Joanna Choi und Niclas Oettermann wollen mit ihrer Hymne Zeichen setzen. | Foto: privat

Laufer Künstlerpaar

Hymne zur Flüchtlingskrise für Deutschland

Von Patricia Klatt

Sie wohnen in Lauf, sind aber in der ganzen Welt unterwegs. Joanna Choi und Niclas Oettermann haben Rock- und Jazzmusiker, ein Opernchorensemble und klassische Streicher engagiert und eine moderne „Hymne zur Flüchtlingskrise für Deutschland“ verwirklicht. Mit ihrer neuen CD „Deine Hand in meiner Hand“ will das Künstlerpaar ein deutliches Zeichen für eine positive Grundhaltung in einer schwierigen Zeit setzen.

„Es muss etwas passieren“

„Musik erreicht die Menschen, wenn Argumente es nicht mehr können“, davon ist der Tenor, Komponist und Autor Niclas Oettermann überzeugt. Die Ausgangssituation für das Lied sei die Flüchtlingskrise gewesen, als Deutschland eine humane Entscheidung gegen alle Widerstände getroffen habe, so Oettermann, und seitdem müsse sich Jeder jeden Tag mit dieser neuen Situation auseinandersetzen. „Ich habe mir bereits früh gedacht, dass von künstlerischer Seite etwas passieren müsste“, sagt Oettermann, die Situation sei insgesamt nicht einfach, egal wie man grundsätzlich dazu stehe.

„Musik bewegt“

„Nahezu jeder hat dazu eine begründete Meinung. Diskussionen helfen nicht“, zeigt sich auch Joanna Choi überzeugt. „Musik ist aber eine Sprache, die die Menschen direkt anspricht und ihre Emotionen bewegt. Uns ist natürlich klar, dass es auch schwierige Situationen mit so vielen fremden Kulturen bei uns gibt, etwas anderes zu sagen, wäre ja naiv. Aber trotzdem glauben wir, dass man das Gestalten unserer Zukunft zusammen angehen sollte – für eine gesunde Gesellschaft“, zeigt sich Choi überzeugt.

Keine andere Chance als Kommunikation

Beide haben mehrere hundert Stunden an dem Lied gesessen, es konzipiert, getextet, überarbeitet, komponiert, arrangiert, geschnitten, geeignete Musiker gesucht, Mäzene besucht, es aufgenommen, bearbeitet und viele Diskussionen mit vielen Kollegen darüber geführt. „Das Ergebnis ist eine Hymne für alle, um gemeinsam etwas zu schaffen. Im ersten Vers beschreiben wir die Situation der Flüchtlinge, im zweiten Vers stellen wir die Errungenschaften unserer Kultur dar und der dritte Vers soll zeigen, unter welchen Maßgaben wir miteinander klar kommen können. Das Fazit ist, das wir keine andere Chance haben als die Kommunikation miteinander“, sind Choi und Oettermann überzeugt.

Klassik und Rock im Einklang

Die Musikerin, Autorin und Regisseurin Joanna Choi ist gebürtige Koreanerin und hat selber erfahren, dass bei uns die verschiedenen Lebensarten durchaus nebeneinander bestehen können. „Allerdings ist es ein bisschen schade, dass die Deutschen das eigene Kulturerbe wenig betonen, denn es gab und gibt so viele Musiker, Künstler und Wissenschaftler, das ist doch enorm“, so Choi. „Deine Hand in meiner Hand“ sucht aber nicht nur nach Gemeinsamkeiten bei unterschiedlichen Kulturen, sondern verbindet auch klassische und rockige Elemente in der Musik, verkörpert also quasi auch ein „musikalisches Miteinander“.

Antwort der Klassik auf den „Earth-Song“

Bisher haben die beiden Musiker viele positive Rückmeldungen für ihr Lied bekommen, „natürlich gab es auch negatives, aber insgesamt war es sehr nett“, schmunzelt Oettermann, „das ging von „zwei klassische Musiker schießen quer“ bis hin zur „Antwort der Klassik auf den Earth-Song von Michael Jackson“.
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