Der Start der Pflanzaktion von Paulownia-Bäumen erfolgte im vergangenen Jahr. Zwischenzeitlich wurden die Pflanzen deutlich zurückgeschnitten.
Der Start der Pflanzaktion von Paulownia-Bäumen erfolgte im vergangenen Jahr. Zwischenzeitlich wurden die Pflanzen deutlich zurückgeschnitten. | Foto: Collet

Entwicklung nach Plan

Die Paulownien in Bietigheim treiben aus

Anzeige

Einige Verwunderung hatte in den vergangenen Wochen nicht nur bei vielen Bietigheimern ein Blick über die Felder im Bereich der Hardtgemeinde ausgelöst. Seit Juni vergangenen Jahres ragten doch kleine Bäumchen aus dem Boden – und mit einem Mal schienen sie alle verschwunden. Dem allerdings ist nicht so. „Die Paulownien wurden auf Stock gesetzt“, erklärt Bietigheims Revierförster Willi Renkert.

Im Klartext: Nach den Wintermonaten wurden die teilweise schon einen Meter hohen Bäume bis auf Bodenebene abgeschnitten, treiben mittlerweile aber wieder aus. „Einige waren innerhalb kurzer Zeit schon wieder über 40 Zentimeter hoch“, sagt Renkert und verweist darauf, dass der stärkste Trieb sich zu dem gewünschten Baum entwickeln wird.

Wachstum ist in Gang

Wolfgang Goese, Präsident des Verwaltungsrates von Green Wood International, das die Flächen in Bietigheim gepachtet und das Projekt entwickelt hat (die BNN berichteten), spricht von einem Akklimatisierungsjahr für die Wurzeln. „Im ersten Jahr müssen sie sich etablieren und beanspruchen viel Energie, nach dem Rückschnitt entwickeln sich die Bäume dann erst richtig“. Dabei sei das Wachstum erst nach den Eisheiligen wieder so richtig in Gang gekommen. „Bisher verläuft die Entwicklung planmäßig“, bilanziert Goese.

Paulownien sind bereits verkauft

In ihrem Endzustand sollen die Paulownien zwölf bis 15 Meter hoch werden – und zwar innerhalb einer Frist von zehn bis zwölf Jahren. Insgesamt hatte das Schweizer Unternehmen Green Wood 33 Flächen, gleichbedeutend mit 64 Hektar, in Bietigheim gepachtet und dort insgesamt 20.000 Paulownia-Bäume gesetzt, die in langen Reihen stehen und bereits alle verkauft seien.

Noch etwas unscheinbar wirken die neuen Bäume auf den Feldern bei Bietigheim. Bald aber sollen sie deutlich größer sein.
Noch etwas unscheinbar wirken die neuen Bäume auf den Feldern bei Bietigheim. Bald aber sollen sie deutlich größer sein. | Foto: Collet

Edelholz für Mobiliar

„Wir haben mittlerweile noch weitere Anbauflächen in einer Größenordnung von 25 Hektar beantragt, dafür liegt aber noch keine Genehmigung vor“, wie Goese gegenüber den BNN bestätigte. Bislang ist die kleinste Plantage 0,01 Hektar groß, die größte 5,84 Hektar. Mit den Bäumen soll Edelholz gewonnen werden, das beispielsweise unter anderem für Mobiliar, Gitarren oder auch Surfbretter Verwendung finden kann.

Das war ein zusätzlicher Stressfaktor für die Pflanzen und da mussten wir sehr viel wässern.

Wolfgang Goese bestätigt, dass die extreme Trockenheit im vergangenen Jahr einige Probleme bereitet habe: „Das war ein zusätzlicher Stressfaktor für die Pflanzen und da mussten wir sehr viel wässern“. Einige Bäume seien aber dennoch eingegangen, sagt Goese, und spricht von einem Verlust von fünf Prozent, wobei diese Verluste aber durch Neupflanzungen ersetzt worden seien, wie er betont.

Bäume haben ihre eigene GPS-Nummer

Finanziert werden die Plantagen von Anlegern, wobei die einzelnen Standorte der Bäume mit einer GPS-Nummer versehen wurden, sodass jeder Besitzer genau weiß, wo sein Baum steht. Ein Ziel, so teilt das Unternehmen Green Wood International mit, sei es gewesen, möglichst viele Bäume auf einem genau definierten Raster zu pflanzen, das es den Bäumen dennoch erlaubt, möglichst optimal zu wachsen. Die Wurzeln wurden in China herangezogen und dann per Container nach Deutschland gebracht. Durch das Graben ganz spezieller Löcher wurde das Anwachsen unterstützt.

Bietigheimer Standort ist optimal

Die Region um Bietigheim gelte dabei nach Einschätzung von Green Wood als extrem guter Standort mit besten klimatischen Bedingungen für die Bäume. Hervorgehoben wird zudem, dass die Pflanzen aufgrund ihres schnellen Wachstums und ihrer großflächigen Blätter optimal dazu geeignet seien, Kohlenstoffdioxid zu binden und als Sauerstoff wieder abzugeben.