Training für die Hüfte ist für Norman Bücher derzeit wichtig. Der Extremläufer möchte 1.000 Kilometer mit einem Zieh-Wagen zurücklegen. | Foto: privat

Auf dem Weg nach Asien

Extremläufer Norman Bücher aus Waldbronn bricht zur zweiten Etappe seiner Welt-Tour auf

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So mancher Spaziergänger hat sich zuletzt in Waldbronn gewundert: Wer wetzt denn da mit einem Wagen im Schlepptau den Hang rauf? Norman Bücher ist wieder im Training. Der Extremläufer fliegt am 3. Februar nach Asien zur nächsten Etappe seiner Welttour.

Bücher möchte in sieben Kontinenten laufen und Stimmen von Jugendlichen sammeln. In der ersten Etappe lief er 3.000 Kilometer von Deutschland bis in die Türkei. 5.205 Jugendliche haben sich eingebracht und gesagt, was ihre Träume und Pläne sind, was ihnen Angst macht.

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Im Juli kehrte Bücher nach drei Monaten zurück. „Ich habe gemerkt, mein Kopf ist wieder frei: Jetzt kommt Asien.“ In den heimischen Wäldern trainiert der Waldbronner, um die körperlichen Herausforderungen bestehen zu können. Bei der einmonatigen Tour über 1.000 Kilometer durch Bhutan, den Norden Indiens und Nepal möchte sich der 42-Jährige mit Schlafsack, Wasser und Essen selbst versorgen.

Schlank unterwegs

Anders als bei Etappe eins begleitet ihn kein Fahrzeug mit Schlafplatz und Ausrüstung – Bücher zieht seine 25 Kilo schwere Versorgung ständig hinter sich her. „Jeden Tag aufs Neue weiß ich nicht, wo ich abends schlafen werde.“ Der Verzicht auf ein Begleitfahrzeug kommt Bücher finanziell entgegen, es geht ihm aber auch um den ökologischen Fußabdruck. „Ich möchte schlank unterwegs sein.“ Dafür soll der Start in Thimphu, der Hauptstadt von Bhutan, nicht allzu schlank ausfallen: 50 Kinder und Jugendliche sollen Bücher begleiten.

Andere Länder, andere Sitten

Schon bald wird er dann wieder alleine mit einem Fotografen, der mit dem Rad fährt, unterwegs sein und Schulen und Kinderheime für seine Gespräche ansteuern. Insgesamt möchte der 42-Jährige bei seinem Projekt „7 Continents“ innerhalb von sieben Jahren 20.000 Kilometer zurücklegen. Für die zweite Etappe in Asien habe er sich nur bedingt vorbereiten können: „Ich muss da auch mal Geduld einpacken.“ Die Kultur sei eine andere. „Da fährt der Bus nicht um 16 Uhr, sondern auch mal zwei Stunden später.“

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Doch auch vor dem Laufen und dem Überwinden Tausender Höhenmeter hat Bücher Respekt. „Man hat dort eben nicht schön asphaltierte Radwege.“ Geduld und Ruhe brauchte der Waldbronner für sein Visum. Sein Reisepass lag zuletzt zur Prüfung in München – das Visum für Indien ist nicht so leicht zu bekommen, da Bücher über den Landweg und nicht per Flugzeug einreist. Noch bis zum Abflug ist Bücher mit seinem Zieh-Wagen in den heimischen Wäldern zu sehen. Die Menschen sprechen ihn auch darauf an, sagt er. Dann spricht er über sein Projekt. „Ein schöner Eisbrecher.“