Unaufgeregt leitete Toni Huber seine erste Kreistagssitzung als Landrat. Seinen Job als Kreisrat musste er natürlich aufgeben.
Unaufgeregt leitete Toni Huber seine erste Kreistagssitzung als Landrat. Seinen Job als Kreisrat musste er natürlich aufgeben. | Foto: Collet

Aus dem Kreistag

Souveräner Einstieg des neuen Landrats Toni Huber

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Wenn man wollte, könnte man sicherlich einen deutlich glamouröseren Ausdruck finden, für den gewaltigen Karrieresprung, wie ihn sowohl der neue Landrat Toni Huber, wie auch die seit April amtierende Regierungspräsidentin Sylvia Felder hingelegt haben. Im bürokratischen Deutsch des Landratsamtes hingegen spricht man lediglich von einem „rechtswirksamen Hinderungsgrund“. Und der liegt zweifelsohne vor, wenn Huber durch seine Wahl zum Landrat den Kreis Rastatt führt, nicht mehr im Plenum des Kreistags sitzt, sondern an dessen Spitze.

Gleiches gilt für Sylvia Felder, die die Landesregierung Baden-Württemberg zur Regierungspräsidentin ernannt hat und die sich deshalb nur noch dann in die Geschäfte des Landkreises Rastatt einmischt, wenn es um wichtige Infrastrukturprojekte geht oder darum, die ordnungsgemäße Verwaltung des Kreises zu überwachen.

Ein Abschied zum Beginn

Weil weder Felder noch Huber in ihren neuen Funktionen gleichzeitig noch Mitglied des Kreistages sein können, wurden sie am Dienstag ganz offiziell und öffentlich aus dem Gremium verabschiedet. Huber übernahm in seiner allerersten Kreistagssitzung in neuer Funktion dann gleich auch die Verabschiedung Felders, der er 23 Jahre währende gute Arbeit bescheinigte. Doch das Wichtigste sei, so Huber, „dass sie uns ja als Regierungspräsidentin erhalten bleibt und unsere Verkehrsprobleme täglich vor Augen hat“.

Felder nimmt Rastatter Themen mit

Felder bestätigte, dass im Karlsruher Regierungspräsidium Rastatt stets im Fokus stehe. „Nicolette Kressl hat mir gesagt, dass mit PFC und der Daimler-Benz-Erweiterung schon zwei der drei wichtigsten RP-Themen im Landkreis Rastatt spielen.“

Huber hat neuen Platz

Huber selbst wurde vom Ersten Stellvertreter des Landrats im Kreistag, dem ehemaligen Bühler Oberbürgermeister Hans Striebel (CDU) aus dem Gremium verabschiedet. Auf seinem neuen Stuhl, am Kopfende des Kreistages, nahm Huber ganz selbstverständlich Platz. Kein Fremdeln mit den neuen Würden, keine Berührungsängste mit der neuen Macht. Auch der Nachfolger von Jürgen Bäuerle führte grad so familiär durch die Sitzung, als sei nichts geschehen.

Neue Besetzungen im Kreistag

Geschehen musste dennoch einiges. Auch wenn der Kreistag in seiner jetzigen Besetzung nur noch wenige Wochen besteht, mussten doch alle durch Hubers und Felders Ausscheiden frei werdenden Sitze in Ausschüssen und Gremien neu besetzt werden. So rückt für Felder bis zur Kommunalwahl am Sonntag der Bürgermeister von Steinmauern, Siegfried Schaaf in den Kreistag. Für Toni Huber rückt Friedebert Keck aus Gernsbach nach. Kurzfristige Änderungen gibt es auch in den Aufsichtsräten des Klinikums Mittelbaden, bei den Verbänden der freien Wohlfahrtsverband und beim Karlsruher Verkehrsverbund.