Ortena ist ein neues digitales Angebot im Ortenaukreis und beantwortet mit künstlicher Intelligenz Fragen zum Coronavirus.
Ortena ist ein neues digitales Angebot im Ortenaukreis und beantwortet mit künstlicher Intelligenz Fragen zum Coronavirus. | Foto: Screenshot

Ortenaukreis testet Tool

Chattender Roboter „Ortena“ hilft bei Fragen zum Coronavirus

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Der Ortenaukreis testet einen digitalen Chat-Roboter, der bei Fragen rund um Corona als Ansprechpartner dient. Ab April soll das Tool auch für andere Verwaltungsangelegenheiten verfügbar sein. Unsere Mitarbeiterin hat „Ortena“ getestet.

Von unserer Mitarbeiterin Christine Storck

„Hallo, ich bin Ortena, ich beantworte fleißig die häufigst gestellten Fragen rund um den Coronavirus im Ortenaukreis.“ Mehr als 60 Antworten hat die freundliche Roboter-Dame des Landratsamtes parat – rund um die Uhr, ganz praktisch über ein Chat-Fenster auf der Website.

Ab April soll Ortena auch zu anderen Themen Bescheid wissen

Sie reagiert prompt und spuckt zum Beispiel Telefonnummern, Ansprechpartner oder Hinweise rund um die Viruserkrankung aus. Ab April soll „Ortena“ dann nicht nur zu Corona, sondern zu vielen Fragen rund um die Dienstleistungen der Landkreisverwaltung Auskunft geben können.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

 

Weiße Schrift auf blauem Grund, zur Begrüßung ein lächelnder Emoji. Ich fühle mich beruhigt. Ortena ist da, Ortena ist schnell. Hier kann ich alles loswerden, was mich bedrückt. Anonym, versteht sich. „Ich fühle mich krank. Was soll ich tun?“ Eine Frage, die Tausende zurzeit beschäftigen dürfte, selbst bei harmlosem Schnupfen oder einer Erkältung.

Einen Wimpernschlag später weiß ich es: Nur wer Krankheitszeichen hat, ruft in der Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst an (07 81) 116 117. Dann folgen weitere Erklärungen. Wichtig: Die Klärung einer Infektion ist kein Notfall, so Ortena. Wer unsicher ist, bleibt in häuslicher Isolation.

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Rückmeldung mit einfachem Daumen-Emoji möglich

Okay, denke ich. Was bedeutet eigentlich häusliche Isolation? Auch hier lässt Ortena mich nicht im Stich. Sie gibt Informationen darüber, was Quarantäne bedeutet und warum sie möglicherweise angeordnet wird. Dann bekomme ich zwei Links – für Familien mit Personen in häuslicher Isolierung und für Familien mit Personen in häuslicher Quarantäne. Mit Daumen hoch oder Daumen runter kann ich eine Rückmeldung geben.

Aber noch etwas beschäftig mich. Ich habe Fieber und Husten – werde ich getestet? Ortena rät, wer innerhalb 14 Tage nach der Rückkehr Symptome wie Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollte sich mit seinem Hausarzt in Verbindung setzen. Dieser überprüfe anhand einer Checkliste, ob man an COVID-19 erkrankt sein könnte und einer Risikogruppe angehört. Ich gebe einen Damen hoch für die Infos. Wäre ich krank, wäre ich einen großen Schritt weiter. Glücklicherweise bin ich gesund und habe Ortena nur getestet.

Das Anlegen der Corona-Version hat nur einen Tag gedauert.

Svenja Klein, Projektleiterin

Die ursprüngliche Ortena, die mehr als 100 Fragen zu den Dienstleistungen des Landkreises beantwortet, ist bereits seit Anfang März im internen Testbetrieb. „Das Anlegen der Corona-Version hat nur einen Tag gedauert“, sagt Projektleiterin Svenja Klein von der zentralen Organisation des Landratsamtes. Der Fragen-und-Antworten-Katalog ist in einer Wissensdatenbank hinterlegt und wird laufend aktualisiert.

Alle Informationen gibt es auf bnn.de/coronavirus

Doch Ortena kann viel mehr als eingepflegtes Wissen ausspucken: „Sie benutzt die innovativsten Methoden der künstlichen Intelligenz“, erklärt Svenja Klein. So werden künstliche neuronale Netze zum Finden der Intention der Nutzer verwendet. Sobald man etwas eintippt, sorgt das Natural Language Processing für grammatikalische Analyse und Bereinigung. Das neuronale Netz identifiziert und klassifiziert die Fragen.

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Daten aus „Ortena“ werden anonym gespeichert

Alle Fragen und Antworten werden in einer Datenbank anonym gespeichert. Zusätzlich können Nutzer ein Feedback in ein separates Formular eingeben. „Je mehr Menschen Ortena nutzen, desto mehr wird sie lernen“, sagt Klein. Aber was, wenn die Roboter-Dame doch mal etwas nicht weiß? „Dann verweist die Corona-Version auf die Bürger-Hotline des Landkreises“, so die Projektleiterin.

Ab April soll Ortena auch zu anderen Bereichen des Landratsamtes informieren. Auch die Kommunen des Ortenaukreises können Ortena für sich nutzen, den Anfang macht dabei als Pilotgemeinde Rust.

Hier geht es zum Chat-Roboter „Ortena“