Lebensraum für Insekten: Zum dritten Mal rufen die Bauern im Land zu ihrer Blühstreifenaktion „BWblühtauf – gemeinsam für Artenvielfalt“ auf.
Lebensraum für Insekten: Zum dritten Mal rufen die Bauern im Land zu ihrer Blühstreifenaktion „BWblühtauf – gemeinsam für Artenvielfalt“ auf. | Foto: LBV

Aktion „BWblühtauf“ des LBV

Im Landkreis Karlsruhe übernehmen nur wenige Menschen Blühpatenschaften für Artenvielfalt

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Mit der Aktion „BWblühtauf – gemeinsam für Artenvielfalt“ möchte der Landesbauernverband (LBV) in Baden-Württemberg etwas fürs ökologische Gleichgewicht tun und gemeinsam mit den Bürgern Insektenfutter anbauen, wie er in einer Pressemitteilung schreibt. Wirklich zum Tragen kam diese Idee im Landkreis Karlsruhe aber bislang nicht.

Das Engagement für Artenvielfalt funktioniert, indem Interessierte eine Blühpatenschaft erwerben. Auf einer Übersichtskarte von „BWblühtauf“ kann man den gewünschten landwirtschaftlichen Betrieb auswählen, den Landwirt über die angegebenen Kontaktdaten ansprechen und eine individuelle Blühpatenschaft vereinbaren.

Es könnte ein bisschen mehr werden.

Martin Unterweger, Obstbauer aus Walzbachtal-Wössingen

Größe der Fläche, Laufzeit und Kosten pro Quadratmeter werden individuell abgesprochen. Der Landwirt sät dann die vereinbarte Blühfläche für den Paten in gewünschter Flächengröße ein. „Es könnte ein bisschen mehr werden“, zeigt sich Martin Unterweger von der Aktion bisher eher enttäuscht. Der Obstbauer aus Walzbachtal-Wössingen hat einen Hektar Land für die Initiative des LBV freigehalten, mitgemacht haben bislang aber nur sieben Paten.

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Bis Ende Mai kann noch gesät werden

Unterweger hat schon an Weihnachten in seinem Hofladen statt Geschenke für seine Kunden zu verteilen, Blühflächen angelegt. „Die Resonanz war positiv“, erzählt er. „Aber die anschließende Eigeninitiative, mitzumachen, ist bis jetzt gering.“ Bis Ende Mai könne man die Blühflächen noch aussäen, Paten könnten zwischen einer Fläche von 25 oder 50 Quadratmetern wählen.

Das Ergebnis sei „eine wunderbar anzusehende Blühmischung“, zwölf verschiedene Blüten bis in den Herbst hinein. Unterweger legt diese Art von Blühstreifen schon seit Jahren an – auch ohne Patenschaften. „Es gefällt mir einfach“, erklärt er.

Blühflächen sind gut für Insekten und Böden

„Jeden Monat erstrahlt das Feld in einer anderen Farbe.“ Einen weiteren Hintergedanken habe er als Obstbauer dabei gar nicht, aber die einjährigen Blüher seien auch gut für den Boden, der sich in dieser Zeit erholen könne sowie für die Artenvielfalt.

Der LBV weist darauf hin, dass jeder, egal ob im heimischen Garten oder auf dem Balkon, etwas für Insekten tun kann. In privaten Gärten müsse nicht ständig der Rasenmäher unterwegs sein. Einen Teil der Wiese kann man einfach wachsen lassen, am besten mit Brennnesseln, Karden und Disteln sowie Wildblumen. Aber auch vegetationslose Stellen sollte der Garten haben. Hier finden heimische Wildbienen optimale Nistplätze im Boden.

Auf dem Balkon oder auf der Fensterbank kann jede Blühpflanze Insekten helfen, so der LBV. Wildblumen wie Glockenblume, Hornklee oder Sonnenröschen eignen sich dafür genauso wie die Blüten von Küchenkräutern.

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Lieber Wildblumen als Zierpflanzen

Zierpflanzen sind allerdings meist kein Bienenfutter. Geranien schmücken zwar viele Balkone, Bienen haben von ihnen jedoch nichts. Für sie pflanzt man besser Verbenen, Löwenmäulchen oder Lavendel, empfiehlt der LBV. Gerade die heißen und trockenen Sommer machen den Insekten zu schaffen. Eine flache, mit Wasser gefüllte Schale mit ein paar flachen Steinen darin reiche als Tränke.