Herrenknecht-Unternehmenschef Martin Herrenknecht (von links nach rechts), Vorstand Ulrich Schaffhausen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einer Tunnelbohrmaschine.
Herrenknecht-Unternehmenschef Martin Herrenknecht (von links nach rechts), Vorstand Ulrich Schaffhausen und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einer Tunnelbohrmaschine. | Foto: Patrick Seeger/dpa

Ortenaukreis

Bundeskanzlerin Merkel besucht Herrenknecht in Lahr

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Großbauprojekte zügiger planen, genehmigen und umsetzen – das forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrem Besuch des Lahrer Tunnelbau-Unternehmens Herrenknecht. „Wir müssen uns anstrengen – woanders geht das schneller“, sagte sie.

Von unserer Mitarbeiterin Christine Storck

Als Beispiel nannte Merkel den Bau des Gottard-Basistunnels, der relativ schnell fertig gestellt worden sei. Die deutschen Zubringerstraßen hingegen seien weit im Rückstand. „Man kann das weder schön reden, noch können wir uns da hinter europäischen Regeln verstecken“, so die Kanzlerin.

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Merkel besucht Familienunternehmen mit Tausenden Mitarbeitern

Merkel besichtigte das Familienunternehmen, das am Stammsitz in Lahr-Schwanau rund 2.200 und weltweit etwa 5.000 Mitarbeiter beschäftigt, im Zuge ihrer Tour durch den Südwesten. Die Kanzlerin lobte Herrenknecht als „Aushängeschild eines starken Mittelstandes“ und als „klassisches Beispiel eines Hidden Champion, der eigentlich gar keiner ist“.

Firmengründer und Chef Martin Herrenknecht gründete das Unternehmen vor 42 Jahren als Garagen-Start-up und führte es bis an die Weltspitze. „Dem Infrastrukturbau gehört die Zukunft“, zeigte sich Herrenknecht überzeugt.

Herrenknecht: Mehr als 4.000 Projekte realisiert

Bisher seien insgesamt mehr als 4.200 Projekte realisiert worden, darunter Meilensteine wie der Gotthard-Basistunnel, die Unterquerung des Bosporus oder ein 100 Kilometer langer Abwasser-Highway in Singapur.

Der 77 Jahre alte Unternehmer kündigte an, seine Tätigkeit als Firmenchef um zwei Jahre zu verlängern. Herrenknecht ist CDU-Mitglied und bekräftigte am Montag deutlich sein Engagement für die Partei. In der Vergangenheit hatte er Merkels Politik mehrfach kritisiert. Gleichzeitig forderte er von der Bundesregierung aber weitsichtiges Handeln und Unterstützung, vor allem angesichts der aufstrebenden Handelsmacht China.