Ein Schnakenstich juckt ganz fürchterlich. | Foto: dpa

Plage vorbei?

„Schnakenpapst“ Norbert Becker: „Die Lage hat sich normalisiert“

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Trotz der zeitweilig übermäßig vielen Schnaken gilt 2019 unterm Strich als ein normales Schnakenjahr. So sieht es „Schnakenpapst“ Norbert Becker.

Von unserem Mitarbeiter Werner Schmidhuber

Was macht die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs), bei der Sie wissenschaftlicher Direktor sind, momentan?

Becker: Die Hochwasserwellen – die letzte hatten wir Mitte Juni – bescherten uns verhältnismäßig viele Stechmücken. Leider fiel mit dem Verlust der beiden Hubschrauber ein Teil der Bekämpfungsmaßnahmen aus. Wir konnten nur zu Fuß ran. Jetzt steht die Hilfe von oben wieder zur Verfügung.

Norbert Becker, wissenschaftlicher Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs). | Foto: pr

Wie ist Ihre Zwischenbilanz?

Becker: In der Region konnten wir 800 Hektar von insgesamt 2 800 zu Fuß bekämpfen. Auf 2 000 Hektar war es nicht möglich. Dieses Areal musste unberücksichtigt bleiben. Was sich erheblich auf den Schnakenbestand auswirkte. Insgesamt haben wir 35 Tonnen Eisgranulat zur Bekämpfung gebraucht.

Wie waren die Auswirkungen?

Becker: Unsere Zahlen belegen große Unterschiede: Die linksrheinische Seite und die dortigen Kommunen waren mehr in Mitleidenschaft gezogen als die Gemeinden auf dem badischen Terrain. In der zweiten Junihälfte hatten wir das Maximum an Belästigungen unserer Bevölkerung erreicht.

Wie sind die Aussichten?

Becker: Jetzt hat sich die Lage normalisiert, wir liegen im eher durchschnittlichen Bereich. Die Kabs steht Gewehr bei Fuß; wir können, wenn es wieder Hochwasser gibt, auf unsere Hubschrauber zurückgreifen. Bei Dauerregen und Hochwasserwellen, also bei Idealverhältnissen für die Stechmücken, sähe es kritisch aus, dann würden sich die Plagegeister wieder stark vermehren und Opfer suchen.