Vorsicht vor den kleinen Biestern!
Bei Wanderungen durch Wiesen und Wald kann lange Kleidung schützen. | Foto: © Heiko Barth / Adobe Stock

Allein 20 Fälle im Mai

Zecken-Saison beginnt: Erste FSME-Fälle in der Region

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Seit Jahresbeginn 2019 hat das Landesgesundheitsamt 29 FSME-Erkrankungen registriert, fünf davon in Nord- und Mittelbaden. In Baden-Württemberg sind alle Stadt- und Landkreise FSME-Risikogebiete außer Heilbronn. Was müssen Menschen in Risikogebieten jetzt beachten – und können Zecken wirklich von Bäumen springen?

„Einen wirksamen Schutz gegen FSME-Erkrankungen stellt die mehrfache Schutzimpfung gegen FSME dar. Die Impfung wird allen Personen empfohlen, die sich in den Risikogebieten in der Natur aufhalten und somit ein Risiko für Zeckenstiche haben. Kinder und Erwachsene sollten bei ihrem Hausarzt den Impfpass kontrollieren und den Impfschutz aktualisieren lassen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Montag. Hierbei sei zu beachten, dass in der Regel drei Impfungen notwendig seien, um den vollen Impfschutz zu erreichen, so Lucha.

Zecken fallen nicht von den Bäumen

Häufig passiert dem Ministerium zufolge die Infektion im eigenen Garten oder bei Spaziergängen in der Natur. Die Zecke klettert beispielsweise auf einen Grashalm oder ein Gebüsch. Kommt ein Tier oder ein Mensch vorbei, wird sie bei Kontakt abgestreift und hält sich fest. Zecken fallen nicht von Bäumen und können nicht springen.

Zecken schnell entfernen und Wunde desinfizieren

„Da Zecken nicht nur FSME, sondern auch Erkrankungen wie Borreliose und Tularämie übertragen können, raten wir zu praktischen Schutzmaßnahmen. So sollte man in der Natur möglichst lange Kleidung und festes Schuhwerk tragen. Auf heller Kleidung lassen sich Zecken leichter entdecken und entfernen. Daheim sollte man seinen Körper gründlich nach Zecken absuchen, insbesondere in Hautfalten, da Zecken das feucht-warme Milieu mögen“, erklärte die Präsidentin des Landesgesundheitsamtes, Karlin Stark.

Es sei wichtig die Zecke schnell zu entfernen, um das Infektionsrisiko zu verringern. „Wichtig ist, möglichst alle Teile der Zecke zu entfernen, um einer Entzündung vorzubeugen. Am besten greift man die Zecke mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche an ihren Mundwerkzeugen und zieht sie langsam und gerade aus der Haut. Die Zecke sollte nicht am vollgesogenen Körper gepackt und beim Entfernen nicht gedreht werden“, betonte Stark. Vor dem Entfernen sollte die Zecke keinesfalls mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Dies könnte das Tier reizen und zur Folge haben, dass die Zecke den Speichel und somit mögliche Infektionserreger abgebe. Nach Entfernung der Zecke sollte die Wunde sorgfältig desinfiziert werden, so Stark weiter.

FSME – das müssen Sie über die Krankheit wissen
Im Jahr 2018 wurden mit insgesamt 272 FSME-Erkrankungen deutlich mehr Fälle registriert als in den Jahren 2016 (123 Fälle) und 2017 (181 Fälle). Bei allen 272 Erkrankungen lagen Angaben zur Erkrankungsform vor. In 160 Fällen (59 Prozent) wurde eine Beteiligung des zentralen Nervensystems angegeben. In 102 Fällen lag eine Hirnhautentzündung (Meningitis), in 46 Fällen eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) und in 12 Fällen das klinische Bild einer Rückenmarksentzündung (Myelitis) vor.
Entsprechend der Aktivität der übertragenden Zecken werden FSME-Erkrankungen hauptsächlich vom Frühjahr bis in den Spätherbst übermittelt. Die Anzahl übermittelter FSME-Erkrankungen unterliegt seit Einführung der Meldepflicht stärkeren Schwankungen. Die Gründe hierfür liegen an klimatischen und ökologischen Faktoren die die Aktivität der Zecken aber auch die Populationsgrößen der Wirtstiere, wie Mäuse und Niederwild beeinflussen. Des Weiteren werden die Meldezahlen durch die Freizeitaktivitäten der Menschen und den Impfstatus beeinflusst. Auch die Entscheidung der Ärzte, in welchen Fällen eine Untersuchung des Blutes auf FSME veranlasst wird, hat Auswirkungen auf die Anzahl der gesicherten Diagnosen.

BNN