Ein Klassiker: Hexenmasken dürfen auf den Straßen bei den Umzügen nicht fehlen. Darunter verbergen sich oft Mitgieder von Traditionsvereinen. Diese sind Ende Februar in der ganzen Region unterwegs.
Ein Klassiker: Hexenmasken dürfen auf den Straßen bei den Umzügen nicht fehlen. Darunter verbergen sich oft Mitgieder von Traditionsvereinen. Diese sind Ende Februar in der ganzen Region unterwegs. | Foto: Obert (Archiv)

Neue Sicherheitskonzepte

Diese Fastnachtsumzüge gibt es 2020 im Landkreis Karlsruhe

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Die fünfte Jahreszeit füllt in den Gemeinden und Städten des Landkreis derzeit viele Kalender. Besonders fiebern die Narren auf die anstehenden Umzüge Ende Februar hin, wenn sich die Straßen in den Kommunen wieder zu Partymeilen verwandeln. Fastnacht gehört vielerorts zum Pflichttermin für Bürger und Vereine: Traditionelle Musik- und Hexenzünfte, thematisch gestaltete Wägen und kleine fußläufige Gruppen ziehen rund um den Rosenmontag durch die Region.

Sowohl bei den großen als auch den kleineren Umzügen seien Vorkommnisse wie aggressives Verhalten oder starker Alkoholkonsum in der Vergangenheit zu verzeichnen gewesen, sagt Ralf Minet, Sprecher der Polizeipräsidiums Karlsruhe. Dabei steche kein Ort besonders hervor.

Polizei beobachtet Aggressionen und extremen Alkoholkonsum

„Auffällig war bei den vergangenen Veranstaltungen, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene, oft mit Migrationshintergrund, ohne Kostümierung und erkennbar ohne jegliches Interesse an den Faschingsveranstaltungen, angereist waren“, sagt Minet. Neben hohem Alkoholkonsum sei teilweise ein großes Aggressionspotenzial festzustellen – sowohl untereinander als auch gegenüber anderen Besuchern, Umzugsteilnehmern und Einsatzkräften.

In der Faschingssaison wird die Polizei personell stark belastet, so Minet. Bei den Umzügen in Bruchsal, Ettlingen, Karlsruhe, Bad Schönborn und Philippsburg etwa waren insgesamt 939 Kräfte eingesetzt, die rund 6.880 Stunden arbeiteten.

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Umzüge starten mit Sicherheitskonzepten

Etwas früher als in anderen Städten wandern die Fastnachter in Bruchsal am 16. Februar ab 13.33 Uhr durch die Straßen. Über 100 Gruppen nehmen am Umzug teil. Nachdem es 2018 zu Provokationen, Schlägereien und Problemen durch eigens dafür angereiste Personen kam, soll ein neues Sicherheitskonzept für friedvolles Feiern sorgen. Dieses werde jeweils mit den verantwortlichen Städten und Gemeinden sowie den Veranstaltern individuell erstellt, erklärt Minet weiter.

Einige Tage später startet am 22. Februar um 14.11 Uhr der Stettfelder Narrenumzug in Ubstadt-Weiher zeitgleich mit der Veranstaltung in Schöllbronn.

Großes Programm am Faschingssonntag

Ab dem 23. Februar häufen sich die Umzüge im Landkreis: In Zaisenhausen wandern die Narren ab 13.33 Uhr über die Hauptstraße. Der Internationale Faschingsumzug in Hambrücken startet um 14.01 Uhr. In Rheinstetten-Forchheim sowie in Rheinhausen geht es um 14 Uhr los, mit zahlreichen Wägen und Fußgruppen, die Konfetti und Süßigkeiten an die Umstehenden verteilen. In Marxzell zieht der Narrenzug erst um 14.11 Uhr los.

Die Abendstimmung wird in Ubstadt-Weiher genutzt – beim Zeidama Dämmerungsumzug durch den Ortskern von Zeutern ab 17.29 Uhr. Das Ziel ist für viele die After-Party im und um das Feuerwehrhaus.

Fasching am Rosenmontag im Landkreis Karlsruhe

Traditionell finden einige Veranstaltungen seit jeher am Rosenmontag statt. So ist etwa der Rheinstettener Stadtteil Neuburgweier am 24. Februar ab 13.30 Uhr Mittelpunkt des Geschehens. Für Landkreis-Verhältnisse nicht weit entfernt ziehen am selben Tag auch in Ettlingen ab 14.01 Uhr die Narren durch die Straßen, in Neudorf beginnt der Umzug für die Vereine, Mitwirkenden und Gäste um 14.11 Uhr.

Noch bevor der Aschermittwoch das Ende der närrischen Zeit einläutet, haben Faschingsverrückte am Dienstag, 25. Februar, im Oberderdinger Ortsteil Flehingen um 13.13 Uhr die Möglichkeit, sich zu verkleiden und an der frischen Luft gemeinsam zu feiern.

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Anschließend gibt es „Ramba-Zamba“ in der Aschingerhalle. Bunt und laut wird es ab 14 Uhr auch in Waldbronn. In Büchenau beginnt der Faschingsumzug wenig später um 14.11 Uhr, Party wird anschließend im Hummelstall gemacht. Einen „Zug der Gaudi“ veranstaltet die Gemeinde Ubstadt-Weiher ebenfalls ab 14.11 Uhr.

Krawallen verhindern Umzüge mancherorts

Doch nicht jede Stadt oder Gemeinde kann ihre Umzüge ohne Unterbrechungen Jahr für Jahr ausrichten. „Wegen jugendlichen Krawallmachern habe man sich beispielsweise in Eggenstein-Leopoldshafen dafür ausgesprochen, erst mal ein neues Sicherheitskonzept zu erarbeiten“, sagt Polizeisprecher Ralf Minet. Aufgrund der dafür notwendigen Zeit müsse man den Umzug dort in diesem Jahr aussetzen. Die Verantwortlichen hoffen nach eigenen Aussagen auf eine Rückkehr 2021.

„Der Nachtumzug in Spessart findet aus gleichem Grund nur noch im zweijährigen Turnus statt“, ergänzt Minet mit Blick auf die Problematik. Stattdessen wird dort am 21. Februar das Narrendorf errichtet. In Ittersbach verzichten die Narren dieses Jahr ebenfalls auf den Brauch.