Sparkasse Hanauerland
Seit neun Monaten in Betrieb ist das Beratungscenter der Sparkasse Hanauerland. Hier Vorstandschefin Jutta Grandjean mit Beraterin Daniela Röhl-Badelt. 11.000 Anrufe kommen hier monatlich an, die meisten Anliegen werden sofort erledigt. | Foto: Frank Löhnig

Notfallpläne schon vor Corona

Die Sparkasse Hanauerland will weiter auf Strafzinsen verzichten

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Zwischen Niedrigzinsphase und Corona-Angst: Die Wirtschaft an der Grenze zu Frankreich sieht sich vor schwierigen Herausforderungen. Das merkt auch die Sparkasse Hanauerland, die am Mittwoch in Kehl gleichwohl eine durchaus positive Jahresbilanz vorgelegt hat.

Wie es weitergeht, ist freilich offen – die Sparkasse mit einer Bilanzsumme von 1,47 Milliarden Euro (plus 4,1 Prozent) empfiehlt ihren Unternehmen jedenfalls, Vorsorge für ausreichende Liquidität zu treffen. „Bei wegfallenden Warenströmen kommt man unter Umständen auch erst später in die Lage, Rechnungen zu stellen“ warnt Vorstandsmitglied Wolfgang Huber.

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Notfallpläne schon vor Corona

Unterdessen hat das Kreditinstitut auch seine eigenen Abläufe auf das Virus eingestellt. Mitarbeiter in funktionswichtigen Abteilungen – beispielsweise in der Bilanzerstellung – seien nun räumlich getrennt untergebracht, damit sie sich nicht gegenseitig anstecken können. „Wir hatten schon vor Corona Notfallpläne in der Schublade“, sagt die Vorstandsvorsitzende Jutta Grandjean.

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Künftig weniger persönliche Kontakte

Dabei steht das Kreditinstitut ohnedies in einem Wandel weg von persönlichen Begegnungen in den Filialen und hin zu immer mehr Online-Kontakten. Seit neun Monaten ist beispielsweise das Kundencenter im Einsatz, mittlerweile bearbeiten die durchschnittlich vier diensthabenden Mitarbeiterinnen – allesamt mit langer Sparkassen-Erfahrung – fast 11.000 Anrufe im Monat. Das soll noch ausgebaut werden.

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Sparkasse gibt sich betont modern

Die Sparkasse, die sich für ihren öffentlichen Auftritt einen betont modernen Anstrich verpasst hat (Für Sie Da! im Hanauerland#Heimat – in dicker Balkenschrift vor Trachtenträgern in Biberfellmützen) setzt voll auf Online-Dienste. In wenigen Wochen soll die Online-Filiale ihre Beratung noch einmal ausweiten, so dass man dem Bankmitarbeiter auf dem eigenen Monitor quasi über die Schulter schauen kann. Geprägt war das vergangene Jahr von der „Seitwärtsbewegung“ der Zinsen auf sehr niedrigem Niveau.

Bis auf Weiteres keine Strafzinsen

„Das ist keine Niedrigzinsphase mehr, sondern schon ein Klimawandel“, sagt die Vorstandschefin, die ankündigte, bei Privatkunden bis auf Weiteres auf „Verwahrentgelte“, landläufig: Strafzinsen, zu verzichten.
Das Kreditgeschäft boomt, 150 Millionen Euro neuer Ausleihungen standen allerdings 130 Millionen an Zinsrückflüssen gegenüber. Die Kundeneinlagen sind über 800 Millionen Euro gestiegen, „bemerkenswert angesichts der zinslosen Zeit“, so Grandjean.