Auf Fotowänden sind die Schäden in der Durmersheimer Pfarrkirche St. Dionys dokumentiert. Nicht nur Gemeindereferent Dieter Janikovits lässt keinen zweifel an dem dringenden Handlungsbedarf.
Auf Fotowänden sind die Schäden in der Durmersheimer Pfarrkirche St. Dionys dokumentiert. Nicht nur Gemeindereferent Dieter Janikovits lässt keinen zweifel an dem dringenden Handlungsbedarf. | Foto: Collet

Sanierungsbedarf in Kirche

Bröckelnde Steine und marodes Gebälk in St. Dionys in Durmersheim

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Fotowände im Inneren der Kirche St. Dionys dokumentieren den maroden Zustand des Gotteshauses in augenfälliger Weise. Gleich neben den Bildern stehen ein provisorisches Zelt und eine kleine Bühne. Dort gibt es Konzerte, Lesungen, Mundarttexte und auch ein Zauberer ist hier zu Gast. All dies sind Benefizveranstaltungen innerhalb der Reihe „Kultur am Mittwoch“, die von der Jugendkirche Via organisiert wird.

„Der Eintritt zu diesen Events ist frei, aber wir bitten um Spenden“, sagt Gemeindereferent Dieter Janikovits. Der Erlös fließt dem Sanierungstopf für die Pfarrkirche St. Dionys zu. Geld dafür soll auch aus weiteren Aufführungen des erfolgreichen Via-Musicals „Moses“ gesammelt werden. „Wir haben Aufführungen bis 2021 geplant, so dass wir bis dahin rund 15.000 Euro zusammenbekommen könnten“, rechnet Janikovits vor.

Renovierung Mammutaufgabe

Er lässt keinen Zweifel, dass die umfassende Renovierung der Kirche in den nächsten Jahren wohl zu einer Mammutaufgabe wird, deren gesamte finanzielle Dimension gegenwärtig noch gar nicht abzuschätzen ist. „Wir sind erst einmal auf der Suche nach einem Architekten und dann muss ein Konzept erstellt werden, wie die Sanierungsarbeiten ablaufen sollen und auch welche Möglichkeiten sich für die räumlichen Strukturen ergeben.“ Dabei macht der Gemeindereferent keinen Hehl aus seinen Vorstellungen, den hinteren Bereich der Kirche gleichsam für die Jugendkirche abzutrennen, eine kleine Küche einzubauen und auch die entsprechenden sanitären Verhältnisse zu schaffen. Dabei soll das derzeitige Provisorium verschwinden und der Jugendbereich eben nach den entsprechenden Vorgaben umgestaltet werden.

Ich bin seit 1987 hier und seitdem ist nichts mehr gemacht worden.

Freilich ist dies nur ein Teilaspekt der geplanten Veränderungen. Denn: Die Prioritäten liegen vor allem auf der Instandsetzung des Mauerwerks der im Jahre 1835 erbauten Dionys-Kirche. „Ich bin seit 1987 hier und seitdem ist nichts mehr gemacht worden“, sagt Janikovits. So sind die Sandsteine in den vergangenen Jahrzehnten derartig brüchig geworden, dass selbst Gefahren für Fußgänger und vorbeifahrende Autos lauern.

Fachleute erkennen Schäden

Das Problem: „Nach den Vorgaben des Denkmalamtes sollen die Steine nicht ersetzt, sondern restauriert werden und dies ist teuer“, erklärt Janikovits. Die Schallbretter am Kirchturm haben vor 30 Jahren ihren letzten Anstrich erhalten und sollen ebenfalls aufpoliert werden. Der Schaltkasten sei obendrein keineswegs mehr betriebssicher. Dies gelte auch für die hölzerne Treppe, die zum Kirchturm hinauf führt. „Sie darf eigentlich nicht mehr betreten werden“, sagt Janikovits Der Dachstuhl weise Schäden auf, die von außen zunächst gar nicht sichtbar, aber von Fachleuten schnell erkennbar seien.

Wegen Baufälligkeit nicht betreten werden soll die Treppe zum Kirchturm.
Wegen Baufälligkeit nicht betreten werden soll die Treppe zum Kirchturm. | Foto: Collet

800.000 Euro für Kirchturm St. Dionys

Durch eindringende Feuchtigkeit sei zudem die Tragfähigkeit der Balken beeinträchtigt. Beseitigt wurden jüngst schon die unliebsamen Hinterlassenschaften von Tauben, die ebenfalls ihre nachhaltigen Spuren hinterlassen haben. Nach Schätzungen von Janikovits sei für die Sanierung des Kirchturms alleine mit rund 800.000 Euro zu rechnen.

Schutz an Fenstern fehlt

Wasserspuren an den Decken und Wänden lassen erkennen, dass nicht nur das Dach keinen ausreichenden Schutz mehr vor Regen bietet, sondern auch die Fenster im Laufe der Jahre den Witterungseinflüssen nicht mehr Stand halten konnten.

Risse in den Fensterbögen sind nur ein kleiner Bestandteil der renovierungsbedürftigen Elemente, die erneuert werden müssen.
Risse in den Fensterbögen sind nur ein kleiner Bestandteil der renovierungsbedürftigen Elemente, die erneuert werden müssen. | Foto: Collet

Die Möglichkeit, die Fenster zu verdunkeln hält der Gemeindereferent ebenfalls für wünschenwert, genauso wie eine doppel- oder Dreifachverglasung, denn selbst im Altarraum herrsche bisweilen viel Zugluft. Die Gestaltung der Empore auf einer Ebene sei zudem ein Ziel, um noch mehr Fläche zu erhalten. Auch Heizung und Elektrik müssten modernisiert werden.

Kein genauer Zeitplan

Was die Zeitschiene für die Sanierungsarbeiten betrifft, gibt es derzeit noch keine klaren Vorstellungen. Janikovits verweist in diesem Zusammenhang auf die vorerst auf Eis gelegte Gebäudekonzeption der Erzdiözese Freiburg im Blick auf das Projekt „Pastoral 2030“.

Fundraising-Konzept

In der Planung befindet sich noch ein Fundraising-Konzept, das etwa Geld- und Zeitspenden beinhalten könnte. Auch die Übernahme von Patenschaften wäre vorstellbar, wie Janikovits sagt. Ein Fundraising-Team mit einem entsprechenden Konzept soll, so Janikovits, voraussichtlich beim Fest der Jugendkirche Via im September vorgestellt werden.