Die SPD Karlsruhe-Land macht stellt sich für die Landtagswahlen 2021 auf: Alexandra Nohl (Wahlkreis Bruchsal; von links), Aisha Fahir (Wahlkreis Ettlingen), Kreisvorsitzender Christian Holzer, Stephan Walter (Wahlkreis Bretten) und Generalsekretär Sascha Binder.
Die SPD Karlsruhe-Land macht stellt sich für die Landtagswahlen 2021 auf: Alexandra Nohl (Wahlkreis Bruchsal; von links), Aisha Fahir (Wahlkreis Ettlingen), Kreisvorsitzender Christian Holzer, Stephan Walter (Wahlkreis Bretten) und Generalsekretär Sascha Binder. | Foto: Keller

Die Basis entscheidet

SPD Karlsruhe-Land legt seine Landtagskandidaten aus Bretten, Bruchsal und Ettlingen fest

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Neue Wege ging die SPD Karlsruhe-Land bei der Entscheidung, wer für die Wahlkreise Bretten, Bruchsal und Ettlingen 2021 bei der Landtagswahl antreten soll. Dazu zählte die Befragung der Mitglieder, eine offene Bewerbungsphase und Youtube-Videos. Jetzt stehen die drei Kandidaten fest.

Die Mitglieder der SPD Karlsruhe-Land haben gemeinsam entschieden, wer für die drei Wahlkreise Bretten, Bruchsal und Ettlingen im kommenden Jahr für den Landtag Baden-Württemberg kandidieren soll. Bei der eigens dafür angelegten Befragung setzten sich Stephan Walter (Wahlkreis Bretten), Alexandra Nohl (Wahlkreis Bruchsal) und Aisha Fahir (Wahlkreis Ettlingen) durch. Nach der Sommerpause werden sie bei einer Versammlung noch formal nominiert.

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Ursprünglich hätte das Ergebnis schon Ende März feststehen sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie verlängerte die SPD die Frist zur Stimmabgabe bis zum 29. Mai. Ihre Stimmen gaben über 600 Mitglieder ausschließlich per Briefwahl ab. Ausgezählt wurde am Freitagabend im Regionalzentrum in Karlsruhe. Persönliche Vorstellungsrunden wurden zuvor ins Internet auf die Plattform Youtube verlegt.

Beteiligung liegt bei rund 40 Prozent

Walter erhält 47,2 Prozent der Stimmen aus seinem Wahlkreis Bretten, Alexandra Nohl 75,2 Prozent aus Bruchsal und Aisha Fahir 68 Prozent aus Ettlingen. Insgesamt beteiligten sich rund 40 Prozent der Mitglieder an der Befragung. „Das ist deutlich mehr, als es je bei einer Versammlung gewesen wäre“, bewertet SPD-Generalsekretär Sascha Binder das neue Verfahren. „Das ist einzigartig im Land und unabhängig von Corona.“

SPD Karlsruhe-Land übergibt Entscheidung an die Basis

Erstmals bindet die SPD Karlsruhe-Land ihre Mitglieder damit ganz bewusst in den Auswahlprozess für die Landtagskandidatur mit ein. „Wir wollten, dass jeder eine Stimme hat“, erklärt Christian Holzer, SPD-Kreisvorsitzender. So funktioniere Basisdemokratie. „Zudem wollten wir das Vertrauen in das politische System stärken, dass jeder die Chance hat, zu kandidieren.“

Unter Einhaltung der Corona-Hygienevorschriften zählen Mitglieder des Wahlauschusses der SPD Karlsruhe-Land am Freitagabend die Stimmen der Briefwahl im Regionalzentrum in Karlsruhe aus.
Unter Einhaltung der Corona-Hygienevorschriften zählen Mitglieder des Wahlauschusses der SPD Karlsruhe-Land am Freitagabend die Stimmen der Briefwahl im Regionalzentrum in Karlsruhe aus. | Foto: Keller

Bewerbung um Landtagskandidatur war für alle Mitglieder offen

Die Benachrichtigung zur Befragung ging demnach nicht nur an die Ortsvorsitzenden, sondern an jedes einzelne Mitglied direkt. „Jeder konnte sich als Bewerber aufstellen, ohne dass er zuvor in einer bestimmten Position oder eine festgelegte Zeit in der Partei sein musste“, ergänzt Holzer.

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Jede Gliederung müsse für sich selbst entscheiden, ob der Weg einer Befragung für sie der richtige sei, erklärt Generalsekretär Binder mit Blick auf die verbleibenden Wahlkreise im Land. Aber er sehe die hohe Beteiligung in Karlsruhe-Land als Hoffnung dafür, die Wahlkreise wieder in den Landtag zu bringen.

„Unsere Demokratie braucht Mut und Haltung“, sagt Aisha Fahir. Ihr Ziel: Die Gebühren-Freiheit von der Kita bis zum Meister und Master. Parteigenossin Nohl will der Region in Stuttgart bei einer Wahl wieder eine Stimme verleihen. Zudem sagt sie: „Was vor Corona groß war, muss auch danach wieder groß sein“, und meint damit Umwelt- und Klimaschutz. „Mobilität und ÖPNV, da gibt es einiges zu tun. Da herrscht bei den Bürgern auch im Landkreis viel Missmut“, so Walter.