Die Außenfläche des Alohra wird in der politischen Debatte nicht immer mitgerechnet.
Die Außenfläche des Alohra wird in der politischen Debatte nicht immer mitgerechnet. | Foto: Collet

Wasserfläche unterschlagen?

Zwist um Rastatter Kombibad

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Die Reduktion der Wasserfläche beim Bau eines Kombibades in Rastatt ist deutlich größer als von Stadt und Gutachter in der Öffentlichkeit suggeriert. SPD-Fraktionschef Joachim Fischer hat nachgerechnet, dass die beiden Bäder in Rastatt derzeit 3.550 Quadratmeter haben und nicht – wie dies aus verschiedenen Tabellen und Vorlagen immer wieder geschlossen werden kann – nur rund 3.200 Quadratmeter. Verschwiegen werde, so Fischer, das Außenbecken des Alohra, das mit Massagepilz 360 Quadratmeter habe.

Deutlich weniger Wasserfläche

Nach dieser Rechnung würde man, wenn das neue Kombibad 2.300 Quadratmeter Fläche hätte, die Fläche um mehr als 1.200 Quadratmeter reduzieren. Fischer erklärt, dass die tatsächliche Wasserfläche des Alohra von 808 Quadratmeter nach seiner Kenntnis noch in einer Vorlage aus dem Jahr 2014 stehe, in allen folgenden Vorlagen werde das nicht so deutlich gemacht.

Kein 50-Meter-Schwimmerbecken

Wie berichtet, will der Gemeinderat das Raumkonzept eines Kombibades am Montag beschließen. Der Grundsatzbeschluss zur Reduktion der Wasserfläche auf 2.300 Quadratmeter ist bereits gefallen. Im Außenbereich soll es auf 1.610 Quadratmeter Wasserfläche nur noch ein Mehrzweckbecken mit 50 Metern Länge geben. Ein eigenes Schwimmerbecken gäbe es nicht mehr.

Kreishauptstadt bekommt kleinstes Bad der Region

Mit dem Kombibad hätte die Kreishauptadt die geringste Außenwasserfläche aller Städte der Region – lediglich die Gemeinde Durmersheim läge mit 1.000 Quadratmeter noch darunter. Gernsbach hat 2.326 Quadratmeter Wasserfläche in fünf Bädern, Baden-Baden hat 3 931 Quadratmeter in drei Bädern und Gaggenau hat derzeit 6.228 Quadratmeter in ebenfalls drei Bädern. Baden-Baden hat insgesamt drei Becken mit 50-Meter-Schwimmerbahnen, Gaggenau hat zwei.

Protest der Nutzer

Unterdessen überlegen sich Nutzer der Rastatter Bäder, wie sie gegen die aktuellen Pläne des Kombibades protestieren können. Ein Ehepaar machte deutlich: „Wir sind Kunden bei den Stadtwerken, weil sie uns gute Bäder bereitstellen. Wenn das nicht mehr so ist, werden wir auch unsere Stromverträge kündigen.“