Impfpass - Masern
Ein Kreuz steht auf einem Impfpass, in dem eine Kombiimpfung für Masern, Mumps und Röteln eingetragen ist. | Foto: Marius Becker

Gesundheitsamt informiert

Erste Masernfälle in der Ortenau

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Der Verdacht auf Masern hat sich bei zwei Personen in der Ortenau bestätigt. Das vermeldet das Gesundheitsamt des Landratsamtes Ortenaukreis am Donnerstag und rät, den Impfstatus von Kindern und Erwachsenen zu überprüfen und fehlende Informationen gegebenenfalls nachzuholen.

„Masern werden von Viren ausgelöst und sind hochansteckend“, informiert Claus Michael Gross, Leiter des Gesundheitsamtes des Ortenaukreises, in einer Pressemitteilung. Aufgrund des hohen Ansteckungsrisikos sei der wirksamste Schutz gegen eine Erkrankung eine Impfung, so der Mediziner. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, Kinder im Alter von elf bis 14 Monaten (in Ausnahmefällen auch schon ab neun Monaten) zum ersten Mal zu impfen. Nach vier bis sechs Wochen wird eine zweite Impfung empfohlen. Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden und keine Masernerkrankung durchgemacht haben, legt die STIKO eine einmalige Impfung nahe.

Ansteckungsrisiko auf Faschingsveranstaltungen

Nach einem größeren Ausbruch im Jahr 2011 mit mehr als 200 gemeldeten Erkrankungen ist der Ortenaukreis seither von höheren Fallzahlen verschont geblieben. Auch aktuell erwartet Gross keinen großflächigen Ausbruch. Das Gesundheitsamt habe sich „aufgrund besonderer Umstände, wie möglichen Kontakten mit Erkrankten auf Faschingsveranstaltungen“ dazu entschlossen, die Bevölkerung über die Situation aufzuklären und zu sensibilisieren. „Um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern, ist es wichtig, dass ein möglichst hoher Prozentsatz der Bevölkerung gemäß STIKO-Empfehlung geimpft ist“, empfiehlt der Amtsleiter.

Ansteckung und Symptome

Masern werden durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen, informiert das Gesundheitsamt. Ansteckend ist die Krankheit bereits mehrere Tage bevor die ersten Symptome auftreten. Die Erkrankung beginnt meist mit Fieber, Husten, Schnupfen und einer Bindehautentzündung. Nach einigen Tagen tritt ein Hautausschlag auf, der typischerweise im Gesicht und hinter den Ohren beginnt. Es kann zu schweren Komplikationen wie einer Mittelohrentzündung, Durchfall, Bronchitis, einer Lungenentzündung und in seltenen Fällen einer Entzündung des Gehirns kommen. Nach der überstandenen Erkrankung ist das Immunsystem in der Regel noch mindestens sechs Wochen lang geschwächt.

Masernfälle haben sich 2018 verdreifacht

Mit Masern haben sich im vergangenen Jahr in der Europa-Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so viele Menschen angesteckt wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl der Fälle stieg innerhalb eines Jahres auf das Dreifache, berichtete das WHO-Büro Europa Anfang Februar in Kopenhagen.