BESUCH NACH ERFOLGREICHER GEBURT: Der kleine Julian hatte es so eilig, zur Welt zu kommen, dass seine Eltern Nicole und Lars-Fredrik Berg (Mitte) es nicht mehr ins Krankenhaus schafften. Geburtshilfe leistete Thomas Köberich – per Telefon. | Foto: Privat

Leitstelle Karlsruhe hilft

Geburtshilfe für werdende Eltern per Telefon

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Der kleine Julian hatte es eilig, auf die Welt zu kommen. So eilig, dass seine Eltern Nicole und Lars-Fredrik Berg keine Zeit mehr hatten, ins Krankenhaus zu fahren. So brachte Nicole Berg ihr Baby unter telefonischer Anleitung der Integrierten Leitstelle Karlsruhe in der Wohnung zur Welt – in rekordverdächtigen sechs Minuten.

Wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mitteilt, wollten sich die werdenden Eltern gerade auf den Weg ins Krankenhaus machen – doch das Baby hatte offensichtlich andere Pläne. Kurz vor der Abfahrt sagte Nicole Berg zu ihrem Mann: „Es ist zu spät – das Kind kommt!“ Lars-Fredrik Bergs erster Gedanke war, den Notruf unter der 112 zu wählen. Leitstellendisponent Thomas Köberich nahm den Anruf des jungen Vaters in der Integrierten Leitstelle entgegen und wies die notwendigen Schritte aus der Ferne an.

Geburt im Badezimmer

Innerhalb der kurzen Geburtszeit erblickte Julian im Badezimmer das Licht der Welt. All dies ohne Unterstützung einer Hebamme, dafür mit Hilfe des überwältigten Papas. „Es ging alles erstaunlich schnell, dass ich gar keine Zeit hatte, Angst zu bekommen“, erinnert sich Lars-Fredrik Berg. Die beiden Männer entwickelten sich während des Geburtsvorganges zu einem eingespielten Team, teilt das DRK mit. Der Vater aktivierte den Lautsprecher des Smartphones und folgte den Anweisungen. „Herr Köberich war erstaunlich ruhig und vermittelte mir das Gefühl, dass alles, was gerade passiert, vollkommen normal ist. Das war auch gut so!“, erzählt der promovierte Maschinenbauingenieur erleichtert.

Es hat alles sehr gut funktioniert.

ILS-Mitarbeiter Thomas Köberich

Noch während der Abfrage durch den Leitstellendisponenten, alarmierte dieser einen Rettungswagen und einen Notarzt. Der ILS-Mitarbeiter erklärte: „Wir versuchen, zu beruhigen und dann Schritt für Schritt anzuleiten, was in der jeweiligen Situation zu tun ist, bis die Kollegen eintreffen. Bei einer Geburt beginnt es mit der Vorbereitung von Decken und endet mit der eigentlichen Geburt des Kindes. Es hat alles sehr gut funktioniert.“ Die kurz darauf eingetroffenen Einsatzkräfte versorgten das Baby und die Mama. Für den stolzen Papa stand noch eine Aufgabe bevor: das Durchtrennen der Nabelschnur. Anschließend wurden Mutter und Kind ins Städtische Klinikum gebracht.

BNN