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Die Bon-Pflicht steht bei vielen Bäckern in der Kritik. Der Post einer Bäckerei aus Weingarten dazu wurde nun zum Netz-Hit. | Foto: © gottsfam / Adobe Stock

Kritik an neuem Gesetz

Riesige Resonanz auf Facebook: Bäckerei aus dem schwäbischen Weingarten attackiert Bon-Pflicht

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In einem Statement auf Facebook findet die Bäckerei Frick mit Hauptsitz im schwäbischen Weingarten klare Worte zur Bon-Pflicht, die zum 1. Januar in Kraft tritt. Die Gesetzesänderung steht bereits seit Wochen in der Kritik. In der Netzgemeinde stieß der Post der Bäckerei auf riesige Resonanz – und löste Diskussionen aus.

Bereits seit Wochen klagen Händler über die hohen Kosten, die Umweltbelastung und den großen bürokratischen Aufwand, den die zum 1. Januar 2020 in Kraft tretende Bon-Pflicht mit sich bringe. Ihre Einführung ist von der Politik eigentlich als eine Maßnahme gegen Steuerflucht gedacht.

In der Praxis, so kritisieren viele Skeptiker, führe die Bon-Pflicht dazu, dass künftig auch dann ein Kassenzettel ausgestellt werden müsse, sobald irgendwo ein Brötchen über die Ladentheke wechselt.

In einem Facebook-Eintrag macht die Bäckerei Fricke auf die zum Jahreswechsel anstehenden Änderungen aufmerksam. Das Unternehmen aus Weingarten kritisiert nicht nur den massiv steigenden Papierverbrauch, der durch die Bon-Pflicht zu erwarten ist. Es regt seine Kunden auch dazu an, die Papierstreifen zu sammeln – und bei einem Spaziergang gelegentlich im Briefkasten des nächsten Finanzamtes zu entsorgen –

auf das auch die sich mit dem Sondermüll beschäftigen, die ihn in Auftrag gegeben haben.

Binnen kurzer Zeit löste der Post der Bäcker eine erhebliche Resonanz aus. Fast 23.000 Reaktionen stehen mittlerweile zu Buche, mehr als 2.300 Likes und zahlreiche Kommentare. Unter anderem griff die Seite meedia.de den Social-Media-Coup des Unternehmens auf.

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Zustimmung und Kritik in den Kommentaren

In den Kommentaren unter dem Post stimmen viele Facebook-User in die Kritik an den Bon-Pflicht ein. Es gibt allerdings auch Stimmen, die das neue Gesetz als grundsätzlich sinnvollen Schritt im Kampf gegen Steuervermeidung und Schwarzgeld werten.

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Ein User mit dem Namen Stephan Seidel wirft zudem ein, dass die anstehende Gesetzesänderung bereits seit drei Jahren bekannt sei:

„Es ist ja nicht so, dass es völlig überraschend kommt. Seit !!!2016!!! ist das bekannt. Man hatte drei Jahre Zeit, sich darauf vorzubereiten. Ein digitaler Kassenbon ist ebenfalls zugelassen.

Wie mit der DSGVO. Jahre im Voraus war es bekannt und Wochen davor Panik.

Sonst ne gute PR-Aktion. Mehr aber auch nicht.“

Wie auch immer: Mit der Kritik an der kommenden Bon-Pflicht hat die Bäckerei ganz offensichtlich einen Nerv bei vielen Facebook-Usern getroffen. So kündigen manche in den Kommentaren bereits an, ihr zuständiges Finanzamt demnächst bei Spaziergängen mit einem Schwung Einkaufszetteln zu versorgen.

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Bereits zwei Tage nach Veröffentlichung des Postes zeigt sich die Weingartener Bäckerei überwältigt vom Zuspruch auf Facebook. Und postet eine zweite Mitteilung, die neben Worten des Dankes auch eine Einordnung der zugespitzten Aussagen enthält:

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BNN/poem