Die Vielfalt bei den Adventskalendern ist riesig. Formen und Gestaltung sind kaum überschaubar. Mal werden die Adventskalender mit Süßigkeiten gefüllt, mal mit Werkzeug oder Schönheitsmittelchen: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. | Foto: dpa

Europa-Adventskalender

Lehrreicher Adventskalender mit Fragen und Antworten zu Europa

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Ein bunter, mit weihnachtlichen Figuren, Kerzen oder Tannenzweigen bedruckter Karton, an dem sich kleine Türchen öffnen lassen. Dahinter verbergen sich jeden Tag kleine Bildchen zur Vorweihnachtszeit: So ist der Adventskalender älteren Menschen noch in guter Erinnerung.

Warten auf Weihnachten erleichtert

Heutzutage ist dieses Accessoire, das heute wie früher Kindern die Wartezeit aufs Christkind erleichtern (wenn schon nicht verkürzen) soll, ungleich vielfältiger geworden – in Form, Gestaltung und Inhalt. Schokoladenhersteller füllen ihren Adventskalender mit Süßigkeiten.

Unzählige Varianten

Andere Angebote gehen noch weiter: Es gibt Adventskalender in unvorstellbarer Menge (einfach mal den Begriff googeln). Für Männer mit Werkzeug, hochprozentigen Getränken, mit Fußball und weiß der Himmel was. Für Frauen gleichermaßen, etwa mit Deko-Artikeln, Schönheitsmittelchen, Tees oder veganen Süßigkeiten. Aber: In manchen Familien wird die Tradition gepflegt, den Adventskalender zu basteln.

Familie Caspary bastelt Adventskalender selbst

So passiert es übrigens bei der Familie Caspary in Weingarten: Die Kinder basteln wechselweise mit Mama und Papa den Adventskalender für die Eltern. Daniel Caspary,  Abgeordneter der Christdemokraten im Europäischen Parlament, hat einen eigenen Adventskalender entworfen. Mit seiner Idee geht er zu den Ursprüngen des vorweihnachtlichen Objekts zurück: ein Karton in DIN-A-4, goldfarben, bedruckt mit weihnachtlichen Motiven und ausgestattet mit 24 Türchen, durch rote und grüne Punkte gekennzeichnet.

Vorne Frage, innen Antwort

Auf jedem Türchen wird eine Frage zu Europa gestellt, dahinter findet sich die Antwort. Ein lehrreicher Adventskalender also. „Ich wollte keine üblichen Weihnachtskarten verschicken“, erzählt der CDU-Politiker. Aber Weihnachten ohne Grüße? Das gehe auch nicht. So entstand, schon voriges Jahr, die Idee zum Europa-Fragen-Adventskalender.

Auf dem Türchen steht die Frage, und wenn es geöffnet wird, erscheint im Fenster die Antwort: 24 Europa-spezifische Fragen und Antworten hat der EU-Abgeordnete Daniel Caspary für seinen Adventskalender zusammengestellt. Foto: del | Foto: del

Die zweite Auflage, mit neuen Fragen und zugehörigen Antworten, gibt es etwa 2 500 Mal. 2 000 habe er per Post versandt, die anderen bei Veranstaltungen verschenkt, sagt Caspary. Die Idee hat er mit seinen Mitarbeitern umgesetzt. „Ich habe das Glück, dass ich bei vielen Ideen helfende Hände habe, die diese umsetzen, Mitarbeiter, auf die ich mich verlassen kann.“ Die Rückmeldung im vergangenen Jahr habe ihn veranlasst, das Projekt in dieser Form noch einmal anzugehen.

Adventskalender gibt es seit Mitte des 19. Jahrhunderts

Adventskalender gibt es laut einschlägiger Lexika seit Mitte des 19. Jahrhunderts, entstanden in protestantischen Gegenden. Seinerzeit bestand der Kalender aus Bildern, die jeden Tag bis Heiligabend aufgehängt wurden. Oder aus 24 Kreidestrichen auf einer Tür, von denen jeden Tag einer weggewischt wurde. Abreißkalender waren ebenfalls eine beliebte Variante. Und das erste Exemplar mit Schokoladenstückchen hinter den Türchen wurde 1958 verkauft. Eine gerne besuchte Variante ist der Adventskalender am Rathaus in Gengenbach: Dort wird jeden Tag ein weiteres Fenster erleuchtet.