen haben sich bewährt, teils aber hat es Denkfehler gegeben“, resümiert Ortskartellvorsitzender Mario Schönleber.

Pause soll nur ein Jahr dauern

Um zu überlegen und ein neues Konzept zu erarbeiten, bräuchte es mindestens ein halbes Jahr Vorlauf. Das hätte man für das Frühjahr 2020 zeitlich nicht hinbekommen: „Deswegen wollten wir ein Jahr pausieren.“
Schluss mit dem Umzug sei definitiv nicht: „2021 werden wir neu an den Start gehen mit einem Umzug, der schöner, feiner, kleiner und sicherer sein wird“, erklärt Mario Schönleber.

Mit Pragmatismus gegen Randalierer

Was man genau plane, wolle man aber vorab nicht bekannt geben. Die Randalierer sollten sich darauf nicht einstellen können, sagt er. Jedenfalls werde man eine vernünftige und rationale Entscheidung treffen und das Ergebnis um- und durchsetzen. Insofern will man in Eggenstein-Leopoldshafen dem Problem, das Veranstaltern rundum das Leben schwer macht, mit Pragmatismus zu Leibe rücken. Das gilt ebenso für den Leopoldshafener Carnevals Club (LCC), der die größte Gruppe im heimischen Teilnehmerfeld stellt. „Wir sind in Vorbereitungen und Sicherheitsplanungen involviert“, betont Vorsitzender Frank Knobloch, und ergänzt: „Wir stehen voll hinter der Entscheidung des Ortskartells.“

Kein Nährboden für Krawalle

Dass der Zug mit seiner langen Tradition und seinem großen Zuspruch ausfalle, bedaure man auf alle Fälle. Krawallen dürfe man aber keinen Nährboden geben. „Die Sicherheit der Teilnehmer liegt uns mehr am Herzen als der Spaß“, bringt er es aus den Punkt.
Als „vehementer Verfechter eine Neubeginns 2021“ blickt auch Knobloch jetzt dem zu entwickelnden Sicherheitskonzept entgegen. Konzentriert angegangen werden soll dieses mit dem Ortskartell nach dem Ende der anstehenden Kampagne. Leider hätten sich die Krawallgruppen von den Vorkehrungen der vergangenen Jahre nicht abhalten lassen, blickt er zurück. Eine Hoffnung sei, dass die Zeit es mit sich bringe, dass diese Gruppen sich auflösen und das Interesse verlieren würden.

Belästigungen vor allem nach dem Zug

Belästigungen durch die Jugendlichen habe es während des Zugs nur vereinzelt, danach aber vermehrt gegeben, so Knobloch. Das der Zug nun ausfalle sei für die Gruppe und besonders für die Kinder traurig. Diese würden sich das ganze Jahr darauf freuen, so Knobloch. Man habe überlegt, eine Alternativveranstaltung zu organisieren. Allerdings wäre das für einen Verein zu aufwändig. Ein weiterer Aspekt sei gewesen, dass die jungen Krawallmacher dabei wieder auftauchen könnten.

Der LCC hat weiter ein volles Programm

Aber auch ohne den heimischen Umzug hat die Abteilung des Fußballvereins mit ihren 200 Aktiven volles Programm. Wie Knobloch informiert, werde die Gruppe neben Hambrücken und Neudorf erstmals beim Umzug in Büchenau dabei sein. Bislang war dies wegen der Terminüberschneidung mit Eggenstein nicht möglich.

Großeinsatz der Nähgruppe

Darüber hinaus stehen fünf Prunksitzungen an. Dazu kommen jeweils eine Senioren- und eine Jugendprunksitzung. Kinderfastnacht gehört ebenso dazu. Gardenturniere einschließlich des Trainings halten die Mädchen schon seit geraumer Zeit auf Trab. Zur organisatorischen Arbeit gesellt sich auch das Nähen von Kostümen, das möglichst bis Mitte Januar abgeschlossen sein soll. En Block gab es beim Nähen schon einen Großeinsatz im Feuerwehrhaus, gefolgt von Gruppenarbeiten in heimischen Stuben. Der große Umzugwagen wurde bereits im Vorjahr nach neuestem Sicherheitsstandard umgebaut.