Bienenschützer: Albert Rückert vom Bruchsaler Imkerverein muss die Varroamilbe bekämpfen. | Foto: Franz Lechner

Bienen

Imker in der Region können immer besser auf Schädlinge reagieren

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Gute Nachrichten: Viele Bienenvölker im Landkreis Karlsruhe sind gut über den Winter gekommen. Imker haben in den vergangenen Jahren viel dazugelernt und können immer besser auf einen Befall mit Schädlingen wie etwa der Varroamilbe reagieren. Die ist allerdings nicht die einzige Gefahr für die Bienen.

Von unserem Mitarbeiter Franz Lechner

Albert Rückerts Bienen geht es gut. „Meine Völker sind trotz Varroamilben gut über den Winter gekommen“, sagt der Kraichtaler Imker und vom Landratsamt ernannte Bienensachverständige für Unter- und Oberöwisheim.

Das war vor einigen Jahren noch ganz anders. Anfang des Jahrtausends geriet die Varroamilbe in die Schlagzeilen. Damals gingen viele Honigbienenvölker durch diesen Schädling zu Grunde. Viele fürchteten das Ende der Bienen. Für einige Wildbienenarten stimmt das wohl tatsächlich: „Unseren Honigbienen geht es im Allgemeinen aber wieder besser“, erklärt Rückert.

Imker haben bei der Bekämpfung von Schädlingen dazugelernt

Der Grund: „Wir haben in den letzten Jahren viel dazugelernt und wissen daher heute besser, wie wir die Milbe bekämpfen können“, antwortet das Mitglied des Bruchsaler Imkervereins. Wichtig sei beispielsweise, dass man bereits im Juli anfange, die Milben mit den zugelassenen Mitteln zu bekämpfen, sagt Rückert.

Bienen von Faulbrut bedroht
Solange die Bienen noch Honig sammeln, dürfen Imker keine Mittel gegen Schädlinge wie die Varroamilbe einsetzen.  | Foto: Julian Stratenschulte/Archivbild

Das heißt aber auch, dass ein Imker schon im Hochsommer die Honigproduktion seiner Bienen beenden muss. „Während der Tracht – so nennen wir die Zeit, in der Bienen Nektar und Pollen sammeln – dürfen wir nämlich keine der Mittel zur Bekämpfung der Milbe einsetzen“, sagt Rückert.

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Standorttreue Hobby-Imker sind im Vorteil

Für Wanderimker, also auch für alle Berufsimker, ist die Bekämpfung der Varroamilbe daher nicht ganz so einfach wie für standorttreue Hobby-Imker. „Wer möglichst viel Honig mit seinen Bienen produzieren muss oder will, kann nicht schon im Juli mit der Bekämpfung der Milbe anfangen, der wandert mit seinen Bienenvölkern im Hochsommer in die Pfalz oder in den Schwarzwald“, sagt Rückert.

Wir konnten in den letzten Jahren viel Erfahrung im Umgang mit diesem Bienen-Schädling sammeln.

Hugo Heiler, Bienensachverständiger für Philippsburg, Huttenheim und Rheinhausen

Aber auch solche Imker kommen inzwischen viel besser mit der Varroamilbe zu recht. Das bestätigt der Bienensachverständige für Philippsburg, Huttenheim und Rheinhausen, Hugo Heiler. „Wir konnten in den letzten Jahren viel Erfahrung im Umgang mit diesem Bienen-Schädling sammeln und außerdem sind inzwischen viele verschiedene Mittel zur Varroa-Bekämpfung auf dem Markt“, sagt das Mitglied des Bezirksimkerverein Philippsburg.

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Die Varroamilbe ist nicht die einzige Bedrohung

Eine andere ähnlich gefährliche Krankheit für Bienenvölker, die amerikanische Faulbrut, ist die Hauptaufgabe von Bienensachverständigen wie Heiler und Rückert. „Die Faulbrut ist eine meldepflichtige, von einem Bakterium verursachte Bienenkrankheit, die sich schon lange vor der Varroamilbe bei uns breitmachte“, erklärt Rückert. Um die Ausbreitung dieser sehr infektiösen Krankheit zu verhindern, braucht jeder Imker, der mit seinen Völkern wandert, ein Gesundheitszeugnis, das ihm bestätigt, dass seine Völker keine Faulbrut haben.

Bienensachverständige wie Albert Rückert und Hugo Heiler untersuchen im Auftrag des Veterinäramtes die Völker in ihrem Zuständigkeitsbereich auf die Faulbrut und stellen die Gesundheitszeugnisse aus.

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