Schulwegpunkte können Grundschüler künftig in Ötigheim sammeln. Die Verantwortlichen stellten das Schulwegkonzept jetzt vor.
Schulwegpunkte können Grundschüler künftig in Ötigheim sammeln. Die Verantwortlichen stellten das Schulwegkonzept jetzt vor. | Foto: Collet

Willi Wachsam hilft Kindern

Neues Schulwegkonzept in Ötigheim

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Der durchschossene Apfel auf dem Kopf des kleinen Drachen zeigt, in welcher Gemeinde Willi Wachsam beheimatet ist. Er ist das neue Maskottchen für die Schulwegkonzeption, die ab dem neuen Schuljahr in Ötigheim realisiert wird.

„Es ist ein gut abgestimmtes Konzept, das die Eltern dazu bewegen soll, ihre Kinder laufen zu lassen“, wie Bürgermeister Frank Kiefer bei der Vorstellung der Idee am Dienstagnachmittag erklärte. Der Hintergrund ist einfach: Da viele Kinder allmorgendlich mit dem Auto in die Schule gefahren werden, ist dort regelmäßig ein Verkehrschaos mit durchaus gefährlichen Situationen programmiert.

Geringe Parkmoral

Nach Angaben von Melanie Smiekowski vom Elternbeirat der Grundschule seien dabei sogar oft Eltern als Schülerlotsen im Einsatz und die Parkmoral mitunter so gering, dass selbst eine Feuerwehrzufahrt nicht beachtet werde. „Einige würden am liebsten noch auf den Pausenhof fahren“, sagt sie.

Wir haben ein Belohnungssystem eingeführt.

Die Idee, etwas dagegen zu tun, entwickelte der Arbeitskreis Schulwegkonzept in Ötigheim unter Mitwirkung der Grundschule und Kindergärten, der Kreisverkehrswacht sowie des Verkehrsplanungsbüros Modus Consult. Und: „Wir haben ein Belohnungssystem eingeführt“, betont Hauptamtsleiterin Eva Kühn. So entwickelte eine Künstlerin die Figur des kleinen Drachen, der beschützend sein soll – mit sichtbarem Bezug zum Telldorf. Er steht künftig an vier Eltern-Haltestellen im Ort im Bereich des Bahnhofes, der Fichtenstraße, Rastatter Straße und Kreuzstraße.

Freundlicher Geselle: Das Maskottchen soll die Lust am Laufen wecken.
Freundlicher Geselle: Das Maskottchen soll die Lust am Laufen wecken. | Foto: Collet

Dort können die Kinder künftig von ihren Eltern abgesetzt werden. Maximal fünf Minuten Gehzeit seien dann noch zu absolvieren, um in die Schule zu gelangen. Dort gibt es an jedem Tag einen Willi-Wachsam-Aufkleber – und zweimal pro Jahr dann eine Belohnung für die lauffreudigsten Kinder, welche in den Klassenzimmern die meisten Aufkleber gesammelt haben. Die Verantwortlichen hoffen, dass viele kleine Laufgemeinschaften gebildet werden. Kontrollen sollen indessen nicht vorgenommen werden.

Flyer informieren über Schulwegkonzept

„Wir denken nicht an Betrug und die Kinder kontrollieren sich ja auch selbst“, wie Kühn und ihre Mitstreiter betonen. Adressaten sind indessen nur Grundschulkinder der ersten und zweiten Klasse: „Die Älteren fahren dann schon eher mit dem Fahrrad.“ Mit Flyern will die Gemeinde für das neue Konzept werben und auch bei der Einschulungsfeier für die Erstklässler werden die Pläne vorgestellt.