Die Gemeinschaftsschule in Bietigheim soll künftig in eine Grundschule umgewandelt werden. Die Entscheidung darüber soll nun allerdings erst in der nächsten Gemeinderatssitzung am 12. März fallen.
Die Gemeinschaftsschule in Bietigheim soll künftig in eine Grundschule umgewandelt werden. Die Entscheidung darüber soll nun allerdings erst in der nächsten Gemeinderatssitzung am 12. März fallen. | Foto: Collet

Fortbestand einer Schule in Bietigheim

Entscheidung zur Gemeinschaftsschule vertagt

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Es war alles vorbereitet. Gemeinderat, Architekt Andreas Fritz, der Leitende Schulamtsdirektor Wolfgang Held und Schulamtsdirektor Franz Veith hatten sich im Bürgerzentrum Alter Tabakschuppen versammelt, um über den Fortbestand der Bietigheimer Gemeinschaftsschule zu sprechen. Zudem durfte Bürgermeister Constantin Braun rund 150 Zuhörer begrüßen. Am Ende allerdings wurde die Entscheidung auf die nächste Gemeinderatssitzung am 12. März vertagt. Die CDU und SPD-Fraktion votierten dafür, die Freien Wähler dagegen.

Eine bauliche Lösung

Angeregt wurde die Vertagung vor allem von Jürgen Rastätter (CDU): „Wir brauchen noch mehr Informationen und es liegen keine Zahlen vor, was die bauliche Lösung kostet. Auch müssen wir ausloten, wie unsere Mandatsträger im Landtag uns unterstützen können.“ Das Problem: Am 13. und 14. März läuft die Anmeldung für die Gemeinschaftsschule – und einen Tag vorher muss nun der Gemeinderat beschließen, ob dies überhaupt noch möglich ist.

Das Kernproblem

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sah die Aufhebung der Gemeinschaftsschule vor – allerdings mit der Maßgabe, dass sie gleichsam als auslaufendes Modell weitergeführt wird, so dass die Schüler in den bestehenden Klassen noch einen Abschluss machen können. Dabei sollen zu Beginn des Schuljahres 2019/20 aber keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden. Kernproblem: Zu Beginn des Schuljahres 2018/19 hatten sich nur noch 17 Schüler für die Gemeinschaftsschule angemeldet. Laut den Vorgaben des Landes liegt indessen die Grenze, wonach noch eine Klasse gebildet werden kann, bei 16 Schülern, wie Wolfgang Held und Franz Veith nachdrücklich betonten. Somit müssten alle angemeldeten 17 Schüler bis zu ihrem Abschluss beisammen bleiben, um den Fortbestand zu gewährleisten.

Grundschule statt Gemeinschaftsschule

Hervorgehoben wurde in der Sitzung gleichwohl die hohe Unterrichtsqualität in der Gemeinschaftsschule, gerade auch im inklusiven Bereich. Dennoch waren die Anmeldezahlen nach einem guten Start zuletzt immer weiter gesunken. Da das Grundschulgebäude in der Wilhelmstraße aus baulichen Gründen nicht mehr länger zu betreiben ist, steht nun die Alternative im Raum, die Gemeinschaftsschule in eine Grundschule umzuwandeln und entsprechend zu ertüchtigen. Der Neubau einer Grundschule im Bereich der Schulstraße wird vonseiten des Landes nur gefördert, wenn eine deutlich positivere Entwicklung der Gemeinschaftsschule im Blick auf die Schülerzahlen erkennbar ist. Konkret bedeutet dies eine Zahl von 26 bis 28 Schülern pro Jahrgang, die über mehrere Jahre hinweg gesichert sein müsste.

Wir unterstützen das, denn es ist die einzig sinnvolle Lösung.

Samuel Engelhard (SPD) kritisierte, dass „hier die Grundschule gegen die Gemeinschaftsschule ausgespielt wird“. Es sei „Erpressung“, wenn die Zusage von Fördermitteln nur an solche Bedingungen geknüpft werde. Engelhard betonte, dass die Gemeinschaftsschule in Bietigheim ein Aushängeschild für das Thema Inklusion sei. Das vorgelegte Tempo bei der Entscheidungsfindung könne die SPD nicht mittragen: „Eine öffentliche Diskussion ist uns hier schon sehr wichtig.“

Ein ausgearbeitetes Konzept

Wolfgang Bernart (Freie Wähler) zeigte sich indessen froh über das nun ausgearbeitete Konzept, die Gemeinschaftsschule auslaufen zu lassen: „Wir unterstützen das, denn es ist die einzig sinnvolle Lösung.“ Und was passiert, wenn ein Klassenverband künftig wegen zu geringer Schülerzahlen aufgelöst werden muss? „Da können wir schon Lenkungsmaßnahmen empfehlen, aber die Schulwahl ist letztlich eine Entscheidung der Eltern,“ wie Franz Veith betonte.