Der DRK-Blutspendedienst lässt Blutspenden in von PFC betroffenen Kreisen wieder zu.
Der DRK-Blutspendedienst lässt Blutspenden in von PFC betroffenen Kreisen wieder zu. | Foto: dpa

DRK und PFC

„Eiszeit“ beim Blutplasma endet

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Zwei Jahre lagen sie auf Eis, nun werden sie wieder freigegeben: Wie der DRK-Blutspendedienst auf Nachfrage der Badischen Neuesten Nachrichten erklärt, wurde „im Rahmen einer Risikobewertung entschieden, Blutspenden aus der Region Rastatt/Baden-Baden wieder vollumfänglich freizugeben“. Dies sei Folge der Blutkontrolluntersuchungen, die im vergangenen Jahr im Landkreis Rastatt vorgenommen worden waren.

Dabei hatte sich gezeigt, dass vor allem die das Blut jener Menschen mit PFC belastet war, die den Chemikalien durch permanente Trinkwasserzufuhr ausgesetzt waren. Das betrifft konkret Kuppenheim mit Oberndorf sowie die Gernsbacher Kernstadt, die vor über den Wasserversorgungsverband Oberes Murgtal mit PFC-belastetem Trinkwasser versorgt wurden.

Keine normale Aufnahme

Die Blutplasmaproben, die von hier stammen, werden allerdings nicht wieder in den normalen Spender-Empfänger-Zyklus aufgenommen, sondern „ausschließlich für die Weiterverarbeitung zu Gerinnungsfaktor-, Albumin- und Immunglobulin-Präparaten verwendet“, so der DRK-Blutspendedienst.

Kontaminationsrisiko durch den Eintrag einzelner Blutspenden.

Bei dieser technischen Aufarbeitung von Blutplasma würden so viele Blutspenden zusammengeführt, dass eine sehr hohe Verdünnung des Plasmas erzielt würde, das seinerseits noch gereinigt wird. So werde ein „Kontaminationsrisiko durch den Eintrag einzelner Blutspenden“ ausgeschlossen. Da weltweit ein hoher Bedarf für diese Blutpräparate aus Plasmaspenden bestehe, sei „eine Vernichtung von Blutplasma ohne wissenschaftlichen Nachweis eines konkreten Risikos nicht geboten“.

Wichtige Blutspenden

Blutspenden aus Kuppenheim und Gernsbach seien daher auch weiterhin wichtig – zumal das Plasma sowieso nur eins von drei Produkten ist, die aus den Spenden hergestellt werden. Präparate aus roten Blutkörperchen und den Blutplättchen sind nicht von PFC belastet.

Belastung durch PFC

Das Plasma aus den anderen Städten und Gemeinden geht wieder zurück in die direkte Versorgung von Patienten. Es handelt sich dabei um Bühl-Weitenung, Sinheim-Müllhofen, Sinzheim-Halberstung und Sinzheim-Schiftung (hier waren die Einwohner indirekt durch belasteten Boden oder Grundwasser PFC ausgesetzt), sowie Au am Rhein, Bietigheim, Durmersheim, Elchesheim-Illingen, Ötigheim und Steinmauern (keine PFC-Exposition).

Stichproben geplant

Trotz der zweijährigen „Eiszeit“ wird der DRK-Blutspendedienst Blutproben aus Mittelbaden künftig nicht standardmäßig auf PFC untersuchen. Die Stoffgruppe sei zu groß, zudem fehlten immer noch ein Messwert, ab dem von einer besonderen Gesundheitsgefährdung ausgegangen werden könnte. Zur Qualitätssicherung sollen aber regelmäßige stichprobenartige Untersuchungen des Blutplasmas auf PFC gemacht werden. Der Landkreis plant, seine Blutkontrollen im Jahr 2020 und 2023 zu wiederholen.3