Einen guten Tropfen bieten die Restaurants, die in der Region vom Gastroführer "Gault Millau" ausgezeichnet wurden. | Foto: dpa

Punkte vom „Gault Millau“

Gut essen in der Region

Anzeige

Es geht wieder streng zu. Die Kritiker des „Gault Millau“ sind bei Küchenchefs gefürchtet, für Leser haben ihre kurzweiligen Beiträge hohen Unterhaltungswert. Restaurants im Raum Karlsruhe zeichnet der nach dem „Michelin“ weltweit bedeutendste Restaurant-Führer in seiner gerade erschienen Ausgabe 2018 aus: Eggenstein-Leopoldshafen („Das Garbo im Löwen“), Ettlingen („Erbprinz“), Pfinztal („Villa Hammerschmiede“), Remchingen („Zum Hirsch“), Waldbronn („Schwitzer’s“), Weingarten („Walk’sches Haus“) und Karlsruhe („Anders auf dem Turmberg“, „Künstlerkneipe“, „Kesselhaus“, „Nagels Kranz“, „Oberländer Weinstube“ und „Sein“).

Ab 13 Punkte wird es gut

Der „Gault Millau“ verteilt nach dem französischen Schulnotensystem zwischen null und 20 Punkte. 13 Punkte stehen dabei für mindestens eine der bis zu vier möglichen begehrten Kochmützen. Der „Gault Millau“ beurteilt deutlich weniger Restaurants als der Michelin. Das hat Auswirkungen für Leser und Küchenchefs. 16 Punkte bedeuten übrigens „hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität“.

Ironie und Sarkasmus

Während sich die Michelin-Tester mit wenigen Sätzen begnügen, um ein Restaurant zu charakterisieren, finden sich im „Gault Millau“ traditionell ausführliche Besprechungen. Diese sind oft von ätzender Ironie und beißendem Sarkasmus erfüllt. Davor sind auch die mit Kochmützen ausgezeichneten Köche keineswegs sicher.

  • So diskutiert man etwa beim „Erbprinz“ (15 Punkte) die Frage, „ob für die sehr fair kalkulierten Weine ein Tablet praktischer sein soll als eine übersichtliche Karte“, letztlich doch nicht.
  • Bei „Anders auf dem Turmberg“ (14 Punkte) wird festgestellt, dass der gebratene Zander zwar „akkurat zubereitet“ war, aber „nicht neu gedacht“.
  • In der Karlsruher „Künstlerkneipe“ (15 Punkte) feierten einst „Deutschlands Kino-Größen wie Maria Schell und O. W. Fischer, nachdem der „Bambi“ verliehen worden war.
  • Beim „Kesselhaus“ (16 Punkte) erfährt man, dass es sich in einem aufwendig restaurierten Backsteingebäude befindet, „in dem mal eine der größten Lumpensortieranstalten Deutschlands rettete, was zu retten war“.
  • „Nagels Kranz“ (13 Punkte) muss mit dem Hinweis leben, dass berühmte Bordeaux auf der „jetzigen Weinkarte einer bescheidenen Auswahl vor allem eher heimischer Tropfen wichen“.
  • Bei der „Oberländer Weinstube“ (14 Punkte) ist die Rede davon, dass das gesamte Ambiente „etwas Museales hat“.
  • Philosophisch wird es beim „Sein“ (14 Punkte). Küchenchef Thorsten Bender wird mit dem Ziel zitiert, seine „Interpretation von glücklich sein“ erreichen zu wollen.
  • Die Pfinztaler „Hammerschmiede“ wartet mit 15 Punkten auf und bekommt ein besonderes Lob durch Verweis auf „eine der schönsten Restaurant-Terrassen in Deutsch-Südwest“.
  • Damit kann der „Hirsch“ in Remchingen (15 Punkte) nicht aufwarten. Dafür wird die Karte mit „deutschen Topwinzern“ gewürdigt – „mit einer „vorbildlichen Auswahl an offenen Weinen“, die man auf der Terrasse genießen kann, die einen offenbar netten Blick in den Bauerngarten erlaubt.
  • Wer in „Schwitzer’s“ in Waldbronn (16 Punkte) einkehrt, kann von der üppigen Weinkarte mit 300 Positionen gleichsam erschlagen werden. Wer unentschlossen ist, „findet im absolut aufmerksamen Service eine professionelle Hilfe“, die den Gast bei der Auswahl unterstützt.
  • Das „Walk’sche Haus“ (16 Mützen) verspricht laut Gault Millau“ „gediegene Gastlichkeit auf gemütliche badische Art“. Zudem beeindruckt das Haus „mit seiner Baden-Auswahl in teilweiser enormer Jahrgangstiefe“.
  • Internet
    gaultmillau.com