Frisch nominiert: Zweitkandidatin Victoria Felder und Amtsinhaber Alexander Becker freuen sich über den Ausgang der Abstimmung. | Foto: Kraft

90,5 Prozent der Stimmen

Wahlkreis Rastatt: CDU kürt Becker zum Kandidaten für die Landtagswahl

Anzeige

Der amtierende Landtagsabgeordnete Alexander Becker wird für die CDU zur Landtagswahl im März 2021 als Kandidat im Wahlkreis 32 Rastatt antreten.

Bei der Kreismitgliederversammlung am Donnerstagabend in der Ötigheimer Brüchelwaldhalle setzte sich Becker mit 90,5 Prozent der Stimmen gegen seinen Herausforderer Klaus Harsch durch. Der bei den Christdemokraten umstrittene Rastatter Rechtsanwalt hatte überraschend seinen Hut in den Ring geworfen.

Auch interessant: Landtagsabgeordnete kritisieren Oberleitungs-Projekt auf B462 im Murgtal

Alexander Becker erhielt bei der Versammlung, die unter strikter Einhaltung der Corona-Regeln über die Bühne ging, 95 Stimmen. Auf seinen Gegenkandidaten entfielen zehn Stimmen (9,5 Prozent). Stimmberechtigt waren 108 Mitglieder; 105 Stimmzettel waren gültig. Als Zweitkandidatin nominierten die Mitglieder die Gernsbacher Stadträtin Victoria Felder. Die 23-jährige Tochter von Regierungspräsidentin Sylvia Felder erhielt 103 Stimmen (93,6 Prozent). Abstimmen durften 114 Mitglieder, 112 Stimmzettel waren gültig.

Wir spielen auf Sieg und nicht auf Platz.

Alexander Becker, CDU-Landtagsabgeordneter

„Wir spielen auf Sieg und nicht auf Platz“, gab sich Becker nach den einleitenden Worten der CDU-Kreisvorsitzenden Brigitte Schäuble kämpferisch und betonte die Klarheit und Offenheit, mit der die CDU in der Corona-Krise agiert habe. Seine Aufgabe als Landespolitiker sehe er darin, bei den Menschen vor Ort zu sein und ihnen zuzuhören. „Gerne stelle ich mich der politischen Kärrnerarbeit“, erklärte der promovierte Musikwissenschaftler.

 

Kandidatenkür in Corona-Zeiten: In der Ötigheimer Brüchelwaldhalle war ausreichend Platz, um Abstand zu halten. | Foto: Kraft

Von gestiegener Sicherheit und einem erschöpften Koalitionspartner

In seiner Ansprache spannte er den Bogen von der Sicherheit im Land, die unter Innenminister Strobl gestiegen sei, bis zum „erschöpften Koalitionspartner“ in Stuttgart. Becker betonte, dass das Schlüsselthema „Digitalisierung“ angegangen werden müsse, und wertete die „einseitige Förderung der E-Mobilität“ als schlechtes Signal. „Wir setzen uns für Fortschritt ein, wollen aber transparente Verfahren. Was wir momentan mit dem Oberleitungs-Pilotprojekt eWayBW im Murgtal erleben, ist die reine Arroganz der Macht“, so Becker.

Der Linksschwenk unter Merkel hat viele CDU-Leute zur AfD gebracht.

Klaus Harsch, Rechtsanwalt und unterlegener Gegenkandidat

Sein Herausforderer Klaus Harsch hielt ein 15-minütiges Plädoyer auf eine bürgerliche Koalition, auch mit Beteiligung der AfD. „Ich hoffe, dass das bürgerliche Lager wieder in die Regierung kommt, aber alleine wird es nicht gehen“, meinte der 67-Jährige. Er räumte ein, dass er nicht verstehen könne, „warum wir auf eine bürgerliche Politik verzichten – nur weil sich die AfD von uns getrennt hat“. Der Linksschwenk unter Merkel habe viele CDU-Leute zur AfD gebracht. Ihre Ideale hätten sie dann dorthin mitgenommen, erklärte Harsch, der sich als Gegner der Gesamt- und Gemeinschaftsschulen zu erkennen gab, E-Autos als ein „Nischenprodukt“ und die Grünen als „ideologisch in allen Lebensbereichen“ bezeichnete.

Die AfD gehört nicht ins Parlament. Punkt.

Victoria Felder, Zweitkandidatin

Victoria Felder widmete sich in ihrer mit Pointen gespickten Rede Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), der im Murgtal eine „Persona non grata“ sei. „Die Proteste der Bürger gegen eWayBW haben ihn aufgeregt. Ich hoffe, die Stimmzettel im März tun dasselbe.“ Die Politik des Gehörtwerdens beschränke sich bei den Grünen auf Selbstgespräche. Für die AfD hatte Felder nur einen Satz übrig: „Sie gehört nicht ins Parlament. Punkt.“

Bundestagsabgeordneter Kai Whittaker betonte in seiner Grußrede: „Bürgerliche Politik bedeutet, für Europa einzustehen. Wir wollen Europa wieder stark machen. Die AfD will Europa scheitern sehen.“

Auch interessant: Beckers Musik spielt jetzt in Stuttgart