Betrunkene Jugendliche haben für Ärger auf dem Eggensteiner Faschingsumzug gesorgt. Die Polizei war mit 80 Einsatzkräften vor Ort.
Ein psychisch kranker Mann aus dem Raum Schwäbisch Hall ist mit seinem Fahrzeug in der Nacht zum Montag über zwei Stunden und über mehrere Landkreise hinweg vor der Polizei geflüchtet. | Foto: Archiv/Hora

Schwäbisch Hall bis Rastatt

250 Kilometer: Flucht vor der Polizei endet in Iffezheim

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Ein psychisch kranker Mann aus dem Raum Schwäbisch Hall ist mit seinem Fahrzeug in der Nacht zum Montag über zwei Stunden und über mehrere Landkreise hinweg vor der Polizei geflüchtet.

Er konnte schließlich bei Iffezheim im Landkreis Rastatt gestoppt und überwältigt werden. Zuvor war dem Mann aus einem psychiatrischen Krankenhaus aus Weinsberg geflüchtet. Der 41-Jährige hatte auf seiner Flucht andere Verkehrsteilnehmer gefährdet und zwei Streifenfahrzeuge erheblich beschädigt.

Verfolgungsjagd beginnt in Schwäbisch Hall

Der Mann war aufgrund seiner psychischen Erkrankung und damit einhergehenden Eigen- und Fremdgefährdung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Weinsberg gerichtlich untergebracht. Von dort war er am Sonntag gegen 16 Uhr geflüchtet, woraufhin eine Fahndung eingeleitet wurde. Aufgrund von Zeugenhinweisen wurde bekannt, dass er gegen 21.20 Uhr an seiner Wohnanschrift in Vellberg in seinen VW Golf gestiegen und davon gefahren war. Um 21.54 Uhr konnte der VW in Schwäbisch Hall von einer Polizeistreife gesichtet und verfolgt werden. Auf Anhaltezeichen reagierte der 41-Jährige nicht, vielmehr missachtete er mehrere rote Ampeln und umfuhr eine Straßensperre.

Ende der wilden Fahrt in Iffezheim

Er setzte seine Fahrt über die B19 auf der A6 in Richtung Nürnberg unbeirrt und mit hoher Geschwindigkeit sowie riskanter Fahrweise fort. Bei Feuchtwangen verließ er kurzzeitig die Autobahn und fuhr in die andere Fahrtrichtung wieder auf, um seine Fahrt in Richtung Mannheim fortzusetzen. Bei Ilshofen gefährdete er einen anderen Autofahrer, den er rechts überholt und zu einem Bremsmanöver gezwungen hatte. Der Autofahrer geriet ins Schleudern, konnte sein Fahrzeug glücklicherweise abfangen und einen Unfall verhindern. Versuche der Streifenfahrzeuge, den VW-Lenker zu überholen, verhinderte der 41-Jährige durch aggressive Fahrstreifenwechsel. Am Autobahnkreuz Walldorf setzte der Mann seine Fahrt auf der A5 in Richtung Baden-Baden fort, passierte Karlsruhe und verließ schließlich bei Baden-Baden die Autobahn und fuhr auf der B500 in Richtung Frankreich. In einem Gewerbegebiet bei Iffezheim konnte der halsbrecherischen Flucht in den frühen Morgenstunden letztlich ein Ende gesetzt werden.

Mehrere Zehntausend Euro Schaden

Nachdem der Flüchtige zwei Streifenfahrzeuge gerammt hatte, klickten in der Straße „Südring“ unweit der B36 um kurz vor 4 Uhr die Handschellen. Der durch den Unfall verursachte Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen insgesamt mehrere Zehntausend Euro – an einem Streifenwagen dürfte Totalschaden entstanden sei. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Der 41-Jährige wurde anschließend wieder in das psychiatrische Krankenhaus Weinsberg verbracht. Im droht nun ein Strafverfahren wegen Straßenverkehrsgefährdung, die Ermittlungen dauern an.

250 Kilometer zurückgelegt

Der Mann hatte auf der Flucht vor der Polizei eine Strecke von ungefähr 250 km zurückgelegt. Durch umsichtiges Verhalten der Einsatzkräfte wurde versucht die Risikobereitschaft des Flüchtigen nicht weiter zu erhöhen. Hierzu wurde zeitweise ein größerer Abstand gehalten, Blaulicht zum Teil ausgeschaltet und im Bereich Karlsruhe die Hinterherfahrt nur mit einem Zivilfahrzeug und dem Polizeihubschrauber durchgeführt. Der Einsatz wurde durch die Führungs- und Lagezentren der beteiligten Polizeipräsidien anhand moderner Technik reibungslos geführt. Bei dem Einsatz war ein Polizeihubschrauber und zahlreiche Streifenbesatzungen der Polizeipräsidien Heilbronn, Mannheim, Karlsruhe, Offenburg und Aalen sowie aus Bayern beteiligt.

Verkehrsteilnehmer, die durch die Fahrweise des VW-Lenkers gefährdet wurden, werden gebeten, sich bei der Verkehrspolizeidirektion Schwäbisch Hall, Telefon (07904) 94260 zu melden.

(ots/ bnn)