Eine Gefahr für die Häuser war der Sturm unter anderem in der Gemeinde Durmersheim. Dort stürzten zahlreiche Bäume um, Äste wurden abgerissen und Laub in den Straßen verteilt. In den Wäldern ist weiterhin Vorsicht geboten. Zudem erlitten viele Hausdächer Schäden und die Keller liefen mit Regenwasser voll. | Foto: Collet

Über 100 Einsätze

Auswirkungen von Sturm dauern im Landkreis Rastatt an

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Wenige Minuten heftiger Regen mit starken Windböen haben ausgereicht. Der Sturm von Dienstagabend hinterließ im Landkreis Rastatt zum Teil große Schäden. Der Bahnverkehr zwischen Rastatt und Karlsruhe ist noch immer beeinträchtigt. Stromausfälle, kaputte Dächer, Wasser in den Kellern und umgestürzte Bäume beschäftigten neben der Feuerwehr auch die Bürger noch Stunden später.

Rund 100 Einsätze im Bereich der Hardt erfasste die Integrierte Leitstelle des Landkreises Rastatt in der Nacht auf Mittwoch. „Schwerpunkte waren Durmersheim und Bietigheim“, betonte der stellvertretende Leiter Martin Sauer. „Trotz der Masse war es aber relativ ruhig.“

Dachziegeln werden zur Gefahr

Die Freiwillige Feuerwehr Durmersheim wurde alleine zu 53 Einsätzen gerufen, teilt ein Gemeinde-Mitarbeiter mit. Die Kirche St. Dionys werde abgesperrt, da abfallende Dachziegel zur Gefahr für Passanten werden, erklärt er weiter. Umstürzende Bäume etwa in der Straße „Am Oberwald“ beschädigten mehrere Fahrzeuge und blockierten die Straße, teilt die Polizei mit. Etliche Wege im Durmersheimer Wald sind ebenfalls nicht begehbar, ergänzt die Gemeinde. Das genaue Ausmaß sei noch unbekannt, die Aufräumarbeiten im Ort hätten jedoch Vorrang.

Der Sturm war zwar kurz, aber dafür heftig.

„Einige Keller sind auch vollgelaufen. Es war zwar nicht viel Wasser, aber genug, um es rausschöpfen zu müssen“, berichtet ein betroffener Bürger. Das Dach seines Hauses hat zusätzlich Schäden davongetragen. Einen Dachdecker zu bekommen sei derzeit kaum möglich. „Der Sturm war zwar kurz, aber dafür heftig.“

Sturm verdreht Ampelanlagen

Die wenigen Minuten Starkregen haben ausgereicht, zieht auch eine Sprecherin der Gemeinde Bietigheim Fazit. 30 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr bewältigten rund 44 Einsätze. Die Auswirkungen des Sturms sind auch dort dieselben: Dachschäden, umgefallene Bäume und Wasser in den Kellern. Sogar eine Straßenbahn blieb liegen. Wie die Polizei mitteilt, wurden in der Straße „Im Sonnenschein“ Teile einer Hauswand sowie eines Rolltors weggerissen. Der Sturm verdrehte außerdem Ampelanlagen auf der B36 bei Bietigheim, sodass Autofahrer die Schaltung nicht mehr sehen konnten.

Wir kümmern uns zunächst einmal um alles, was gefährlich sein könnte.

„Es wird noch einige Tage dauern, bis wir alles beseitigt und einen Überblick haben“, betont die Sprecherin der Gemeinde. Die Urlaubszeit habe die personellen Ressourcen geschwächt. „Wir kümmern uns zunächst einmal um alles, was gefährlich sein könnte.“ Die Alte Kirche habe es ebenfalls erwischt und müsse abgesichert werden. Der Wind habe zudem jede Menge Laub verteilt, das die Straßenabflüsse und Dachrinnen verstopft. „Der ganze Ort fegt, damit Wasser ablaufen kann“, erklärt sie. Gravierende Schäden gebe es bislang nicht. „Aber die Summe macht es aus.“

Zerstörung hinterließ der Sturm nicht nur in der Natur, sondern wie hier auch mit Sachschäden auf einem Volleyballfeld in Durmersheim.
Zerstörung hinterließ der Sturm nicht nur in der Natur, sondern wie hier auch mit Sachschäden auf einem Volleyballfeld in Durmersheim. | Foto: Collet

Waldschäden in Rastatt

Rastatt blieb weitestgehend verschont, teilt die freiwillige Feuerwehr mit: „Wir hatten keine unwetterbedingten Einsätze.“ Den Stadtwald hat es jedoch getroffen: Rund 150 Festmeter Holz seien dem Sturm zum Opfer gefallen, resümiert die Stadt. Förster Martin Koch rät Spaziergängern und Radfahrern im Wald und Grünanlagen weiter wachsam zu sein. Abgebrochene Äste könnten sich lösen und herunterfallen. Der Schwerpunkt des Unwetters zeige sich nördlich der Fährstraße in Plittersdorf, berichtet Koch. Die Bäume, vor allem Pappeln und Weiden im Bereich des Naturschutzgebiets „Rastatter Rheinaue“, wurden in der Krone oder im astfreien Bereich abgebrochen oder entwurzelt.

Strom fiel aus

Teile Rastatts sowie Wintersdorf und Ottersdorf erlebten zudem einen Stromausfall. Etwa 70 Minuten dauerte dieser nach Angaben der Stadtwerke Rastatt. Ein Blitzeinschlag in ein externes Leitungsnetz habe dazu geführt, dass die Versorgung unterbrochen wurde. „Dass ein Schalter fällt und Haushalte vom Netz nimmt, ist beabsichtigt, um Schäden zu verhindern“, erklärt Dietmar König von den Stadtwerken.

Bahnverkehr bleibt beeinträchtigt

Für Bahnreisende gibt es weiterhin Beeinträchtigungen zwischen Rastatt und Karlsruhe. Prognosen zufolge werde das voraussichtlich bis Freitagmorgen so bleiben, erklärt Nicolas Lutterbach, Sprecher des Karlsruher Verkehrsbundes (KVV): Die Strecke über Muggensturm und Ettlingen West ist aufgrund eines Oberleitungsschadens gesperrt. Auf der Strecke über Durmersheim, Bietigheim und Ötigheim verkehrt lediglich die S7 sowie ein Schienenersatzverkehr, mit Ausnahme der Haltestelle Durmersheim Bahnhof, der ab Rastatt an die S8 nach Forbach anschließt. „Aufgrund der Sperrung des anderen Abschnitts und Umleitungen sind die Kapazitäten eingeschränkt.“