Bluttat in Offenburg
Entsetzen in Offenburg nach dem gewaltsamen Tod eines Arztes: Polizei und Spurensicherung im August am Tatort in der Aenne-Burda-Allee. Vom 30. Januar an steht ein 27 Jahre alter Mann aus Somalia wegen der Tat vor Gericht. | Foto: Archiv slr

Bluttat in Offenburg

Prozess wegen Mordes an Offenburger Arzt beginnt am Mittwoch

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Vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Offenburg beginnt am 30. Januar der Prozess wegen des brutalen Todes eines Offenburger Arztes im August 2018. Angeklagt ist ein 27 Jahre alter Mann aus Somalia, der kurz nach der Tat in der Offenburger Innenstadt festgenommen worden war.

Die Anklage lautet auf Mord und gefährliche Körperverletzung, die als Schwurgericht tagende Kammer hat zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil würde demnach am 21. Februar verkündet werden. Der Prozess findet unter erhöhten Sicherheitsauflagen im Saal 2 (großer Saal) des Offenburger Landgerichts statt. Dem 27-jährigen Somalier wird vorgeworfen, im August 2018 einen in Offenburg praktizierenden Arzt mit zahlreichen Messerstichen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben.

Angeklagter ging von Vergiftung aus

Durch die Tat habe er sich für eine aus seiner Sicht fehlerhafte ärztliche Behandlung rächen wollen; der Mann sei offenbar davon ausgegangen, von dem Mediziner bei einer vorangegangenen Blutentnahme vergiftet worden zu sein. Einer Arzthelferin, die versucht habe, den Angeklagten aufzuhalten, soll er mit der Tatwaffe eine Schnittwunde im Gesicht beigebracht haben. Der Arzt verstarb infolge der vielfachen Stichverletzungen in Kopf, Brust und Bauch, so das Offenburger Landgericht am Freitag zu dem Fall, der im vergangenen Spätsommer bundesweite Aufmerksamkeit gefunden hatte.

Anzeichen für eine psychische Erkrankung

Der mutmaßliche Täter wurde noch am Tattag festgenommen und sitzt seit August 2018 in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen hat er sich bisher nicht geäußert. Er hielt sich zum Zeitpunkt der Tat legal in der Bundesrepublik auf. Nach den Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden bestehen bei dem Mann Anzeichen für eine psychische Erkrankung, weswegen seitens der Strafkammer ein psychiatrischer Sachverständiger zur Hauptverhandlung hinzugezogen worden ist.

Einlasskontrolle für alle Besucher

Das Gericht hat im Vorfeld der öffentlichen Verhandlung allen Zuhörern untersagt, Waffen und sonstige gefährliche Gegenstände mitzubringen, die zur Störung der Verhandlung eingesetzt werden können. Ebenso dürfen keine Kameras, Smartphones, Laptops, Notebooks und ähnliche Geräte, mit denen filmische oder Audioaufnahmen hergestellt werden können, in den Sitzungssaal mitgenommen werden. Gleiches gilt für große Taschen, Rucksäcke und andere größere Behälter. Alle Besucher müssen sich vor Betreten des Sitzungssaals einer Einlasskontrolle unterziehen.