Die Polizei kontrolliert auch am B 462-Parkplatz Amalienberg.
Die Polizei kontrolliert auch am B 462-Parkplatz Amalienberg in Gaggenau. | Foto: Dorscheid

Ortenau/Rastatt/Gaggenau

Aktionstag der Polizei: 550 Beamte kontrollieren Autofahrer, Nachtschwärmer und Extremisten

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Es ist der größte Einsatz, den die Polizei in der Ortenau je gestemmt hat. Seit 6 Uhr an diesem Freitag bis 6 Uhr am Samstag kontrollieren 550 Polizeibeamte in insgesamt 46 Einzelmaßnahmen Autofahrer, Nachtschwärmer, Passanten, aber auch Vertreter politisch extremistischer Lager. Dabei hatte es am frühen Morgen bereits eine Durchsuchung gegeben.

Das Ergebnis dieser Aktion, die sich über den gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg im Ortenaukreis sowie den Kreisen Rastatt und Baden-Baden erstreckte, soll an diesem Samstag bekannt gegeben werden. Die Großkontrolle ist der erste „Sicherheitstag“ im Bereich des Polizeipräsidium Offenburg und soll jährlich wiederholt werden. Unterstützt wurde die Polizei auch aus den Präsidien Freiburg und Karlsruhe sowie vom Präsidium Einsatz und der Bundespolizei.

Polizeipräsident Renter will Präsenz zeigen

Wie viele Straftäter bei dieser Aktion erwischt werden, sei nachrangig für die Bewertung ihres Erfolges, hatte der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter in einem Pressegespräch zum Auftakt gesagt, es gehe vielmehr darum, Präsenz zu zeigen „und das hohe Sicherheitsgefühl der Menschen in der Region wieder herzustellen“. Das droht zu leiden, steht das Polizeipräsidium doch bei der Häufigkeitsziffer der Straftaten an vierter Stelle im Südwesten – direkt hinter den großen städtischen Ballungsräumen.

#SicherheitstagOG – 11:03 – Zwischenstandsmeldung SicherheitstagBislang wurden im Rahmen des Sicherheitstages rund 100…

Gepostet von Polizei Offenburg am Freitag, 8. November 2019

Besondere Aufmerksamkeit auf Kehl

Dass dies so ist, dafür sorgt nicht zuletzt die Stadt Kehl, die durch ihre Grenzlage und vor allem die Nähe zur Großstadt Straßburg nicht nur eine hohe Grundlast an Straftaten hat, sondern auch noch unter ganz speziellen Auswüchsen leidet – wie die Ausschreitungen in den Freibädern in diesem Sommer oder auch das nächtliche Treiben junger Franzosen, wenn sie nach dem Discobesuch auf der deutschen Rheinseite in den frühen Morgenstunden der Freitage und Samstage für Ärger sorgen.

Mehr zum Thema: In den Freibädern der Region erhitzen sich die Gemüter

Auch diesem Phänomen wird die Polizei während des Sicherheitstags mit einer dreistelligen Zahl von Beamten Aufmerksamkeit widmen. „Wir wollen“, sagt Renter, „verdeutlichen, dass es keine rechtsfreien Räume gibt, keinen Quadratzentimeter“.

Bereits in diesem Frühjahr hatte man in Kehl aus dem selben Grund eine ähnliche Großkontrolle eingerichtet. Am 25. November sollen in einer Sicherheitskonferenz in Kehl die Probleme der Stadt noch einmal auf den Tisch kommen, kündigte Renter an.

Harald Dieterle, 1. Polizeihauptkommissar des Reviers Gaggenau, kontrolliert Charlotte Melcher aus Bischweier.
Harald Dieterle, 1. Polizeihauptkommissar des Reviers Gaggenau, kontrolliert Charlotte Melcher aus Bischweier. | Foto: Dorscheid

Kontrollen an den Grenzübergängen

Doch die Polizei konzentriert sich natürlich nicht allein auf Kehl. Am Freitag gab und gibt es Kontrollstellen unter anderem an den Grenzübergängen Altenheim, Iffezheim und Greffern, am Amalienbergparkplatz in Gaggenau, am Kieswerk in Offenburg-Waltersweier, in der Nähe des Haslacher Bahnhofs im Kinzigtal, auf der Bundesstraße 3 am südlichen Stadtausgang von Lahr sowie auf der Bundesstraße 3 in Achern-Önsbach. Bei den so genannten ganzheitlichen Kontrollen werden Fahrer, Fahrzeug, Ladung, Papiere, Aufenthaltsstatus und vieles mehr unter die Lupe genommen.

Verdeckte Einsätze im extremistischen Milieu

Ergänzend gab es verdeckte Einsätze im extremistischen Spektrum (Renter: „Wir sind auch schon in eine Wohnung reingegangen und haben Material mitgenommen“) sowie Baustellenkontrollen. Auch Informationen zum sicheren Schulweg in Bühl oder Präventionsaktionen wie auf dem Rastatter Marktplatz gegen Wohnungseinbrüche oder in Baden-Baden wegen möglicher Taschendiebstähle gehörten zum Sicherheitstag.

Kontrolliert und gesteuert wurden die Einsätze aus dem Offenburger Polizeipräsidium, wo der Standort der Beamten und Streifenwagen auf einer großen Karte ebenso live verfolgt werden kann wie die Rückmeldungen der eingesetzten Beamten. Das übrigens nicht nur in Offenburg: „Das Innenministerium liest mit“, weiß Polizeipräsident Renter.

Polizeipräsident Reinhard Renter (stehend) überwacht die Aktion von der Zentrale in Offenburg aus.
Polizeipräsident Reinhard Renter (stehend) überwacht die Aktion von der Zentrale in Offenburg aus. | Foto: Löhnig

Auch in Gaggenau wird kontrolliert

In Gaggenau begann der Sicherheitstag am Freitagmorgen mit einer Kontrolle auf dem B 462-Parkplatz Amalienberg. Mit gut 20 Beamten war dort das Polizeirevier Gaggenau vertreten. Bei teils starkem Regen wurden Pkw und Lkw gleichermaßen kontrolliert.

Auffällig war dabei der Fund einer Schreckschusspistole mit Munition, für den ein kleiner Waffenschein notwendig ist, der aber nicht vorgelegt werden konnte. Ein Verdacht auf Schwarzarbeit bei einer Handwerkerkolonne wird an den hierfür zuständigen Zoll weitergeleitet. Zudem bestand bei einem Mann der Verdacht auf eine Alkoholfahrt.