Solide und weltoffen – so präsentiert sich das Rastatter Landratsamt. Landrat Toni Huber empfindet die Verwaltung als „gut und straff organisiert“.
Solide und weltoffen – so präsentiert sich das Rastatter Landratsamt. Landrat Toni Huber empfindet die Verwaltung als „gut und straff organisiert“. | Foto: Collet

Zukunft im Landkreis

Rastatter Landrat Toni Huber startet ein Entwicklungskonzept

Anzeige

Das in seiner Wahlrede angekündigte Zukunftskonzept „Landkreis 2030“ hat Landrat Toni Huber inzwischen gestartet. Bis Ende 2020 will er ein Ergebnis vorlegen können, kündigt er im Pressegespräch an. „Das ist sicherlich sportlich, aber wir werden es versuchen“, so Huber. Den Prozess sollen Beteiligte des Landkreises gestalten, „wir wollten kein Büro beauftragen, das uns ein Konzept ausarbeitet“, erklärt der Landrat. Erst am Ende werde man Experten hinzuziehen.

Seit 100 Tagen ist Huber inzwischen im Amt – und er fühlte sich von Anfang an gut aufgenommen, „mit viel Interesse und Wohlwollen wurde ich begrüßt“. Das Zukunftskonzept hatte er in der Rede anlässlich seiner Wahl am 12. März angekündigt. Im zweiten Wahlgang erhielt er die absolute Mehrheit, Amtsantritt war am 1. Mai. Sein Vorgänger Jürgen Bäuerle ging nach seinem 65. Geburtstag in den Ruhestand.

Themen bis 2030

Im ersten Schritt beim Projekt „Landkreis 2030“ stellt das Landratsamt die Themen zusammen, die vorkommen sollen. Gesundheit zum Beispiel. Mobilität, Bildung und Digitalisierung. „Es gibt eine Statusanalyse, wir fragen uns: ,Wo stehen wir?‘“, erklärt Huber. Im zweiten Schritt werden die Ziele ermittelt für das Jahr 2030. Danach werden die Fakten und Ziele mit den Städten und Gemeinden besprochen. Erst hierfür werde ein Moderator eingeladen. Als Ergebnis soll es schließlich ein Strategiepapier geben, das ein externer Berater prüfen wird, um die Frage zu klären: „Haben wir auch nichts vergessen?“

Huber will keine große Reform

Das Zukunftskonzept wird also eher für die Arbeit im Landkreis bestimmt und auf die Bürger ausgerichtet sein. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel für die Innenorganisation getan, daher ist die Verwaltung sehr gut und straff organisiert“, berichtet Landrat Huber. Eine große Reform der Verwaltung werde es folglich zunächst nicht geben. Lediglich einige kleine Änderungen seien im nächsten Jahr denkbar, kündigt Huber an.

Landrat sucht Vertrauen

Unabhängig vom Konzept „Landkreis 2030“ sieht Huber vier Schwerpunkte in seiner Arbeit: Breitbandausbau, Digitalisierung in Verwaltung und Schulen, Gesundheitsvorsorge sowie Mobilität. Diese Themen haben sich bereits während seiner langen Zeit als Kreisrat und CDU-Fraktionschef herauskristallisiert. In diesen Themen ist er also zu Hause – aber noch wichtiger ist Toni Huber, „die Menschen zu kennen“. Nur so könne eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gedeihen, ist er sich sicher.

Angst ist ein schlechter Ratgeber.

Nach den jüngsten Anschlägen auf Politiker ist Huber indes aufmerksamer geworden – aber nicht ängstlich. „Angst ist ein schlechter Ratgeber“, erklärt der Landrat. Die politisch Verantwortlichen haben Post vom Landeskriminalamt bekommen, in der Vorkehrungen vorgeschlagen werden. „Das habe ich erst einmal zur Seite gelegt“, sagt Huber. Sollte er bedroht werden, würde er das ernst nehmen – bislang wurde er aber noch nie bedroht.