Fahnen-Trio
Noch immer sind die genauen Modalitäten des Brexit ungeklärt. | Foto: Soeren Stache

Infos vom Landratsamt

Der Brexit naht: Das müssen Briten in der Region wissen

Anzeige

Der Brexit – das Ausscheiden von Großbritannien aus der Europäischen Union – rückt immer näher. Am 29. März soll es nach derzeitigem Stand soweit sein. Ob es bis dahin einen Austrittsvertrag gibt, ist derzeit noch ungewiss. Wie geht es mit dem Aufenthaltsrecht von Briten in der Region weiter? Dazu hat das Landratsamt Ortenaukreis nun ein Informationsschreiben veröffentlicht. 

Alle Zeichen stehen auf Brexit. Sollte das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union austreten, ändern sich die Regelungen zu Aufenthalt und Einbürgerung von Briten in Deutschland. Damit keine Fragen offen bleiben, hat das Landratsamt Ortenaukreis nun Infos zu diesem Thema gebündelt. Denn: Im Falle eines ungeregelten Brexits treten zum 29. März 2019 mehrere Übergangsregelungen in Kraft.

Mit dem Brexit endet die Freizügigkeit

Mit dem Brexit endet die sogenannte Freizügigkeitsberechtigung britischer Staatsbürger in der EU – das heißt, sie dürfen nicht mehr wie EU-Bürger grundsätzlich frei in EU-Länder einreisen oder sich dort aufhalten. Ab dem Brexit – also voraussichtlich ab dem 29. März – brauchen in Deutschland lebende Briten und ihre Familienmitglieder Aufenthaltserlaubnisse. Die gibt es beispielsweise dann, wenn man nachweisen kann, dass man aus beruflichen oder familiären Gründen in Deutschland lebt.

Drei Monate Übergangsfrist

Falls es keinen Austrittsvertrag gibt und es also einen sogenannten ungeregelten Brexit gibt, können in Deutschland lebende Briten während der dreimonatigen Übergangsfrist noch ohne Aufenthaltserlaubnis in Deutschland leben und arbeiten. Danach – also ab dem 30. Juni – muss aber eine Aufenthaltserlaubnis vorliegen.

Auch für Briten, die sich in Deutschland einbürgern lassen wollen, gibt es eine Übergangsregelung. Falls der Antrag auf Einbürgerung vor dem 29. März eingegangen ist, können die Antragsteller mit fortbestehender britischer Staatsangehörigkeit eingebürgert werden.

Einbürgerung in Deutschland – welche Voraussetzungen gibt es? 

  • unbefristetes Aufenthaltsrecht

  • bestandener Einbürgerungstest (hier wird das Wissen über das deutsche Recht, die deutsche Gesellschaft und das Leben in Deutschland abgefragt)

  • seit acht Jahren gewöhnlicher, also dauernder, und rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland (diese Frist kann bei Besuch eines Integrationskurses auf sieben oder sechs Jahre verkürzt werden)

  • eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld

  • ausreichende Deutschkenntnisse (Niveau B1)

  • keine Verurteilung wegen einer Straftat

  • Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung

  • grundsätzlich der Verlust beziehungsweise die Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit

Weitere Informationen zu den Auswirkungen des Brexits gibt es auf der Internetseite des deutschen Innenministeriums und auf der offiziellen Informationsseite für in der Bundesrepublik lebende britische Bürger (englisch).