Im Wasserwerk Förch des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal wird das Trinkwasser für 23.000 Einwohner in Rastatt-Förch, Kuppenheim, Gernsbach und Gaggenau-Selbach aufbereitet. | Foto: Collet

Murgtal

PFC-Probenergebnisse in Gernsbach unter Grenzwert

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Die Verunsicherung war groß, als kurz vor Weihnachten das Gesundheitsamt im Landratsamt Rastatt die Empfehlung ausgab, dass Risikogruppen im Rastatter Stadtteil Förch, in Kuppenheim, Gernsbach und Gaggenau-Selbach das Leitungswasser aus dem Hahn nicht mehr trinken sollten. Zwischenzeitlich wurden weitere Wasserproben untersucht – die neuen Ergebnisse liegen deutlich unter dem PFC-Grenzwert.

Von unserem Redaktionsmitglied Georg Keller

„Das ist richtig, die ersten Ergebnisse sind positiv und liegen unter dem Maßnahmenwert, aber das muss dauerhaft sein“, erklärte Olaf Kaspryk, Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt, auf BNN-Anfrage. Für weitere Auskünfte verwies er auf den Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal, bei dem die Stadt Gernsbach federführend ist. Ausgelöst hatte die Verunsicherung eine Empfehlung des Gesundheitsamts, dass Schwangere, Jugendliche und Kinder das Leitungswasser in Rastatt-Förch, Kuppenheim, Gernsbach und Gaggenau-Selbach nicht mehr trinken sollen.

Pressemeldung aus dem Rathaus

Aus dem Gernsbacher Rathaus kam gestern abend eine Pressemitteilung: Demnach halte „das Trinkwasser der Stadtwerke Gernsbach alle gesetzlichen Grenz-, Leit-, Maßnahmen- und Orientierungswerte ein.“. Die Verwendungsbeschränkung für Risikogruppen soll bestehen bleiben, bis weitere Beprobungen das positive Ergebnis bestätigen.

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Problematisch war eine PFC-Verbindung mit der Bezeichnung PFOA, die mit einen Wert von 0,052 Mikrogramm pro Liter den zulässigen PFC-Höchstwert von 0,05 Mikrogramm pro Liter um zwei Tausendstel überschritt. Das Gesundheitsamt hatte sich daraufhin der Einschätzung des Umweltbundesamts angeschlossen, dass Risikogruppen auf Mineralwasser aus Flaschen umsteigen sollten. Der Leitwert war erst kurz zuvor von 0,1 auf 0,05 Mikrogramm gesenkt worden. Am 7. Januar wurden die zentralen Einspeisepunkte in das Gernsbacher Trinkwassernetz beprobt. Die Ergebnisse bestätigen, dass der Wert für PFOA in Gernsbach von 0,051 auf 0,010 Mikrogramm gesenkt werden konnte.

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Laut Mitteilung der Stadt wurden technische Maßnahmen ergriffen sowie Ersatzwasser aus benachbarten Netzen eingespeist. „Wir sind sehr froh, dass die Beprobungen im Labor den Erfolg unserer Maßnahmen bestätigen. Wir halten alle gesetzlich vorgegebenen Werte ein und wir können davon ausgehen, dass dies auch zukünftig so sein wird“, so Bürgermeister Julian Christ.

Der Wasserversorgungsverband Vorderes Murgtal ist verantwortlich für die Wasserversorgung von rund 23.000 Einwohnern und betreibt mehrere Tiefbrunnen bei Förch. Um kurzfristig die Grenzwerte einhalten zu können, war geplant, durch das Technische Hilfswerk eine mobile Aufbereitungsanlage mit Aktivkohle-Technik zu installieren, Für Selbach und Kuppenheim wurde eine Ersatzwasserversorgung durch die Stadtwerke Gaggenau eingerichtet.