Volles Haus: Auf große Resonanz stieß die offizielle Vorstellung der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Elchesheim-Illingen. Am Sonntag, 24. März, wird gewählt.
Volles Haus: Auf große Resonanz stieß die offizielle Vorstellung der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Elchesheim-Illingen. Am Sonntag, 24. März, wird gewählt. | Foto: Collet

Über 500 Zuhörer

Kandidaten für Bürgermeisterwahl in Elchesheim-Illingen stellen sich vor

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Die zeitlichen Vorgaben waren nicht eben üppig. Jeweils nur zehn Minuten blieb den beiden Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Elchesheim-Illingen am 24. März, Amtsinhaber Rolf Spiegelhalder und seinem Herausforderer Christian Schorpp, sich in der mit über 500 Zuhörern voll besetzten Schulsporthalle vorzustellen – ein leichter „Überziehungskredit“ wurde freilich gewährt. Im folgenden werden die Kernpunkte der Vorstellungsreden zusammengefasst.

Rolf Spiegelhalder

Die voll besetzte Schulsporthalle wertet der Rathauschef als Beleg für das große Interesse an der Frage, wer die Gemeinde künftig leiten soll. Spiegelhalder verweist auf die Bestnoten im Bereich der Kinderbetreuung für die Gemeinde und auf die modernste Grundschule als offene Ganztagesschule im Schulbezirk. Ziel sei es, bestmögliche Chancen zu bieten für die Schüler. Besonders stellt er auch das Haus der Begegnung heraus, auch die Barrierefreiheit und die Konzepte zur Freizeitgestaltung, die gemeinsam mit den Jugendlichen der Gemeinde entworfen worden seien.

Bürgermeisterkandidat Rolf Spiegelhalder.
Bürgermeisterkandidat Rolf Spiegelhalder. | Foto: Collet

Spiegelhalder erwähnt die geschaffene Stelle für einen Jugendsozialarbeiter oder auch den Arbeitskreis, der sich um die Integration der Flüchtlinge im Ort kümmert. Er plädiert für den Fortbestand der „guten Vereinsförderung“ , beklagt, dass die Beschaffung von neuen Spielgeräten für den Kindergarten „zu lange dauert.“ Ein Wunsch der Bevölkerung gehe mit der Schaffung von altersgerechtem Wohnraum in Erfüllung.

Neuer Internetauftritt mit Bürgermeisterwahl in Elchesheim-Illingen

Der 56-jährige, der seit 2016 auch in Elchesheim-Illingen wohnt, verspricht, dass bald der neue Internetauftritt der Gemeinde online geht und sagt, dass in der Schulsporthalle die Sanierung des Daches, der Sanitär- und Umkleidebereiche bevorsteht. Bei der Realisierung einer neuen Festhalle solle eine „ideale Lösung“ erarbeitet werden. Die hitzige Diskussion um die Verlegung der Sportanlage streift er nur kurz – mit Verweis auf die angespannte Situation im Bereich des Neubaugebietes Kleine Allmendteiler.

Bürgermeister zum Anfassen.

Die Freizeitnutzung am Goldkanal liege ihm besonders am Herzen, betont Spiegelhalder, ebenso wie die Ansiedlung neuer Unternehmen im Gewerbegebiet. Der neue Edeka-Markt solle am 20. Mai eröffnen und der bisher noch bestehende Treff 3 000-Markt sei von einem örtlichen Handwerksbetrieb erworben worden, so dass es keine Leerstände gebe, erklärt Spiegelhalder, der weiterhin ein „Bürgermeister zum Anfassen“ sein will.

Wir haben Werte geschaffen.

In der Fragerunde rechtfertigt Spiegelhalder die hohe Fluktuation bei den Rathausbediensteten vor allem mit familiären Gründen von Mitarbeiterinnen. Bei der gewachsenen Pro-Kopf-Verschuldung liege man im Schnitt vergleichbarer Gemeinden. Und: „Für das Geld wurde viel in der Gemeinde investiert, wir haben Werte geschaffen und hatten auch viel Nachholbedarf.“ Dass einem Bürger bei der Bürgeranhörung zur Sportstättenplanung das Wort entzogen worden sei begründet Spiegelhalder damit, dass der Redebeitrag des Bürgers schlicht zu lange gedauert habe.

Christian Schorpp

„Liebe Elchesheimer, lieber Illinger“ – Der 33-jährige Verwaltungsfachwirt lässt schon in seiner Begrüßung erkennen, dass er dafür plädiert, die Identität der beiden Ortsteile zu erhalten und zu pflegen – „wie in einer guten Partnerschaft“, meint er. Bei den vielen Gesprächen, die er in den vergangenen Tagen mit den Bürgern geführt habe, sei vor allem die Situation der Friedhöfe oft ein Thema gewesen. Beide sollten erhalten und auch über neue Bestattungsformen nachgedacht werden, meint Schorpp, der mit einer Versiegelung der Wege dort auch die Nutzung von Rollatoren vereinfachen will.

Bürgermeisterkandidat Christian Schorpp.
Bürgermeisterkandidat Christian Schorpp. | Foto: Collet

Eine Aufgabe als Bürgermeister sieht er zudem darin, ein „Wir-Gefühl“ im Ort zu schaffen. In einer neuen Festhalle sollten dabei Platz für kleinere und größere Feierlichkeiten sein. Ein Gastronomiekonzept schwebt ihm vor und er würdigt das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde, glaubt aber, dass die Unterstützung aus diesem Bereich noch größer werden könnte. „Ich bin in jeder Straße rauf und runter gefahren“, sagt Schorpp – und er habe dabei auch viel „Stillstand und Verfall“ gesehen.

Interessenausgleich bei Sportplatzverlegung

Eine Lösung für die Hochwasserproblematik müsse gefunden werden, auch mit einem Frühwarnsystem per App. Im Blick auf die Debatte um die Sportplatzverlegung setzt er auf einen Interessensausgleich aller beteiligten Akteure: „Rot-Weiß Elchesheim sollten gute Rahmenbedingungen für die sportliche Entwicklung geboten werden“. Den Goldkanal bezeichnet er als „schönsten Ort“ und denkt deshalb daran, das dortige Gelände auch noch aufzuwerten – etwa durch ein Badehaus oder Umkleidekabinen mit Duschen. Im Blick auf die Wirtschaftskraft der Gemeinde denkt Schorpp an die Gründung eines Gewerbevereins oder eines Gewerbestammtisches, überdies an eine regionale Vermarktungsplattform.

Marode und wackelige Spielgeräte.

Die Teilhabe der Senioren am Leben der Gemeinde stellt für ihn ebenfalls eine wichtig Aufgabe dar. Kritik übt er derweil an der Spielplatzsituation, wo es „marode und wackelige Spielgeräte gibt.“ In der Fragerunde spricht sich Schorpp zudem für einen Jugendgemeinderat oder Jugendausschuss aus. In einem Workshop sollten mit den Bürgern Ideen entwickelt werden, wie die Gemeinde etwa im Jahr 2030 aussehen könnte. Die Kinderbetreuung sehe er als klassische Aufgabe der Gemeinde, so dass auch die Kindergärten in der Hand der Kommune sein sollten, betont Schorpp.